ARBÖ: Gute Sicht mit richtigem Licht

Ein Viertel der Scheinwerfer falsch eingestellt - Viel Unwissen rund ums Licht

Wien (OTS) - Gute Sicht mit richtigem Licht - der Spruch ist einleuchtend, die Praxis jedoch unterbelichtet. Ein Viertel der Scheinwerfer sind nicht richtig eingestellt, musste der ARBÖ nach der Verkehrsicherheitskampagne im Burgenland "Licht und Sicht" und nach 600 getesteten Autos feststellen. In 7,2 Prozent der Fälle waren die Scheinwerfer defekt. Der Wegfall der Wiederkehrenden Begutachtung nach § 57 a ("Pickerl"), hat die Situation mit Sicherheit verschärft und dazu beigetragen, dass kaputte oder falsch eingestellte Lichter viel zu spät entdeckt und repariert werden, vermeint man im ARBÖ.

Das Problem nicht funktionierender Lichter beschränkt sich keineswegs aufs Burgenland. Bereits im März dieses Jahres hatte der ARBÖ bei einem Lichttest auf Autobahnstrecken in Tirol, Kärnten und im Burgenland gravierende Licht-Mängel feststellen müssen: Jedes 25ste Fahrzeug war im stärksten Durchzugsverkehr einäugig unterwegs und jeder siebte Lenker hatte in der Abenddämmerung das Abblendlicht nicht eingeschaltet.

"Es hapert bei den Autolenkern auch an Wissen, wann genau welches Licht einzuschalten ist", müssen die ARBÖ-Pannenfahrer gerade dieser Tage immer wieder feststellen. Besonders auffällig ist das Fehlverhalten bei Nebelscheinwerfern (umgangssprachlich auch Breitstrahler genannt), die häufig verbotenerweise anstatt kaputten Abblendlichtern oder in falscher Kombination mit anderen Lichtern verwendet werden.

Rechtliche Grundsatzregeln

ARBÖ-Verkehrsjuristin Dr. Barbara Auracher-Jäger hat die rechtlichen Bestimmungen zusammengetragen und eine detaillierte Übersicht erstellt: "Die Grundsatznorm findet sich in § 60 Absatz 3 Straßenverkehrsordnung (StVO): Fahrende Fahrzeuge müssen in folgenden Fällen immer Lichter eingeschaltet haben: bei Dämmerung, Dunkelheit, Nebel oder wenn es die Witterung sonst erfordert. Für stillstehende Fahrzeuge gilt: sie brauchen solange keine eigenen Lichter eingeschaltet haben, solange die sonstige Beleuchtung ausreicht, um das Fahrzeug aus 50 m Entfernung zu erkennen."

Denken müssen die Lenker

Noch wichtig vorweg: An die richtige Beleuchtung denken müssen die Lenker! Vor Beginn einer Fahrt müssen sich die Lenker (nicht: die Fahrzeughalter) gemäß § 102 Kraftfahrgesetz (KFG) davon überzeugen, dass die Beleuchtungseinrichtungen funktionieren. Wer sich nicht dran hält, wird bestraft.

Die Detailvorschriften finden sich in § 99 KFG: dort sind auch die drei Ziele festgelegt, die mit der richtigen Beleuchtung erreicht werden sollen. Nach dem Motto, Sehen und gesehen werden, sollen demnach andere Straßenbenützer das Fahrzeug erkennen können, es soll die Fahrzeugbreite richtig abgeschätzt und die Straße entsprechend der Fahrgeschwindigkeit ausgeleuchtet werden.

Für die einzelnen Lichter sind folgende Regelungen fixiert:

ABBLENDLICHT
inner- und außerhalb des Ortsgebietes verpflichtend bei:
- Dämmerung, Dunkelheit
- Nebel oder wenn es die Witterung sonst erfordert

FERNLICHT
* im Ortsgebiet:
grundsätzlich verboten, jedoch in folgenden Fällen erlaubt
- bei Sichtbehinderung durch Regen und Schneefall
- zur Abgabe optischer Warnzeichen ("Lichthupe")
- wenn 50 km/h überschritten werden dürfen und Fahrbahn zu wenig beleuchtet ist

  • außerhalb des Ortsgebietes: > immer erlaubt, wenn:
  • Geschwindigkeit von 50 km/h überschritten und Fahrbahn zuwenig beleuchtet ist
  • optische Warnzeichen gegeben werden ("Lichthupe")

> verboten:
- bei Dämmerung, Dunkelheit, Nebel
- bei ausreichender Straßenbeleuchtung
- bei stillstehendem Fahrzeug
- wenn Lenker von entgegenkommenden Fahrzeugen geblendet werden würde

  • beim Hintereinanderfahren in geringem Abstand, ohne zu überholen
  • vor Fußgängergruppen
  • wenn Schienenfahrzeuge oder Schiffe unmittelbar neben der Fahrbahn fahren

BEGRENZUNGSLICHT (STANDLICHT)
inner- und außerhalb des Ortsgebietes alleine erlaubt:
- nur bei Tag und guter Sicht
- nur zur Beleuchtung abgestellter Kraftfahrzeuge in Kombination mit Fernlicht, Abblendlicht, Nebelscheinwerfern
- nur bei Dämmerung und Dunkelheit

PARKLEUCHTEN
ausschließlich im Ortsgebiet erlaubt:
- zur Sichtbarmachung bei Halten und Parken
- nur für Kfz ohne Anhänger (verboten für Kfz mit Anhänger)

außerhalb des Ortsgebietes verboten

NEBELSCHEINWERFER (umgangssprachlich auch BREITSTRAHLER)
* alleine oder gemeinsam mit Abblendlicht erlaubt:
- bei Sichtbehinderung durch Regen, Schneefall, Nebel und dergleichen (z.B. Aschenregen)
- auf engen und kurvenreichen Straßen

* gemeinsam mit Fernlicht erlaubt nur auf engen oder kurvenreichen Straßen

NEBELSCHLULSSLEUCHTEN
ausschließlich erlaubt bei Sichtbehinderung durch Regen, Schneefall, Nebel und dergleichen

Rückfragen & Kontakt:

ARBÖ Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Lydia Ninz
Tel.: (++43-1) 89121-280
presse@arboe.at
http://www.arboe.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NAR0001