- 24.11.2004, 08:53:47
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Baugewerkschaft Driemer: Strukturreform durch zusätzlichen Wettbewerb?
ÖBB-Bau verschärft Verdrängungswettbewerb
Wien (GBH/ÖGB) - "Kreative Überlegungen" des neuen ÖBB-Chefs
Huber, eine eigene Baufirma mit 4.000 Beschäftigten zu gründen, sind
zwar legitim. "Fakt ist aber, dass dies der in sich wettbewerbs-und
insolvenzgeschüttelten Baubranche zusätzliche Probleme bringen wird",
ist der Vorsitzende der Gewerkschaft Bau-Holz Johann Driemer
überzeugt. "Verdrängungswettbewerbe bringen keine wirkliche gesunde
Struktur- und Ertragslage in der östereichischen Bauwirtschaft,
sondern es findet lediglich ein Austausch von Arbeitnehmern und
Unternehmen statt", so Driemer.++++
In Österreich stehen wir vor den Problemen eines nahezu gleich
bleibenden Bauvolumens, extrem hohen Arbeitslosenzahlen (im
Jahresdurchschnitt 38.000) sowie sinkender
Gesamtbeschäftigungsstände. "Auch bei größtem Verständnis für die
ArbeitnehmerInnen bei den ÖBB ist es aus Sicht der Gewerkschaft
Bau-Holz nicht die intelligenteste Lösung der ÖBB-Führung,
zusätzliche Baukapazität am Markt anzubieten", so der Bau-Holz
Vorsitzende. "Noch dazu, wo dem neuen ÖBB-Chef aufgrund seiner
bisherigen Tätigkeit in der Bauindustrie die Problematik des
österreichischen Baumarktes bekannt sein müsste."
"Es zeichnet sich immer mehr ab, dass die Sinnhaftigkeit der
Strukturreform der ÖBB, die von der Bundesregierung ausgegangen ist,
in Frage zu stellen ist und es an wirklicher Lösungskompetenz des
Infrastrukturministeriums mangelt." Und Driemer stellt abschließend
fest: "Sollte es zur Gründung einer ÖBB-Baufirma kommen, müssen auch
alle für die Baubereiche geltenden Rechtsgrundlagen, wie Gesetze und
Kollektivverträge angewendet werden." Die GBH wird im Rahmen der
Infra-Gewerkschaften besonders darauf achten.
ÖGB, 24. November
2004
Nr. 773
OTS0019 2004-11-24/08:53
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