Baugewerkschaft Driemer: Strukturreform durch zusätzlichen Wettbewerb?

ÖBB-Bau verschärft Verdrängungswettbewerb

Wien (GBH/ÖGB) - "Kreative Überlegungen" des neuen ÖBB-Chefs Huber, eine eigene Baufirma mit 4.000 Beschäftigten zu gründen, sind zwar legitim. "Fakt ist aber, dass dies der in sich wettbewerbs-und insolvenzgeschüttelten Baubranche zusätzliche Probleme bringen wird", ist der Vorsitzende der Gewerkschaft Bau-Holz Johann Driemer überzeugt. "Verdrängungswettbewerbe bringen keine wirkliche gesunde Struktur- und Ertragslage in der östereichischen Bauwirtschaft, sondern es findet lediglich ein Austausch von Arbeitnehmern und Unternehmen statt", so Driemer.++++

In Österreich stehen wir vor den Problemen eines nahezu gleich bleibenden Bauvolumens, extrem hohen Arbeitslosenzahlen (im Jahresdurchschnitt 38.000) sowie sinkender Gesamtbeschäftigungsstände. "Auch bei größtem Verständnis für die ArbeitnehmerInnen bei den ÖBB ist es aus Sicht der Gewerkschaft Bau-Holz nicht die intelligenteste Lösung der ÖBB-Führung, zusätzliche Baukapazität am Markt anzubieten", so der Bau-Holz Vorsitzende. "Noch dazu, wo dem neuen ÖBB-Chef aufgrund seiner bisherigen Tätigkeit in der Bauindustrie die Problematik des österreichischen Baumarktes bekannt sein müsste."

"Es zeichnet sich immer mehr ab, dass die Sinnhaftigkeit der Strukturreform der ÖBB, die von der Bundesregierung ausgegangen ist, in Frage zu stellen ist und es an wirklicher Lösungskompetenz des Infrastrukturministeriums mangelt." Und Driemer stellt abschließend fest: "Sollte es zur Gründung einer ÖBB-Baufirma kommen, müssen auch alle für die Baubereiche geltenden Rechtsgrundlagen, wie Gesetze und Kollektivverträge angewendet werden." Die GBH wird im Rahmen der Infra-Gewerkschaften besonders darauf achten.

ÖGB, 24. November
2004
Nr. 773

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