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B’NAI B’RITH DISTANZIERT SICH VON "JÜDISCHE FILMWOCHE"

Kulturelle Veranstaltungsreihe wird zu politischen Zwecken missbraucht

Wien (OTS) - Die Programmauswahl der "Jüdischen Filmwoche", die in der Vergangenheit ein "jüdisch" kulturelles Selbstverständnis hatte -ist doch der Veranstalter eine "Österreichische Gesellschaft zur Erhaltung und Förderung der Jüdischen Kultur und Tradition" - zeigt ein politisches Agitprogramm mit einer Vielzahl von Filmen, die den Nahostkonflikt einseitig von ideologisch antizionistischer Seite beleuchten. Dies hat weder mit Kultur noch mit ausgewogener Darstellung eines politischen Konfliktes zu tun. Im ORF bezichtigte eine Projektverantwortliche sogar die österreichischen Medien, den Nahostkonflikt einseitig zugunsten (!!!) Israels darzustellen, damit ergebe sich die Notwendigkeit dieses Bild mittels des Festivals zu korrigieren.

Die Manipulation findet dadurch ihre Fortsetzung, dass mehrere jüdische und israelische Institutionen, in Unkenntnis des genauen Programms, teilweise telefonisch, zur logistischen, ideellen oder finanziellen Unterstützung gewonnen wurden und mit einer solchen geworben wurde.
Anlässlich der Filmabende wird Werbung von radikalen Splittergruppen betrieben, die unter Ignorierung des Schicksals jüdischer Flüchtlinge aus arabischen Ländern das Rückkehrrecht der palästinensischen Flüchtlinge fordern.
Die Filme, mit ihren historischen Fehlern und Einseitigkeiten, werden österreichischen Schulklassen als "kulturelle Bildung" angeboten.

Die ZPCL der B’nai B’rith (Internationale Jüdische Organisation für Humanität und Menschenrechte) stellt weiters fest:
Im gesellschaftlichen Mainstream Europas verankerter Antisemitismus zeigte sich etwa in europäischen Gesellschaften wie Österreich-Ungarn (Lueger, Schönerer), Frankreich (Dreyfuss-Prozess, Action Francaise) und anderen schon vor und auch nach der Machtergreifung des Faschismus in Italien, Deutschland und Spanien und war manifest auch in den kommunistischen Gesellschaften Osteuropas.

Seit den Religionsdisputationen des Mittelalters bis zum Stalinismus gehörte das Verwenden "Jüdischer Kronzeugen" zum antisemitischen Standardrepertoire. Ähnliches ist heute wieder in Europa festzustellen.
Die Monumentalität der Schoah mit den Verbrennungsöfen von Auschwitz, Sobibor, Majdanek etc. erschütterte den strukturell auch nach der Befreiung von 1945 weiter existierenden Antisemitismus nur vorübergehend. Offener Antisemitismus war jedoch delegitimisiert und nicht mehrheitsfähig.

Der Nahostkonflikt und seine, infolge der wirtschaftlichen Bedeutung der Ölversorgung Europas, überproportionale Darstellung in den europäischen Medien gab den europäischen Gesellschaften ein Ventil, um antisemitische Stereotype neuerlich "sanktionsfrei" verwenden zu können. Im Staat Israel, der einzigen Demokratie des Nahen Ostens, ist es für politische radikale Randgruppen, die mit dem palästinensischen Nationalismus sympathisieren, möglich, politische und künstlerische Provokationen zu entwickeln, die in Europa heute breiten Widerhall als "Jüdische Stimmen gegen Israel" oder "Jüdische Stimmen für den Frieden" finden. Geben sie doch die Möglichkeit, nach dem Schema "die Juden sind doch auch Mörder" mit der eigenen Geschichte ins Reine zu kommen, noch dazu, wenn diese Aussagen von Juden selbst stammen. Diese Wichtigkeit israelischer Kritiker für europäische Gesellschaften erhöht das Selbstbewusstsein dieser Einzelpersonen und Gruppierungen verkehrt proportional zu ihrer Mitgliederzahl.
Israel wird zum "Juden unter den Völkern". Kritik, der sich Israel, wie jeder Staat, stellen muss und die von israelischen Medien auch in Kriegszeiten in ungewöhnlich starker Form gegenüber der eigenen Regierung ausgeübt wird, wird durch ihre Aufnahme und Verbreitung in Europa, verbunden mit Delegitimisierung, Demonisierung und angewandter doppelter Moral, zum Antisemitismus unter "antizionistischer Chiffre" und wird, zur Freude europäischer Antisemiten, durch oben erwähnte Juden selbst ausgesprochen.

Der Intifadaterror, ausgeübt von den durch die palästinensischen Medien verbreiteten Ideologien des "Djihad" und "Shaheed" beinflussten und zum Terror missbrauchten Jugendlichen, führte dazu, dass jüdische und nichtjüdische Bürger Israels in den letzten Jahren in Israel in Autobussen, Diskotheken und bei religiösen Feiern verbrannt und zerfetzt wurden. Davon ist kein Wort auf der Jüdischen Filmwoche zu hören oder zu sehen.

Wir verurteilen auf das Schärfste diesen Missbrauch des Interesses der Allgemeinheit an jüdischer Kultur und fordern die als

Unterstützer genannten jüdischen Organisationen zur Distanzierung, wie auch die Förderer der öffentlichen Hand in Bund und Gemeinde Wien zu verantwortungsbewusstem Handeln auf und distanzieren uns entschieden von dieser Veranstaltungsreihe

ZPCL der B’nai B’rith
Mag. Raimund. Fastenbauer
Vizepräsident

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Raimund. Fastenbauer
Tel. 51504-277

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