• 23.11.2004, 16:56:01
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B’NAI B’RITH DISTANZIERT SICH VON "JÜDISCHE FILMWOCHE"

Kulturelle Veranstaltungsreihe wird zu politischen Zwecken missbraucht

Wien (OTS) - Die Programmauswahl der "Jüdischen Filmwoche", die in
der Vergangenheit ein "jüdisch" kulturelles Selbstverständnis hatte -
ist doch der Veranstalter eine "Österreichische Gesellschaft zur
Erhaltung und Förderung der Jüdischen Kultur und Tradition" - zeigt
ein politisches Agitprogramm mit einer Vielzahl von Filmen, die den
Nahostkonflikt einseitig von ideologisch antizionistischer Seite
beleuchten. Dies hat weder mit Kultur noch mit ausgewogener
Darstellung eines politischen Konfliktes zu tun. Im ORF bezichtigte
eine Projektverantwortliche sogar die österreichischen Medien, den
Nahostkonflikt einseitig zugunsten (!!!) Israels darzustellen, damit
ergebe sich die Notwendigkeit dieses Bild mittels des Festivals zu
korrigieren.

Die Manipulation findet dadurch ihre Fortsetzung, dass mehrere
jüdische und israelische Institutionen, in Unkenntnis des genauen
Programms, teilweise telefonisch, zur logistischen, ideellen oder
finanziellen Unterstützung gewonnen wurden und mit einer solchen
geworben wurde.
Anlässlich der Filmabende wird Werbung von radikalen Splittergruppen
betrieben, die unter Ignorierung des Schicksals jüdischer Flüchtlinge
aus arabischen Ländern das Rückkehrrecht der palästinensischen
Flüchtlinge fordern.
Die Filme, mit ihren historischen Fehlern und Einseitigkeiten, werden
österreichischen Schulklassen als "kulturelle Bildung" angeboten.

Die ZPCL der B’nai B’rith (Internationale Jüdische Organisation für
Humanität und Menschenrechte) stellt weiters fest:
Im gesellschaftlichen Mainstream Europas verankerter Antisemitismus
zeigte sich etwa in europäischen Gesellschaften wie Österreich-Ungarn
(Lueger, Schönerer), Frankreich (Dreyfuss-Prozess, Action Francaise)
und anderen schon vor und auch nach der Machtergreifung des
Faschismus in Italien, Deutschland und Spanien und war manifest auch
in den kommunistischen Gesellschaften Osteuropas.

Seit den Religionsdisputationen des Mittelalters bis zum Stalinismus
gehörte das Verwenden "Jüdischer Kronzeugen" zum antisemitischen
Standardrepertoire. Ähnliches ist heute wieder in Europa
festzustellen.
Die Monumentalität der Schoah mit den Verbrennungsöfen von Auschwitz,
Sobibor, Majdanek etc. erschütterte den strukturell auch nach der
Befreiung von 1945 weiter existierenden Antisemitismus nur
vorübergehend. Offener Antisemitismus war jedoch delegitimisiert und
nicht mehrheitsfähig.

Der Nahostkonflikt und seine, infolge der wirtschaftlichen Bedeutung
der Ölversorgung Europas, überproportionale Darstellung in den
europäischen Medien gab den europäischen Gesellschaften ein Ventil,
um antisemitische Stereotype neuerlich "sanktionsfrei" verwenden zu
können. Im Staat Israel, der einzigen Demokratie des Nahen Ostens,
ist es für politische radikale Randgruppen, die mit dem
palästinensischen Nationalismus sympathisieren, möglich, politische
und künstlerische Provokationen zu entwickeln, die in Europa heute
breiten Widerhall als "Jüdische Stimmen gegen Israel" oder "Jüdische
Stimmen für den Frieden" finden. Geben sie doch die Möglichkeit, nach
dem Schema "die Juden sind doch auch Mörder" mit der eigenen
Geschichte ins Reine zu kommen, noch dazu, wenn diese Aussagen von
Juden selbst stammen. Diese Wichtigkeit israelischer Kritiker für
europäische Gesellschaften erhöht das Selbstbewusstsein dieser
Einzelpersonen und Gruppierungen verkehrt proportional zu ihrer
Mitgliederzahl.
Israel wird zum "Juden unter den Völkern". Kritik, der sich Israel,
wie jeder Staat, stellen muss und die von israelischen Medien auch in
Kriegszeiten in ungewöhnlich starker Form gegenüber der eigenen
Regierung ausgeübt wird, wird durch ihre Aufnahme und Verbreitung in
Europa, verbunden mit Delegitimisierung, Demonisierung und
angewandter doppelter Moral, zum Antisemitismus unter
"antizionistischer Chiffre" und wird, zur Freude europäischer
Antisemiten, durch oben erwähnte Juden selbst ausgesprochen.

Der Intifadaterror, ausgeübt von den durch die palästinensischen
Medien verbreiteten Ideologien des "Djihad" und "Shaheed"
beinflussten und zum Terror missbrauchten Jugendlichen, führte dazu,
dass jüdische und nichtjüdische Bürger Israels in den letzten Jahren
in Israel in Autobussen, Diskotheken und bei religiösen Feiern
verbrannt und zerfetzt wurden. Davon ist kein Wort auf der Jüdischen
Filmwoche zu hören oder zu sehen.

Wir verurteilen auf das Schärfste diesen Missbrauch des Interesses
der  Allgemeinheit  an jüdischer Kultur und fordern die als

Unterstützer genannten jüdischen Organisationen zur Distanzierung,
wie auch die Förderer der öffentlichen Hand in Bund und Gemeinde Wien
zu verantwortungsbewusstem Handeln auf und distanzieren uns
entschieden von dieser Veranstaltungsreihe

ZPCL der B’nai B’rith
Mag. Raimund. Fastenbauer
Vizepräsident

OTS0247    2004-11-23/16:56

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