• 23.11.2004, 12:43:30
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Plattform "Natur zum Leben": Rasch Natura 2000-Finanzierung sicherstellen

Preineder: Grundeigentümer und Nutzungsberechtigte unbedingt einbinden

Wien (AIZ) - "Noch bevor Europaschutzgebiets-Verordnungen erlassen
und Managementpläne beschlossen werden, müssen die Bundesländer
entsprechende Finanzierungskonzepte für das Natura 2000-Netz
vorlegen. Wir wollen nämlich nicht, dass den Grundeigentümern und
Nutzungsberechtigten in Managementplänen Auflagen und Einschränkungen
für die Bewirtschaftung vorgeschrieben werden, aber keine
ausreichenden Finanzmittel zur Verfügung stehen", dies betonte heute
der Vorsitzende der Plattform "Natur zum Leben", Nationalrat Martin
Preineder.

"Die derzeit laufende Diskussion über die künftige Finanzierung
der EU und das EU-Budget macht nämlich sehr deutlich, dass die
Forderungen an die neue Europäische Kommission, die Mitfinanzierung
des Natura 2000-Netzes betreffend, wiederholt werden müssen. Solange
kein eigener EU-Topf für die Natura 2000-Finanzierung besteht, ist es
Aufgabe der Bundesländer, für eine entsprechende Finanzierung zu
sorgen. Die Bundesländer müssen daher realistische Maßnahmen bei der
Umsetzung des Natura-2000-Netzes setzen und darauf achten, dass die
Verwaltungskosten niedrig sind", verlangte Preineder.

Finanzierungsmitteilung der Europäischen Kommission

Die EU-Kommission hat im Sommer 2004 ihre lang erwartete
Finanzierungsmitteilung zu Natura 2000 beschlossen. Sie rechnet mit
EU-weiten Kosten von rund EUR 6,1 Mrd. und hat dazu eine
Kofinanzierung von rund 50% in den Raum gestellt. In derselben
Mitteilung werden für Österreich rund EUR 180 Mio. pro Jahr als
Kosten für das "Natura 2000"-Netz geschätzt. Als mögliche
Ko-Finanzierungsquellen werden die EU-Strukturfonds beziehungsweise
der EU-Fonds für die ländliche Entwicklung in dieser Mitteilung
genannt.

1,2 Mio. Betroffene

Die Mitglieder der 17 Organisationen des ländlichen Raumes
angehörenden Plattform "Natur zum Leben" sind als Grundeigentümer und
Nutzungsberechtigte von der Umsetzung des europaweiten Natura
2000-Netzes direkt betroffen und haben über Jahrzehnte umfassende
Erfahrung und Kompetenz im Naturschutz aufgebaut. Insgesamt vertreten
die Plattform-Institutionen rund 1,2 Mio. Menschen, die von der
Bewirtschaftung ländlicher Gebiete leben. Die Produktion von
Lebensmitteln oder natürlichen Rohstoffen, wie Holz, die Jagd und
Fischerei sowie die Imkerei, bilden dabei die Grundlage ihrer
Existenz.

Zügige Umsetzung des Natura 2000-Netzes

"Die Arbeiten an der Umsetzung des Natura 2000-Netzes schreiten in
den Bundesländern zügig voran. Die Einbindung der Grundeigentümer und
Nutzungsberechtigten erfolgt jedoch in sehr unterschiedlicher Weise.
Als positiv wird beispielsweise die Verankerung der Einbindung im
oberösterreichischen Naturschutzgesetz gesehen. Es muss klar gesagt
werden, dass vor allem die Qualität der
Europaschutzgebietsverordnungen und Managementpläne leidet, wenn
veraltete wissenschaftliche Grundlagen herangezogen werden und eine
mangelhafte Einbindung der Grundeigentümer und Nutzungsberechtigten
erfolgt", stellte Preineder fest.
(Schluss)

Rückfragehinweis:
AIZ - Agrarisches Informationszentrum, Pressedienst

Tel: 01/533-18-43,   mailto:[email protected]
   http://www.aiz.info
   FAX: (01) 535-04-38
OTS0162    2004-11-23/12:43

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AIZ

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