Caritas-Mitarbeiterin Sabine Wartha steht in Westdarfur für Interviews zur Verfügung

"Die Menschen im Sudan sind verzweifelt, müde und brauchen dringend weitere Hilfe"

Wien (OTS) - Eine junge Frau, deren Mann beim Überfall auf ihr
Dorf erschossen wurde und die nun mit ihrem Baby in Al Geneina, der Hauptstadt Westdarfurs nahe der Grenze zum Tschad, in einer notdürftigen Hütte von vier Quadratmetern haust: Das ist nur eines von tausenden Schicksalen in der sudanesischen Krisenregion Darfur. "Diese Frau hat einfach nur Angst, traut sich seit zehn Monaten nicht in das nahe Dorf zurück, weiß nicht einmal, ob dort überhaupt noch etwas steht. Die Menschen sind sehr verzweifelt, müde, zermürbt, von der Hoffnungslosigkeit", berichten Sabine Wartha, die Leiterin der Caritas-Katastrophenhilfe und Caritas-Mitarbeiter Johannes Schenk von ihrer Reise nach Westdarfur. "Niemand weiß, wie lange die unsichere Lage noch andauert."

Rund 2.700 Familien, insgesamt etwa 16.000 Menschen, sind allein im Camp Abu Zar in einem Schulareal in Al Geneina auf engstem Raum zusammengepfercht. Ohne ausreichende hygienische Versorgung, ohne Perspektive. Insgesamt leben in der Region in fünf Lagern an die 100.000 Vertriebene.

Für die Menschen im Lager Abu Zar baut die Caritas derzeit gemeinsam mit anderen Hilfsorganisationen und unter Mithilfe der Betroffenen ein neues Camp ("Madrassa") in unmittelbarer Nähe zur Stadt auf. Die ersten Latrinen sind bereits fertig. "Die hygienische Versorgung ist von enormer Bedeutung, um Seuchen zu verhindern", so Wartha. Die Caritas verteilt im Sudan überdies Material für Bambushütten, die die Vertriebenen selbst aufbauen und später in ihre Dörfer mitnehmen können. Um den Menschen wieder neuen Mut zu geben, sind auch Schulen für bis zu 5000 Kinder geplant. "Der Unterricht bedeutet für die Menschen ein Stück Normalität und damit die Hoffnung, dass die Zukunft wieder besser werden kann", weiß Wartha aus der Erfahrung in anderen Schulen, die mit Hilfe der Caritas in Darfur aufgebaut wurden.

Dabei sind diejenigen, die es nach Al Geneina geschafft haben, noch etwas besser dran: "Manche Männer können in der Stadt den einen oder anderen Gelegenheitsjob ergattern. Zudem gibt es zumindest minimale Strukturen. Jetzt gilt es, auch die entlegeneren Gebiete im Norden zu erreichen und auch den Hilfsbedürftigen in den Dörfern zu helfen."

Spendenkonto: "Nachbar in Not- Österreich hilft Darfur":
PSK 91 091 200, BLZ: 60 000

Sabine Wartha und Johannes Schenk stehen im Sudan bis morgen, Dienstag, den 23. November, für Interviewanfragen zur Verfügung.

Interviewkoordination:
Mag. Silke Ruprechtsberger, Caritas Österreich
Tel: 01/488 31/417 bzw. 0664/82 66 909

Rückfragen & Kontakt:

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