- 22.11.2004, 13:33:09
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Caritas-Mitarbeiterin Sabine Wartha steht in Westdarfur für Interviews zur Verfügung
"Die Menschen im Sudan sind verzweifelt, müde und brauchen dringend weitere Hilfe"
Wien (OTS) - Eine junge Frau, deren Mann beim Überfall auf ihr
Dorf erschossen wurde und die nun mit ihrem Baby in Al Geneina, der
Hauptstadt Westdarfurs nahe der Grenze zum Tschad, in einer
notdürftigen Hütte von vier Quadratmetern haust: Das ist nur eines
von tausenden Schicksalen in der sudanesischen Krisenregion Darfur.
"Diese Frau hat einfach nur Angst, traut sich seit zehn Monaten nicht
in das nahe Dorf zurück, weiß nicht einmal, ob dort überhaupt noch
etwas steht. Die Menschen sind sehr verzweifelt, müde, zermürbt, von
der Hoffnungslosigkeit", berichten Sabine Wartha, die Leiterin der
Caritas-Katastrophenhilfe und Caritas-Mitarbeiter Johannes Schenk von
ihrer Reise nach Westdarfur. "Niemand weiß, wie lange die unsichere
Lage noch andauert."
Rund 2.700 Familien, insgesamt etwa 16.000 Menschen, sind allein
im Camp Abu Zar in einem Schulareal in Al Geneina auf engstem Raum
zusammengepfercht. Ohne ausreichende hygienische Versorgung, ohne
Perspektive. Insgesamt leben in der Region in fünf Lagern an die
100.000 Vertriebene.
Für die Menschen im Lager Abu Zar baut die Caritas derzeit
gemeinsam mit anderen Hilfsorganisationen und unter Mithilfe der
Betroffenen ein neues Camp ("Madrassa") in unmittelbarer Nähe zur
Stadt auf. Die ersten Latrinen sind bereits fertig. "Die hygienische
Versorgung ist von enormer Bedeutung, um Seuchen zu verhindern", so
Wartha. Die Caritas verteilt im Sudan überdies Material für
Bambushütten, die die Vertriebenen selbst aufbauen und später in ihre
Dörfer mitnehmen können. Um den Menschen wieder neuen Mut zu geben,
sind auch Schulen für bis zu 5000 Kinder geplant. "Der Unterricht
bedeutet für die Menschen ein Stück Normalität und damit die
Hoffnung, dass die Zukunft wieder besser werden kann", weiß Wartha
aus der Erfahrung in anderen Schulen, die mit Hilfe der Caritas in
Darfur aufgebaut wurden.
Dabei sind diejenigen, die es nach Al Geneina geschafft haben,
noch etwas besser dran: "Manche Männer können in der Stadt den einen
oder anderen Gelegenheitsjob ergattern. Zudem gibt es zumindest
minimale Strukturen. Jetzt gilt es, auch die entlegeneren Gebiete im
Norden zu erreichen und auch den Hilfsbedürftigen in den Dörfern zu
helfen."
Spendenkonto: "Nachbar in Not- Österreich hilft Darfur":
PSK 91 091 200, BLZ: 60 000
Sabine Wartha und Johannes Schenk stehen im Sudan bis morgen,
Dienstag, den 23. November, für Interviewanfragen zur Verfügung.
Interviewkoordination:
Mag. Silke Ruprechtsberger, Caritas Österreich
Tel: 01/488 31/417 bzw. 0664/82 66 909
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