Wiener Präsident Kunisch zum Chef Europäischer Warenbörsen designiert

44. Europäische Warenbörse in Paris - West-Ost-Drehscheibe Wien 2005 Austragungsort

Paris/Wien (AIZ) - Die Generalversammlung der 44. Europäischen Warenbörse (18. bis 20.11.2004) wählte am vergangenen Donnerstag in Paris einstimmig den Präsidenten der Börse für landwirtschaftliche Produkte in Wien, Rudolf Kunisch, zu ihrem Vizepräsidenten. Kunisch wird damit gemäß den Statuten in zwei Jahren, im Herbst 2006, automatisch für eine zweijährige Funktionsperiode das Amt des Präsidenten der Europäischen Warenbörse antreten und dem derzeitigen Präsidenten Baudouin Delforge, Präsident der Bourse de commerce de Paris, nachfolgen. Die Europäische Warenbörse ist die 1960 gegründete Vereinigung von 47 Warenbörsen in zwölf europäischen Ländern mit Sitz in Straßburg; die 44. Generalversammlung und Europäische Börsetagung in Paris verzeichnete mit 2.500 Teilnehmern aus 30 Ländern eine Rekordbeteiligung. Im Mittelpunkt der Marktgespräche stand die Vermarktung der weltweit starken Getreideernte 2004, wobei der europäische Getreidehandel seine Forderung nach Exporterstattungen der EU für Weizenausfuhren bekräftigte, vor allem auch um die durch die Dollar-Schwäche gegenüber dem Euro ins Ungleichgewicht geratenen Wettbewerbsverhältnisse auf den Weltmärkten zu Gunsten von europäischem Weizen wieder ins Lot zu bringen.

Die in der Europäischen Warenbörse vereinigten Börsen betreiben keine Warentermingeschäfte, sondern sehen sich als Dienstleistungsunternehmen im Sinne der Markttransparenz. Ihre Bedeutung, so Kunisch gegenüber dem AIZ, liege darin, mit der Veröffentlichung von Notierungen auf Grund physischer Geschäfte, der Festlegung von Bestimmungen für den Geschäftsverkehr (Usancen), Sachverständigengutachten (Expertisen) der Börseschiedsgerichtsbarkeit für Produzenten, Handel und Verarbeiter Transparenz am Markt sowie die Einhaltung von Spielregeln zu garantieren. Die Börse sei damit eine Dienstleistungseinrichtung für die Marktbeteiligten und es gehe, so Kunisch, "auch um die Etablierung ethischer Werte wie Handschlagsqualität".

Kunisch: Kontakte zu EU-Institutionen und MOEL, einheitliche Normen und Kontrakte

Mit Kunisch wurde der Vertreter jener Börse zum künftigen Europäischen Börsepräsidenten designiert, die im kommenden Jahr Gastgeber der Europäischen Warenbörse sein wird: Vom 20. bis 22.10.2005 wird nämlich Wien Austragungsort der 45. Europäischen Warenbörse sein. Mit der einstimmigen Wahl des Präsidenten der Wiener Börse und der Austragung der nächsten Generalversammlung in Wien verbindet sich die Erwartung der europäischen Börsemitglieder darin, dass das historische mitteleuropäische Zentrum Wien als Drehscheibe zwischen Ost und West im erweiterten europäischen Markt vor allem die Kontakte zu den Börsen und Märkten in den neuen mittel- und osteuropäischen EU-Mitgliedstaaten und darüber hinaus vertieft. Kunisch bezeichnet dies auch als eine seiner Hauptaufgaben seiner Funktionsperioden in den kommenden vier Jahren. Wie er berichtete, äußerten zahlreiche Teilnehmer der Warenbörse in Paris daher auch schon starkes Interesse an der nächstjährigen Veranstaltung in Wien.

Neben diesem Arbeitsschwerpunkt will er die Kontakte und das Lobbying gegenüber den Europäischen Institutionen intensivieren und im Interesse eines gemeinsamen Marktes mit gemeinsamen Spielregeln Anstrengungen in Richtung einheitlicher europäischer Qualitätsnormen und möglichst einheitlicher europäischer Kontrakte unternehmen. (Schluss)

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