Umweltdachverband und Alpenverein: Herausforderung Alpenkonvention jetzt meistern!

- Österreich ist ab sofort Vorsitzland der Alpenkonvention - Internationalen Staatsvertrag zum Schutz der Alpen lückenlos umsetzen

Wien (OTS) - Mit der VIII. Alpenkonferenz der Umweltminister, die gestern in Garmisch-Partenkirchen stattfand, nimmt unser Land die Zügel in Sachen Alpenkonvention in die Hand. "Österreich hat ab sofort die Chance, als Vorsitzland Profil zu zeigen", so Dr. Gerhard Heilingbrunner, Präsident des Umweltdachverbandes. "Und das in einer wohl entscheidenden Phase vom Verhandeln zum Handeln, denn jetzt gilt es die maßgeblichen Weichen für die Umsetzung zu stellen", bekräftigt Mag. Peter Haßlacher, Leiter der Fachabteilung Raumplanung-Naturschutz des Oesterreichischen Alpenverein (OeAV). Auch über die Schwerpunkte der zweijährigen Vorsitzführung des Staatsvertrages zum Schutz unserer Alpen sind sich Umweltdachverband und OeAV einig.

Mut zur lückenlosen Umsetzung der Alpenkonvention

Seit Dezember 2002 sind alle Durchführungsprotokolle der Alpenkonvention in Kraft und stellen somit verbindlich geltendes Recht in Österreich dar. Klar ist damit, dass die Alpenkonvention von den österreichischen Behörden und Gerichten auf Punkt und Beistrich umzusetzen ist - was auch der Verfassungsgerichtshof in einem Beschluss am 22.09.2003 - zum Thema Neubau einer Schiabfahrt "Knorrenbahn" im Zillertal - festgestellt hat. Fest steht jedoch auch, dass diese Tatsache von sehr vielen Behörden auf Bundes- und Länderebene noch immer ignoriert wird. "Österreich liegt zu knapp zwei Drittel der Landesfläche im Anwendungsbereich der Alpenkonvention - wer, wenn nicht unser Land müsste eigentlich massives Interesse an einer gelungenen Umsetzung dieses internationalen Staatvertrages zum Schutz unserer Alpen haben?", fragt Heilingbrunner.

Absoluter Schutz der Gletscher ist Pflicht - Schluss mit weiteren Verbauungen!

Noch immer werden in Österreich unberührte Alpenregionen mit Alm-und Forststraßen erschlossen oder für neue Schigebiete und auch Gletscherschigebiete verbaut, obwohl Österreich sich mit der Alpenkonvention verpflichtet hat, auf den Bau neuer Schigebiete in unberührter Naturlandschaft der Alpen gänzlich zu verzichten. Liftbauten in Hochgebirgslandschaften und entlegenen Wildnisgebieten - wie sie etwa im Land Tirol geplant und durchgeführt werden - sind ein katastrophales Signal. "Wir fordern den absoluten Schutz der Gletscher vor weiteren Verbauungen durch Schigebiete", so Heilingbrunner und Haßlacher unisono.

Protokoll "Verkehr" darf nicht länger Stiefkind sein

Fest steht weiters, dass das so bedeutende Verkehrsprotokoll seit Jänner 2001 der Unterzeichnung und Ratifizierung durch die EU harrt. "Dieses Leitprotokoll der Alpenkonvention wurde als Herzstück dieses Alpenprojektes bezeichnet und darbt heute trotzdem unbeachtet dahin", sagt Haßlacher. OeAV und Umweltdachverband fordern daher erneut mit Nachdruck: Zum Schutz des Klimas und zum Schutz der Gesundheit der Bevölkerung der alpinen Täler müssen das Protokoll "Verkehr" umgesetzt und Konzepte für eine nachhaltige Verkehrspolitik realisiert werden.

Europaweiter Schwerpunkt zum Schutz der europäischen Berggebiete

Der Erfolg der Vorsitzführung Österreichs in den nächsten zwei Jahren wird auch daran gemessen werden, ob es Österreich gelingt, die säumigen Vertragsparteien Italien, Frankreich, Schweiz, Monaco und die EU zu überzeugen, endlich alle Durchführungsprotokolle zu ratifizieren. "Umweltminister Sepp Pröll, der in der 1. Jahreshälfte 2006 auch den Vorsitz aller europäischen Umweltminister innehat, könnte hier eine regelrechte Meisterleistung schaffen", so Heilingbrunner. Umweltdachverband und Alpenverein fordern daher, dass Österreich bei der EU-Umweltvorsitzführung 2006 einen europaweiten Schwerpunkt zum Schutz der europäischen Berggebiete startet. "Wenn es um den Schutz der ökologisch äußerst sensiblen Bergökosyteme - wie Alpen, Pyrenäen, Karpaten, Apennin - geht, könnte Pröll viele Verbündete gewinnen und eine Vorreiterrolle einnehmen", so Haßlacher und Heilingbrunner abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Gerhard Heilingbrunner, Präsident Umweltdachverband (UWD)
Tel.: 0664/381 84 62

Mag. Peter Haßlacher, Oesterreichischer Alpenverein (OeAV)
Tel.: 0676/84 44 53327

Dr. Sylvia Steinbauer, Öffentlichkeitsarbeit UWD
Tel.: 01/40 113-21
E-mail: sylvia.steinbauer@umweltdachverband.at
http://www.umweltdachverband.at

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