• 17.11.2004, 08:49:14
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Umweltdachverband und Alpenverein: Herausforderung Alpenkonvention jetzt meistern!

- Österreich ist ab sofort Vorsitzland der Alpenkonvention - Internationalen Staatsvertrag zum Schutz der Alpen lückenlos umsetzen

Wien (OTS) - Mit der VIII. Alpenkonferenz der Umweltminister, die
gestern in Garmisch-Partenkirchen stattfand, nimmt unser Land die
Zügel in Sachen Alpenkonvention in die Hand. "Österreich hat ab
sofort die Chance, als Vorsitzland Profil zu zeigen", so Dr. Gerhard
Heilingbrunner, Präsident des Umweltdachverbandes. "Und das in einer
wohl entscheidenden Phase vom Verhandeln zum Handeln, denn jetzt gilt
es die maßgeblichen Weichen für die Umsetzung zu stellen", bekräftigt
Mag. Peter Haßlacher, Leiter der Fachabteilung
Raumplanung-Naturschutz des Oesterreichischen Alpenverein (OeAV).
Auch über die Schwerpunkte der zweijährigen Vorsitzführung des
Staatsvertrages zum Schutz unserer Alpen sind sich Umweltdachverband
und OeAV einig.

Mut zur lückenlosen Umsetzung der Alpenkonvention

Seit Dezember 2002 sind alle Durchführungsprotokolle der
Alpenkonvention in Kraft und stellen somit verbindlich geltendes
Recht in Österreich dar. Klar ist damit, dass die Alpenkonvention von
den österreichischen Behörden und Gerichten auf Punkt und Beistrich
umzusetzen ist - was auch der Verfassungsgerichtshof in einem
Beschluss am 22.09.2003 - zum Thema Neubau einer Schiabfahrt
"Knorrenbahn" im Zillertal - festgestellt hat. Fest steht jedoch
auch, dass diese Tatsache von sehr vielen Behörden auf Bundes- und
Länderebene noch immer ignoriert wird. "Österreich liegt zu knapp
zwei Drittel der Landesfläche im Anwendungsbereich der
Alpenkonvention - wer, wenn nicht unser Land müsste eigentlich
massives Interesse an einer gelungenen Umsetzung dieses
internationalen Staatvertrages zum Schutz unserer Alpen haben?",
fragt Heilingbrunner.

Absoluter Schutz der Gletscher ist Pflicht - Schluss mit weiteren
Verbauungen!

Noch immer werden in Österreich unberührte Alpenregionen mit Alm-
und Forststraßen erschlossen oder für neue Schigebiete und auch
Gletscherschigebiete verbaut, obwohl Österreich sich mit der
Alpenkonvention verpflichtet hat, auf den Bau neuer Schigebiete in
unberührter Naturlandschaft der Alpen gänzlich zu verzichten.
Liftbauten in Hochgebirgslandschaften und entlegenen Wildnisgebieten
- wie sie etwa im Land Tirol geplant und durchgeführt werden - sind
ein katastrophales Signal. "Wir fordern den absoluten Schutz der
Gletscher vor weiteren Verbauungen durch Schigebiete", so
Heilingbrunner und Haßlacher unisono.

Protokoll "Verkehr" darf nicht länger Stiefkind sein

Fest steht weiters, dass das so bedeutende Verkehrsprotokoll seit
Jänner 2001 der Unterzeichnung und Ratifizierung durch die EU harrt.
"Dieses Leitprotokoll der Alpenkonvention wurde als Herzstück dieses
Alpenprojektes bezeichnet und darbt heute trotzdem unbeachtet dahin",
sagt Haßlacher. OeAV und Umweltdachverband fordern daher erneut mit
Nachdruck: Zum Schutz des Klimas und zum Schutz der Gesundheit der
Bevölkerung der alpinen Täler müssen das Protokoll "Verkehr"
umgesetzt und Konzepte für eine nachhaltige Verkehrspolitik
realisiert werden.

Europaweiter Schwerpunkt zum Schutz der europäischen Berggebiete

Der Erfolg der Vorsitzführung Österreichs in den nächsten zwei
Jahren wird auch daran gemessen werden, ob es Österreich gelingt, die
säumigen Vertragsparteien Italien, Frankreich, Schweiz, Monaco und
die EU zu überzeugen, endlich alle Durchführungsprotokolle zu
ratifizieren. "Umweltminister Sepp Pröll, der in der 1. Jahreshälfte
2006 auch den Vorsitz aller europäischen Umweltminister innehat,
könnte hier eine regelrechte Meisterleistung schaffen", so
Heilingbrunner. Umweltdachverband und Alpenverein fordern daher, dass
Österreich bei der EU-Umweltvorsitzführung 2006 einen europaweiten
Schwerpunkt zum Schutz der europäischen Berggebiete startet. "Wenn es
um den Schutz der ökologisch äußerst sensiblen Bergökosyteme - wie
Alpen, Pyrenäen, Karpaten, Apennin - geht, könnte Pröll viele
Verbündete gewinnen und eine Vorreiterrolle einnehmen", so Haßlacher
und Heilingbrunner abschließend.

OTS0019    2004-11-17/08:49

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