- 14.10.2004, 09:49:53
- /
- OTS0044 OTW0044
Weiterbildung als Schlüsselelement der Wettbewerbsfähigkeit - ANHANG
Wien (OTS) - Die heimischen kleinen und mittleren Unternehmen
(KMU) messen dem Thema "Weiterbildung" eine eher große Bedeutung für
die Wettbewerbsfähigkeit bei, wie eine aktuelle Studie der KMU
FORSCHUNG AUSTRIA zeigt. Zwei Drittel der Betriebe in der
Sachgüterproduktion sind davon überzeugt, dass Aktivitäten zur
Weiterentwicklung und Verbesserung des Wissens und der Fähigkeiten
der Mitarbeiter/innen ein Schlüsselelement für den Erfolg des
Unternehmens darstellen. Im internationalen Vergleich zeigt sich
jedoch, dass die österreichischen Unternehmerinnen und Unternehmer
der Kompetenzentwicklung etwas weniger Bedeutung zumessen als die
Betriebe anderer Länder. In einem Vergleich von fünf europäischen
Ländern liegt Österreich an vierter Stelle.
Grafik zu der Bedeutung von Weiterbildungsaktivitäten für die
Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens (von 0=unbedeutend bis 10=sehr
bedeutend), nach Ländern (Quelle: CODE Leonardo Projekt/ENSR) - siehe
ANHANG
39 % der österreichischen KMU in der Sachgüterproduktion
verzeichnen derzeit einen Fachkräftemangel, womit die Alpenrepublik
etwas unter dem Durchschnitt der betrachteten europäischen Staaten
liegt (42 %). Generell zeigt sich, dass in kleineren Betrieben
häufiger ein Mangel an qualifiziertem Personal auftritt als in
größeren. Mehr als die Hälfte der österreichischen
Sachgüterproduzenten plant, in nächster Zeit Maßnahmen zum
Kompetenzaufbau zu setzen. Das bedeutet, das auch Unternehmerinnen
und Unternehmer, die derzeit von keinem Fachkräftemangel betroffen
sind, die Fähigkeiten ihres Personals erweitern möchten, was auf eine
durchaus strategische Sichtweise der Betriebe schließen lässt. Die
Notwendigkeit, zusätzliches Wissen zu akquirieren, bezieht sich
insbesondere auf die Bereiche Marketing, persönliche Fähigkeiten
(Kommunikation, Teamwork etc.) und Technik/Produktion.
Grafik zum Anteil der Unternehmen mit Fachkräftemangel bzw.
geplanten Maßnahmen zum Kompetenzaufbau in Prozent, nach Ländern
(Quelle: CODE Leonardo Projekt/ENSR-Netzwerk) - siehe ANHANG
Mehr als drei Viertel der österreichischen KMU in der
Sachgüterproduktion informieren ihr Personal regelmäßig über aktuelle
Änderungen und Entwicklungen im Zusammenhang mit deren Arbeit. Etwa
40 % der Betriebe verfügen über formalisierte und standardisierte
Prozesse für die Personalauswahl, und etwa 30 % haben formale
Instrumente zur Abschätzung des Weiterbildungsbedarfs der
Mitarbeiter/innen eingeführt. In mehr als 80 % der österreichischen
Unternehmen gibt es eine bestimmte Person oder Personengruppe, die
dafür verantwortlich ist, die derzeitigen und künftigen
Kompetenzlücken im Betrieb zu identifizieren. Damit nimmt Österreich
die Spitzenposition im internationalen Vergleich ein: Im europäischen
Durchschnitt verfügen "lediglich" 49 % der Betriebe über solch eine
Position.
On-the-Job-Training zur Kompetenzentwicklung
Fast 60 % der Betriebe erachten formelle und informelle Methoden
zur Mitarbeiter/ innenfortbildung als gleichermaßen nützlich, etwa
ein Drittel präferiert informelle Methoden und lediglich 3 % finden,
dass formelle Maßnahmen besser dazu geeignet sind, das Wissen ihres
Personals auszubauen. Dementsprechend wird On-the-Job-Training sowohl
in Österreich als auch im europäischen Durchschnitt als wichtigste
Kompetenzentwicklungsmaßnahme identifiziert. Als bedeutendste Quellen
für externe Kompetenzentwicklung gelten Kunden und Lieferanten,
weshalb auch dem Besuch von Ausstellungen/Fachmessen eine hohe
Bedeutung zukommt.
Hinsichtlich der Berufsgruppen, die vorwiegend an
Personalentwicklungsmaßnahmen teilnehmen, werden insbesondere
Direktor/innen, Manager/innen und Techniker/innen angeführt. Im
Vergleich zu den anderen europäischen Ländern kommen die
entsprechenden Aktivitäten in Österreich jedoch auch in einem
überdurchschnittlichen Ausmaß den Arbeiter/innen und dem
administrativen Personal zu Gute.
Zeitmangel und Kostenfaktor als Hindernis bei betrieblicher
Weiterbildung
Sowohl in Österreich als auch in den anderen analysierten
EU-Staaten stellen die Auslastung des Personals im Tagesgeschäft, die
hohen Kosten der Weiterbildung sowie die mangelnde Motivation der
Mitarbeiter/innen die wichtigsten Gründe für KMU dar, auf
Kompetenzentwicklungsmaßnahmen zu verzichten. In Österreich wird
überdies häufiger als im EU-Durchschnitt befürchtet, dass
ausgebildetes Personal von der Konkurrenz abgeworben werden könnte.
Fast ein Viertel der Betriebe führt unter anderem deshalb keine
Weiterbildungsmaßnahmen durch. Die mangelnde Unterstützung durch die
öffentliche Hand wird hingegen seltener als Grund angeführt als in
den anderen Staaten.
Grafik zu Barrieren für die Kompetenzentwicklung in KMU, Anteil
der Unternehmen in Prozent, nach Ländern (Mehrfachnennungen möglich,
Quelle: CODE Leonardo Projekt/ENSR) - siehe ANHANG
Methodische Hinweise
Die vorliegenden Daten wurden im Rahmen der durch das Leonardo Da
Vinci-Programm der Europäischen Kommission geförderten Studie
"Competence Development in SMEs" (CODE) erhoben. Im Zeitraum März und
April 2004 wurden dabei jeweils rd. 150 kleine und mittlere
Unternehmen der Sachgüterproduktion in Österreich, Finnland,
Frankreich, den Niederlanden und Spanien anhand eines
standardisierten Fragebogens zu deren Einstellung gegenüber
Kompetenzentwicklung, den eingesetzten Methoden und den Barrieren für
Kompetenzentwicklungsmaßnahmen befragt. Die Befragung der
österreichischen Unternehmen bzw. die Auswertung der österreichischen
Ergebnisse erfolgte durch die KMU FORSCHUNG AUSTRIA.
Anhänge zu dieser Meldung finden Sie als Verknüpfung im
AOM/Original Text Service sowie beim Aufruf der Meldung im Volltext
auf http://www.ots.at
OTS0044 2004-10-14/09:49
OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KMU






