ARBÖ: Nebelpunkte gehören dringend aufgefrischt - BILD/GRAFIK

ARBÖ Stichprobe zeigt, dass manche Nebelpunkte auch bei guter Sicht nicht sichtbar sind

Wien (OTS) - Eigentlich sollten die "Nebelpunkte" den Autofahrern
in der Nebelsuppe helfen, die richtige Fahrgeschwindigkeit zu wählen. Doch die weißen Halbkreise, die in nebelverdächtigen Zonen rechts neben dem ersten Fahrbahnstreifen aufgemalt sind, sind oft auch bei hervorragender Sicht nicht sichtbar, mussten die ARBÖ-Verkehrsexperten bei einer Stichprobe auf den heimischen Autobahnen feststellen. Besonders arg ist die Situation auf der A2, Südautobahn, zwischen Wöllersdorf und Wiener Neustadt, wo die Punkte kaum zu sehen sind.

"Das schöne Herbstwetter sollte dringend dazu genutzt werden, alle Nebelpunkte systematisch zu kontrollieren und - bei Bedarf - mit neuer Farbe aufzufrischen", legt Wilhlem Patzold, Leiter des ARBÖ-Informationsdienstes der zuständigen ASFINAG dringend nahe. Schon jetzt beginnt - besonders in den frühen Morgenstunden - die Nebelzeit, die üblicherweise im November den Höhepunkt erreicht. Auf Autobahnen bildet sich Nebel häufig in den 18 Zonen, die in der ARBÖ-Grafik aufscheinen. Das gefährliche Phänomen beschränkt sich naturgemäß aber nicht auf Autobahnen, auch auf allen anderen Straßen ist höchste Vorsicht geboten.

Nach der Nebelkatastrophe vor zwei Jahren wurde auf der A 1, Westautobahn, im oberösterreichischen Seengebiet im Bereich Seewalchen eine vollautomatische Nebelwarn- Pilotanlage installiert. Aus Kostengründen hat man sich für das Nebelpunkte-System entschlossen, das nach einem einfachen Prinzip funktioniert: Solange die Autofahrer alle drei hintereinander (im Abstand von jeweils 33 Meter) aufgemalten Halbkreise sehen können, darf Tempo 130 km/h gefahren werden. Wer nur mehr zwei Halbkreise erkennen kann, muss auf 60 km/h drosseln und wer nur mehr einen einzigen Punkt sehen kann, darf nicht schneller als 40 km/h fahren.

Fataler Sogeffekt

Nebel lässt nicht nur die Sichtweite schrumpfen, auch das Einschätzen von Entfernungen wird zum Problem. Der ARBÖ warnt davor, sich in der Nebelsuppe an den vorderen Wagen anzuhängen. "Es kommt sonst oft zu einem fatalen Sogeffekt", erklärt Willhelm Patzold. "Der Lenker des hinteren Fahrzeugs klammert sich an die Lichter des vorderen Wagens, um im Nebel nicht ohne Orientierung zu sein. Der vordere Fahrer fühlt sich dadurch bedrängt und fährt schneller als er eigentlich will. Der hintere Wagen beschleunigt, um den Vordermann nicht zu verlieren. Im Endeffekt fahren beide schneller, als sie wollen und ihnen bewusst ist."

Zu hohe Geschwindigkeit auf Nebelfahrbahnen ist umso gefährlicher, weil sich der Bremsweg auf nasser Fahrbahn um 40 Prozent verlängert:
bei trockener Straße kommt ein Pkw mit Tempo 100 durchschnittlich nach 55 Metern zum Stehen. Bei Nässe hingegen sind es 77 Meter.

Richtiges Verhalten im Nebel:

  • Abblendlicht einschalten
  • Nebelscheinwerfer und Schlussleuchten einschalten (mit Ausnahme bei Kolonnenverkehr)
  • Möglichst weit rechts fahren
  • Geschwindigkeit reduzieren und unbedingt der Sichtweite anpassen
  • Schon vor einer Nebelbank bremsen
  • Abstand halten - mindestens drei Sekunden bis zum Vordermann
  • Rechtzeitig Scheibenwischer einschalten
  • Besondere Vorsicht bei Baustellen! Markierungen und Verkehrsführungen können bei Nebel schlecht erkennbar werden!

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