• 22.09.2004, 09:56:15
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Umweltdachverband: Ring frei für Kostenwahrheit!

Wien (OTS) - Heute ist Radeln am Ring angesagt! Denn anlässlich
des 5. Autofreien Tages steht eine der wichtigsten Verkehrsadern in
der Wiener Innenstadt vier Stunden lang im Zeichen von Genuss und
Mobilität fernab von Autoabgasen und Straßenlärm. "Im Jahr des
Klimaschutzes 2004 ist dies eine besonders wichtige Initiative, die
auch die Verkehrszukunft Österreichs nachhaltig in den Blickpunkt
rücken sollte", sagt Mag. Franz Maier, Geschäftsführer des
Umweltdachverbandes - derzeit selbst als Pedalritter am Ring
unterwegs. Denn der Anstieg der Verkehrsemissionen in Österreich -
60% seit 1990 - ist besorgniserregend und für Menschen und Umwelt
folgenschwer. Ihr Anteil am Klimawandel ist damit auf ein Viertel
angewachsen - eine Trendwende ist nicht abzusehen. Was nicht
verwundert, ist doch die Zahl der gefahrenen PKW-Kilometer in den
letzten 15 Jahren um 68% angestiegen, jene der LKW-Kilometer sogar um
satte 125%! "Die Alarmglocken läuten! Rasches Handeln aller politisch
Verantwortlichen ist das Gebot der Stunde. Wir rufen jedoch auch
jede/n Einzelne/n dazu auf, so klima:mobil wie möglich unterwegs zu
sein", sagt Maier.

Verursacherprinzip muss auch im Verkehrsbereich gelten

"Im heimischen Verkehrsgeschehen sind Nachhaltigkeit,
Kostenwahrheit und -gerechtigkeit gefragt. Es müssen endlich
geeignete Maßnahmen getroffen werden, um jene externen Kosten, die
der private Verkehr verursacht auch adäquat mit den Verursachern
abzurechnen. Konkret geht es dabei um Umwelt-, Gesundheits-, und
Klimaschäden", so Maier. Betroffen von den Folgeschäden des Verkehrs
sind alle - am meisten jedoch die Kinder, die besonders unter dem
Klimakiller Nummer 1 leiden! Eine Studie schätzt, dass in Österreich
durch verkehrsbedingte Luftschadstoffe jährlich etwa 15.000
Asthmaanfälle bei Kindern unter 15 Jahren auftreten sowie 21.000
Episoden von Bronchitis. Weiters stellte die WHO fest, dass jährlich
2.400 Menschen in Österreich infolge der Abgasbelastung aus Verkehr
sterben. "Wie dramatisch muss die Situation also noch werden, um ein
Umdenken einzuläuten?", fragt Maier. Die durch den Verkehr
verursachten Umwelt- und Gesundheitskosten steigen rapide - im Jahr
2000 lagen sie bei knapp 4,5 Milliarden Euro. Jede/r Österreicher/in
muss damit Schäden - auch an der eigenen Gesundheit - im Ausmaß von
jährlich rund 550 Euro pro Person mittragen. Kosten, die durch
Unfälle, Staus oder für Investitionen in Infrastruktur und
Verkehrssicherheit entstehen, sind bei dieser Summe aber noch gar
nicht berücksichtigt. Die Einführung einer flächendeckenden
schadstoff- und fahrleistungsabhängigen PKW-Maut ist daher
unumgänglich und vielleicht auch der einzige Weg, um den Menschen den
Wert genauso wie die Kosten von Umwelt und Gesundheit bewusst zu
machen und damit zu einem vernünftigeren und sparsameren Umgang mit
dem eigenen PKW zu motivieren.

Das Motto lautet daher: Faire und effiziente Preise für alle
Verkehrsträger nach dem Verursacherprinzip! "Eine weitere
Subventionierung des Straßenverkehrs in Österreich durch die
Allgemeinheit ist kein Zukunftsmodell", so Maier abschließend.

OTS0056    2004-09-22/09:56

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OGN

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