- 14.09.2004, 12:09:46
- /
- OTS0126 OTW0126
Damianisch: Gedämpfte Erwartungen an Industriekonjunktur
Trotz Produktionsplus keine steigende Erträge und Gewinne

Wien (OTS) - Mit einer eher "nüchternen" Betrachtung der
Industriekonjunktur meldete sich heute, Dienstag, der Geschäftsführer
der Bundessparte Industrie der Wirtschaftskammer Österreich, Wolfgang
Damianisch, zu Wort. Das von Statistik Austria ausgewiesene
Produktionswachstum der Industrie von 6 % in den ersten fünf Monaten
2004 im Vorjahresvergleich wird von einer Reihe von Faktoren gedämpft
und ist nominell. "Unter Einbeziehung der aktuellen Inflation von 2,1
% (Juli 2004) und den massiven Preissteigerungen von Vormaterial,
insbesondere bei Stahl und Edelmetallen, ist eine steigende
Produktion kein Garant für steigende Erträge und Gewinne", so
Damianisch.
Konkret zeigt sich im 2. Quartal 2004 für die heimische Industrie
eine Fortsetzung des Produktionswachstums in Höhe des Vorquartals.
Mit belebenden Auswirkungen auf die Industriebeschäftigten rechnet
Damianisch aber noch nicht. Nach einem Abbau der Beschäftigten im 1.
Quartal 2004 wird auch im 2. Quartal ein Minus von 0,8 bis 1 %
erwartet.
Die konjunkturelle Entwicklung in den 21 Industriefachverbänden
ist dabei sehr unterschiedlich: Während 7 Fachverbände - Bergbau &
Stahl, Holz, Lederverarbeitung, NE-Metall, Maschinen- und Stahlbau,
Fahrzeuge sowie Metallwaren - ihren Produktionswert im Vergleich zur
entsprechenden Vorjahresperiode überdurchschnittlich steigern
konnten, lag der Produktionswert der restlichen Fachverbände unter
dem Industriedurchschnitt. Die Fachverbände Chemie, Bauindustrie,
Nahrungs- und Genussmittel sowie Elektro- und Elektronikindustrie
wiesen im Betrachtungszeitraum Produktionsrückgänge auf.
Die jeweils für das kommende Quartal im Voraus eingeschätzten
Entwicklungen der Industriefachverbände betreffend die Merkmale
"Produktion" sowie "Auftragseingänge" zeigen durchaus Optimismus:
Bei der Produktion zeigt der Saldo 9 der Fachverbandseinschätzungen
"steigend" minus "fallend" eine weitere Fortsetzung des im 4. Quartal
2003 eingesetzten Aufwärtstrends und auch bei den Auftragseingängen
macht sich mit dem Saldo 10 seit dem 2. Quartal 2003 eine von Quartal
zu Quartal jeweils ansteigende Tendenz bemerkbar. Bei der
Einschätzung der zu erwartenden Beschäftigtenanzahl überwiegt bei den
Branchen ein "Halten" des Letztstands.
Zur aktuellen Diskussion in der Umwelt- und Energiepolitik betonte
Damianisch, dass hier mit "Augenmaß und Vorsicht" vorzugehen sei.
Überzogene CO2-Reduktionsziele seien kontraproduktiv, schädigten die
industrielle Standortpolitik und gefährdeten Arbeitsplätze. Das selbe
gelte für den Lösungsansatz im Ökostrombereich. "Die Industrie tritt
dafür ein, den Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtmix zu erhöhen.
Allerdings muss dies nach eindeutigen Effizienzkriterien geschehen",
betonte der IndustrieGeschäftsführer. Es dürfe nicht so sein, dass
die Erzeugung nachhaltiger Energie zu jeglichen Kosten erfolgen kann.
Abnahmezwang und garantierte Netzpreise hätten zur Folge, dass
Haushalte und Industrie die Zechen zahlen.
Zur Gewährleistung einer ökonomisch sinnvollen Ökostromförderung
fordert die Industrie weiters eine wirksame Gesamtbudgetbegrenzung,
die Senkung und degressive Gestaltung der Einspeistarife, einen
betrieblichen Kostendeckel der Belastungen für energieintensive
Industrie und vor allem auch eine Beteiligung der Länder an der
Aufbringung der fehlenden Mittel. Durch die Novelle muss auch die
Ungleichbehandlung und rechtswidrige Diskriminierung der
industriellen Eigenanlagen beseitigt werden, hält Damianisch
abschließend fest. (us)
Bild(er) zu dieser Meldung finden Sie im AOM/Original Bild Service,
sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at
OTS0126 2004-09-14/12:09
OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK







