- 04.11.2026, 14:23:49
- /
- OTM0046
WWF schlägt Alarm: EU-Kommission setzt Natur- und Artenschutz aufs Spiel
WWF schlägt Alarm: EU-Kommission setzt Natur- und Artenschutz aufs Spiel EU-Kommission kündigt Überprüfung zentraler Naturschutz-Richtlinien für 2027 an - WWF warnt vor leichteren Abschüssen und mehr Eingriffen in Schutzgebiete – „Wild sein ist kein Verbrechen“
Wien/Brüssel, am 4. November 2026 - Als „gefährliches Risiko für den Natur- und Artenschutz“ bewertet der WWF die heute von der EU-Kommission angekündigte mögliche Überprüfung der Fauna-Flora-Habitat-(FFH)-Richtlinie und der Vogelschutz-Richtlinie. Bei einer Aufweichung drohen leichtere Abschüsse geschützter Wildtiere und mehr Eingriffe in Schutzgebiete. „Eine Neuverhandlung droht zum Einfallstor für schwächere Schutzstandards zu werden. Unsere Lebensgrundlagen aufs Spiel zu setzen, ist fahrlässig“, sagt WWF-Experte Christian Pichler. Der WWF fordert die Bundesregierung auf, gemeinsam mit anderen Mitgliedstaaten eine Abschwächung zu verhindern.
Die beiden Richtlinien bilden das Fundament des europäischen Naturschutzes und des Schutzgebietsnetzwerks Natura 2000. Sie schützen wertvolle Wälder, Moore und Flusslandschaften sowie zahlreiche Arten, vom Fischotter über Fledermäuse bis zu Greifvögeln und Amphibien. Ihre Bestimmungen setzen Eingriffen in Lebensräume und der Tötung geschützter Tiere rechtliche Grenzen. „Mit diesen Richtlinien schützen wir auch unsere eigenen Lebensgrundlagen. Intakte Ökosysteme sichern sauberes Wasser, erhalten gesunde Böden und helfen, Hochwasser abzufedern“, betont Pichler.
Wie eng Arten- und Lebensraumschutz zusammenhängen, zeigt der streng geschützte Biber: der fleißige Baumeister schafft wertvolle Feuchtgebiete, von denen zahlreiche andere Arten profitieren. „Wild sein ist kein Verbrechen. Tiere wie der Biber gehören zu unseren Flüssen und brauchen wirksamen Schutz statt noch mehr Tötungen“, sagt Pichler.
WWF: Naturschutz umsetzen statt neue Schlupflöcher riskieren
Der WWF fordert, die bestehenden Richtlinien konsequent umzusetzen, ausreichend zu finanzieren und geschädigte Lebensräume wiederherzustellen. Dafür sprechen auch erste Ergebnisse des laufenden „Stresstests“ der EU-Kommission. „Die Kommission muss die Lücken im Vollzug schließen, statt neue Schlupflöcher zu riskieren. Europas Natur braucht wirksame Regeln und die Mittel, sie umzusetzen“, fordert Pichler.
Rückfragen & Kontakt
WWF Österreich
Alexa Lutteri, MA, BSc.
Telefon: +43 676 834 88 240
E-Mail: [email protected]
MEDIACONTACT-MAILING UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NEF






