• 29.10.2026, 10:13:10
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Weltnaturkonferenz: WWF fordert Kurskorrektur bei Milliarden-Subventionen

Weltnaturkonferenz: WWF fordert Kurskorrektur bei Milliarden-Subventionen

UNO-Konferenz vor Abschluss – Reform umweltschädlicher Subventionen stark umkämpft - Naturschutzorganisation fordert verbindlichen Finanzierungsplan

Wien/Jerewan, am 29. Oktober 2026 - Vor dem Finale der UNO-Artenschutzkonferenz in Jerewan warnt die Naturschutzorganisation WWF vor Rückschritten beim Abbau umweltschädlicher Subventionen. Laut WWF-Informationen aus Verhandlerkreisen droht derzeit sogar eine Aufweichung bereits vereinbarter Verpflichtungen. Zugleich fehle trotz neuer Finanzierungszusagen ein glaubwürdiger Plan, wie die Staaten ihre Verpflichtungen aus dem Weltnaturabkommen erfüllen wollen. „Die Regierungen müssen jetzt eine deutliche Kurskorrektur einleiten. Eine Einigung auf den kleinsten gemeinsamen Nenner wäre völlig unzureichend“, sagt WWF-Experte Georg Scattolin. Auch Österreich und die EU müssten sich in den Schlussverhandlungen für ambitionierte Ergebnisse einsetzen.

30-mal mehr Geld für Naturzerstörung

Laut einem Bericht des UN-Umweltprogramms UNEP fließen weltweit für jeden Dollar, der in naturbasierte Schutzmaßnahmen investiert wird, rund 30 Dollar in naturschädigende Aktivitäten. Im Jahr 2023 summierten sich diese Finanzströme auf rund 7,3 Billionen US-Dollar. Davon entfielen 2,4 Billionen Dollar auf umweltschädliche staatliche Subventionen, etwa für fossile Energien und die Landwirtschaft. „Die Staaten müssen diese Fehlanreize endlich beseitigen. Durch den Abbau schädlicher Subventionen könnten Milliarden für den Schutz der Natur frei werden“, sagt WWF-Experte Georg Scattolin.

Für die Schlussverhandlungen fordert der WWF, am vereinbarten Ziel festzuhalten, umweltschädliche Subventionen bis 2030 um mindestens 500 Milliarden US-Dollar jährlich zu reduzieren. Zudem benötige es einen verbindlichen Fahrplan zur Erfüllung der internationalen Finanzierungsziele. Die bisherigen Finanzierungszusagen seien ein wichtiges Signal, könnten einen glaubwürdigen Umsetzungsplan aber nicht ersetzen. Auch die Rechte indigener Völker und lokaler Gemeinschaften müssten gestärkt und ihr Zugang zu Naturschutzmitteln verbessert werden.

Österreich bei Naturschutz-Zielen säumig

Vier Jahre vor Ablauf der globalen Naturschutzziele steht die Staatengemeinschaft unter erheblichem Zeitdruck. Bis 2030 sollen unter anderem mindestens 30 Prozent der Land- und Meeresflächen geschützt, geschädigte Ökosysteme wiederhergestellt und umweltschädliche Subventionen deutlich reduziert werden. Die bisherigen Maßnahmen reichen dafür bei Weitem nicht aus. Auch Österreich hat erheblichen Aufholbedarf. „Viele Schutzgebiete in Österreich sind auf dem Papier besser geschützt als in der Realität. Zugleich bleibt die nationale Biodiversitätsstrategie ein zahnloser Tiger: Es fehlen ein zeitgemäßer Aktionsplan, ausreichende Finanzmittel und messbare Indikatoren“, kritisiert Scattolin.

Rund 29 Prozent der Landesfläche Österreichs stehen laut offiziellen Zahlen unter Schutz. Streng geschützt sind jedoch nur rund drei Prozent, etwa in Nationalparks und Wildnisgebieten. Rund 15 Prozent entfallen auf Europaschutzgebiete. Die übrigen eingerechneten Flächen sind im Wesentlichen gering geschützt oder dienen vor allem dem Erhalt des Landschaftsbilds. 

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WWF Österreich
Alexa Lutteri, MA, BSc.
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