• 22.10.2026, 05:01:01
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Waldbrände auf Borneo: WWF fordert Soforthilfe für Orang-Utans

Waldbrände auf Borneo: WWF fordert Soforthilfe für Orang-Utans Feuer und Rauch bedrohen Menschenaffen – Zerstörte Wälder verschärfen Nahrungsmangel – Regierungen sollen bei Weltnaturkonferenz Mittel für Rettung und Waldschutz zusagen

Wien/Jakarta, am 22. Oktober 2026 - Die Naturschutzorganisation WWF fordert internationale Soforthilfe zur Rettung der vom Aussterben bedrohten Orang-Utans aus den Brandgebieten auf Borneo. Bei der laufenden Weltnaturkonferenz in Jerewan sollen die Regierungen finanzielle Unterstützung für Rettungseinsätze und den Schutz der verbliebenen Wälder zusagen. „Die Brände treffen die wichtigsten Lebensräume der Borneo-Orang-Utans. Daher zählt jetzt jeder Tag. Internationale Hilfe muss die Rettungsteams erreichen, bevor noch mehr Tiere ihre Heimat verlieren“, sagt WWF-Artenschutzexperte Georg Scattolin.

Neben Verbrennungen und akuter Erstickungsgefahr drohen den Menschenaffen langfristige Atemwegsschäden und Nahrungsmangel: „Abgebrannte Bäume tragen lange keine Blätter, Blüten oder Früchte mehr, auf die Orang-Utans als Futterquellen angewiesen sind. Selbst Tiere, die den Flammen entkommen, kämpfen dann ums Überleben”, sagt Scattolin. Rettungsteams evakuieren deshalb auch Orang-Utans ohne sichtbare Verletzungen, deren Lebensräume durch die Brände unbewohnbar geworden sind.

Die geforderte Soforthilfe soll die Brandbekämpfung, die Rettung und medizinische Versorgung betroffener Tiere sowie ihre Unterbringung unterstützen. Darüber hinaus fordert der WWF langfristige Investitionen in den Schutz der Regenwälder sowie verbindliche Regeln und stärkere Kontrollen gegen Abholzung und Brandrodung: „Die verbliebenen Rückzugsorte der Orang-Utans müssen erhalten bleiben. Abgebrannte Waldflächen müssen als artenreiche Lebensräume wiederhergestellt und vor der Umwandlung in Plantagen geschützt werden“, fordert Scattolin.

Mit dem Weltnaturabkommen haben sich die Staaten 2022 verpflichtet, den Verlust der biologischen Vielfalt bis 2030 zu stoppen und unter anderem mindestens 30 Prozent der Land- und Meeresflächen wirksam zu schützen. Bisher bestehen jedoch wesentliche Lücken bei der Umsetzung.

Viele Feuer menschengemacht – Klimakrise und El Niño als Brandbeschleuniger

Zahlreiche Waldbrände in Indonesien sind menschengemacht, Feuer wird häufig gezielt eingesetzt, um neue Anbauflächen zu gewinnen. „Die Klimakrise und das Klimaphänomen El Niño wirken zusätzlich wie ein Brandbeschleuniger. Trockenheit und Hitze begünstigen die Ausbreitung der Feuer”, sagt Georg Scattolin vom WWF.  

Laut Prognosen der indonesischen Regierung könnten die Brände in Indonesien noch bis November andauern. Erst dann wird mit dem Einsetzen der lang ersehnten Regenzeit gerechnet. Neben den Orang-Utans sind zahlreiche weitere Tierarten von den Feuern betroffen, darunter seltene Gibbon-Arten, Nasenaffen und Schuppentiere. 

Waldmenschen ohne Wald

Orang-Utans verbringen einen Großteil ihres Lebens in den hohen Bäumen des tropischen Regenwalds. Ihr Name bedeutet übersetzt „Waldmensch”. Sie sind auf hohe Bäume als Lebensraum angewiesen, ihr Nahrungsspektrum umfasst über 200 Pflanzenarten. Aufgrund ihrer Ähnlichkeit zum Menschen werden Orang-Utans immer noch illegal als Haustiere oder Touristenattraktionen gehalten. Dafür werden Muttertiere gezielt getötet, um ihnen die Jungtiere abzunehmen. Laut der Roten Liste der IUCN gelten alle drei Arten der Orang-Utans als „vom Aussterben bedroht”.

WWF-Einsatz vor Ort

Der WWF setzt sich gemeinsam mit Verbündeten und der indonesischen Regierung vor Ort gegen Wilderei und für den Erhalt der Orang-Utan-Lebensräume ein. Zentral dabei ist der Fokus auf natürlichen Schutzmaßnahmen. Dadurch sind beispielsweise mehrere vom WWF-Indonesien unterstützte nachhaltig bewirtschaftete Gemeindewälder bislang von Bränden verschont geblieben. Außerdem errichtet der WWF-Indonesien gemeinsam mit dem Forstministerium der Republik Indonesien im Sebangau-Nationalpark mehr als 500 Dämme, um zu verhindern, dass Wasser abfließt, wodurch der Torf feucht bleibt; dadurch können schwere Brände verhindert werden.  

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