- 02.10.2026, 08:00:13
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Welttierschutztag: WWF fordert Ende der Verfolgung geschützter Wildtiere
Welttierschutztag: WWF fordert Ende der Verfolgung geschützter Wildtiere Wolfsabschüsse auf Rekordniveau, Tötungskontingente für über 1.000 Biber – WWF: Bund und Länder müssen Prävention und Artenschutz stärken
Wien, am 2. Oktober 2026 - Anlässlich des Welttierschutztages am Sonntag fordert der WWF ein Ende der ausufernden Tötungspolitik gegen geschützte Wildtiere. Zumindest 29 Wölfe wurden heuer in Österreich bereits geschossen, gegenüber 22 im gesamten Vorjahr. Zugleich sehen bestehende und geplante Verordnungen von sechs Bundesländern jährliche Tötungskontingente für über 1.000 Biber vor. „Wildtiere gehören zu Österreich und erfüllen wichtige Aufgaben in der Natur. Die Politik muss ihr Überleben sichern und betroffene Betriebe bei der Vorbeugung von Schäden unterstützen“, sagt WWF-Artenschutzexperte Christian Pichler. Der WWF fordert Vorrang für Prävention und die konsequente Einhaltung der Artenschutzvorgaben.
24 von 29 Wolfsabschüssen in Kärnten und Tirol
Mit zumindest 29 geschossenen Wölfen erreicht Österreich heuer einen neuen Negativrekord, wie eine WWF-Auswertung zeigt. Von den bisher bekannten Abschüssen 2026 entfallen mit 14 knapp die Hälfte auf Kärnten*, zehn auf Tirol und zwei auf Niederösterreich. Je ein Tier wurde in Vorarlberg, der Steiermark und Salzburg geschossen. Der WWF fordert die Länder auf, fachgerechten Herdenschutz auszubauen und Weidetierhalter bei Finanzierung und Umsetzung verlässlich zu unterstützen. „Geschützte Arten werden viel zu schnell zum Problem erklärt. Die Politik muss Schäden vorausschauend verhindern“, fordert Pichler.
Biber: Tötungskontingente trotz wertvoller Arbeit für die Natur
Auch beim streng geschützten Biber kritisiert der WWF weitreichende Tötungsmöglichkeiten auf Basis europarechtswidriger Verordnungen. Allein Niederösterreich plant ein jährliches Kontingent von bis zu 600 Tieren. Oberösterreich hat bis zu 158 und Kärnten bis zu 148 Tiere zur Tötung freigegeben. Dabei halten Biber mit ihren Dämmen Wasser in der Landschaft und schaffen wertvolle Feuchtgebiete. Werden Elterntiere getötet, können auch abhängige Jungtiere sterben. Der WWF fordert daher verlässlich finanzierte Präventionsförderungen und ausreichend breite Uferrandstreifen. „Der Biber hilft uns gegen die Folgen von Dürreperioden. Ihm mehr Platz und Akzeptanz zu verschaffen, schützt die Natur und beugt vielen Konflikten vor“, sagt Pichler.
Mehr Respekt für geschützte Tiere gefordert
Mit seiner Kampagne „Wild sein ist kein Verbrechen“ und der dazugehörigen Petition appelliert der WWF an Bund und Länder, geschützte Arten konsequent zu schützen und wissenschaftlich fundierte Lösungen für ein konfliktarmes Zusammenleben umzusetzen. Dazu gehört auch ein bundesweiter Aktionsplan gegen die illegale Verfolgung von Wildtieren. „Ob Biber, Wolf oder Seeadler: Ihr Leben verdient Respekt. Ihre Rückkehr ist ein Erfolg, den wir gemeinsam sichern müssen“, sagt Pichler.
Die WWF-Petition ist unter wwf.at/lasst-sie-leben verfügbar.
Bildmaterial finden Sie HIER.
* Hinweis für Redaktionen: Das Land Kärnten veröffentlicht seine Abschusszahlen seit heuer nur mehr quartalsweise im Nachhinein. Dem WWF liegen für Kärnten aufgrund einer UIG-Anfrage Zahlen bis einschließlich 3. August 2026 vor.
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