• 02.09.2026, 09:47:34
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El Niño bedroht mehr als zwei Drittel der Kinder im östlichen und südlichen Afrika

UNICEF ruft zu dringendem Handeln auf, um Kinder vor einer vorhersehbaren Krise zu schützen.

Nairobi/Wien – Mehr als 162 Millionen Kinder, also über zwei Drittel aller Kinder im östlichen und südlichen Afrika, leben in Gebieten, die den Auswirkungen des sich verstärkenden El-Niño-Phänomens 2026/2027 ausgesetzt sind. Davor warnte UNICEF heute. Zunehmende Dürren, extreme Hitze und Überschwemmungen bedrohen die Ernährung und Gesundheit von Kindern, ihren Zugang zu sicherem Wasser und Sanitärversorgung, ihre Bildung sowie ihren Schutz. Die Prognosen eröffnen ein enges, aber entscheidendes Zeitfenster, um zu handeln, bevor die schwerwiegendsten Folgen eintreten.

„Die Bedrohung durch El Niño wächst, und die Risiken für Kinder sind bereits deutlich erkennbar“, sagte Etleva Kadilli, UNICEF-Regionaldirektorin für das östliche und südliche Afrika. „In der gesamten Region sind Kinder mit Ernährungs- und Wasserunsicherheit, überlasteten Gesundheitssystemen und unterbrochenem Unterricht konfrontiert. Darüber hinaus werden schwere klimabedingte Schocks Kinder und die Systeme, auf die sie angewiesen sind, voraussichtlich an ihre Belastungsgrenzen bringen.“

UNICEF-Bewertungen weisen auf dringende und sich überschneidende Risiken für Kinder in Dschibuti, Eritrea, Äthiopien, Kenia, Madagaskar, Malawi, Mosambik, Somalia, Südsudan, Sudan, Uganda, Sambia und Simbabwe hin. So könnten in Somalia im schwerwiegendsten Szenario bis zu 2,5 Millionen Menschen direkt von Überschwemmungen betroffen sein. Dies würde Vertreibungen verursachen und den Zugang von Kindern zu Nahrung, Gesundheitsversorgung, sauberem Wasser und Bildung beeinträchtigen. In Äthiopien werden voraussichtlich Zehntausende Kinder betroffen sein, insbesondere in Gebieten, die bereits von schwerer Ernährungsunsicherheit und hoher Verwundbarkeit geprägt sind. Im Südsudan drohen Dürre, extreme Hitze und lokale Überschwemmungen die Ernährungsunsicherheit und Mangelernährung zu verschärfen, Krankheitsausbrüche zu verstärken sowie das Risiko von Hungersnöten und großflächigen Vertreibungen weiter zu erhöhen.

Dennoch steht derzeit weniger als ein Prozent der internationalen humanitären Hilfe für vorausschauendes Handeln zur Verfügung, obwohl genau dies entscheidend ist, um Leben zu retten, den humanitären Bedarf zu verringern und hart erkämpfte Entwicklungsfortschritte zu schützen. UNICEF ruft daher zu dringenden Investitionen auf, um kritische Lücken in der Hilfe für Kinder zu schließen, bevor die Auswirkungen ihren Höhepunkt erreichen:

  • Ausbau von Ernährungsdiensten: Lebensrettende Hilfsgüter im Voraus bereitstellen sowie Früherkennung, Screening und Behandlung ausweiten.
  • Unterstützung von Gesundheits- und WASH-Systemen: Krankheitsüberwachung stärken, lebenswichtige Impfkampagnen und Gesundheitsdienste ausbauen sowie den Zugang zu sicherem Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene (WASH) sichern.
  • Kindern den Zugang zu Bildung ermöglichen: Schulinfrastruktur stärken und sichere alternative Lernorte vorbereiten, bevor es zu Unterbrechungen kommt.
  • Kinder vor Gewalt und Ausbeutung schützen: Psychosoziale Unterstützung, Familienzusammenführung sowie Maßnahmen zur Prävention geschlechtsspezifischer Gewalt ausbauen.
  • Schockresponsive soziale Sicherungssysteme stärken: Frühwarnsysteme mit vorausschauenden Bargeldhilfen und anderen sozialen Schutzmaßnahmen verknüpfen und gleichzeitig die Kapazitäten staatlich geführter Systeme stärken, um auf zukünftige Krisen reagieren zu können.

UNICEF benötigt dringend 173 Millionen US-Dollar im Rahmen seines bestehenden Programms Humanitarian Action for Children (HAC) 2026, um Kinder und Familien in 13 Schwerpunktländern mit vorausschauender und lebensrettender Hilfe zu erreichen. Frühzeitige und flexible Finanzierungen sind jetzt entscheidend, bevor sich die Auswirkungen von El Niño weiter verschärfen.

Das Handeln auf Grundlage von Prognosen – bevor Bilder einer Krise sichtbar werden – schützt Kinder und bietet einen erheblichen Mehrwert: Jeder US-Dollar, der in die Verringerung von Katastrophenrisiken investiert wird, kann bis zu 15 US-Dollar an künftigen Wiederaufbaukosten einsparen.

„Wir wissen, was auf uns zukommt, welche Kinder am stärksten gefährdet sind und wie wir sie schützen können“, so Kadilli weiter. „Die Frage ist, ob die Welt jetzt handelt oder wartet, bis sich die Krise verschärft und Kinder einen noch höheren Preis zahlen.“

Hinweis für Redaktionen:

El Niño ist ein natürliches Klimaphänomen, das durch ungewöhnlich hohe Meeresoberflächentemperaturen im Pazifischen Ozean gekennzeichnet ist. Diese verändern Niederschlagsmuster, Temperaturen und Wetterextreme auf der ganzen Welt.

Die Auswirkungen werden sich im östlichen und südlichen Afrika unterschiedlich entwickeln und zeitlich variieren. Während in Ostafrika während der kurzen Regenzeit eine erhöhte Überschwemmungsgefahr besteht, könnten geringe Niederschläge und schlechte Ernten die Ernährungsunsicherheit im südlichen Afrika weiter verschärfen. Die Folgen für Kinder, darunter zunehmende Mangelernährung, Krankheiten und Unterbrechungen essenzieller Dienstleistungen, könnten bis weit ins Jahr 2027 hinein andauern.

Rückfragen & Kontakt

UNICEF Österreich
Michael Blauensteiner
Telefon: +43 660 38 48 821
E-Mail: [email protected]
Website: https://unicef.at

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