• 25.06.2026, 08:07:31
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PA KFV: 45 Prozent aller Verkehrsunfälle in Österreich ereignen sich in den heißesten vier Monaten des Jahres

 

Presseinformation

45 Prozent aller Verkehrsunfälle in Österreich ereignen sich in den heißesten vier Monaten des Jahres

Der Urlaubsreiseverkehr beginnt wieder zu rollen – und damit dürften auch die Unfallzahlen steigen. Laut Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) ereignen sich durchschnittlich 45 Prozent aller Verkehrsunfälle mit Personenschaden in den heißesten vier Monaten des Jahres (Juni bis September). Die Gefahren im Sommer sind jedenfalls vielfältig: Das Verkehrsaufkommen steigt deutlich, die Aggressionen nehmen bei Hitze zu und man fährt auf dem Weg in den Urlaub auch eher ungewohnte Strecken. Das KFV erklärt, worauf man an heißen Tagen im Straßenverkehr besonders achten sollte.

Wien, 25. Juni 2026. Derzeit rauben die heißen Temperaturen vielen Menschen den Schlaf. Hinzu kommt noch der Stress vor der Fahrt in den Urlaub. Beides in Kombination kann sich besonders negativ auf die Verkehrssicherheit auswirken, wie Dipl.-Ing. Klaus Robatsch, Leiter des Bereichs Verkehrssicherheit im KFV weiß: „Wer sich übermüdet hinter das Lenkrad setzt, gefährdet nicht nur sich selbst, sondern auch seine Mitmenschen. Daher sollte man bereits Tage vor dem Reiseantritt stressfrei die passende Fahrstrecke wählen, seine Koffer in Ruhe packen und am Vortag auf ein gesundes Schlafklima achten.“

Aus diesen Gründen häufen sich im Sommer die Unfälle
Wie Auswertungen des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) für die Jahre 2023 bis 2025 zeigen, ereignen sich in den vier Monaten Juni bis September durchschnittlich rund 45 Prozent aller Verkehrsunfälle mit Verletzten oder Getöteten in Österreich. Auf die restlichen acht Monate des Jahres entfallen also im Umkehrschluss 55 Prozent der Unfälle. Die Gründe dafür sind vielfältig: In der Reisezeit nimmt das Verkehrsaufkommen deutlich zu. Man ist auf ungewohnten Strecken unterwegs und Baustellen sowie Staus erhöhen den Stressfaktor zusätzlich. Gleichzeitig belasten hohe Temperaturen den Körper und die Konzentrationsfähigkeit. „Die Auswirkungen von Hitze auf die Fahrtüchtigkeit sollten nicht unterschätzt werden. Bereits eine leichte Dehydrierung kann die Konzentrationsfähigkeit merklich reduzieren und zu Fahrfehlern führen“, so der Experte.

Bei Hitze steigen auch die Aggressionen 
Hohe Temperaturen wirken sich nicht nur körperlich, sondern auch psychisch aus. Hitze kann die Müdigkeit, Reizbarkeit und Ungeduld verstärken. Gerade im dichten Reiseverkehr, bei Staus, Baustellen oder Verzögerungen kann das zu riskantem Verhalten führen – etwa zu dichtem Auffahren, abruptem Bremsen, knappem Einscheren oder aggressivem Beschleunigen. Dipl.-Ing. Robatsch betont: „Auch wenn die Situation im Straßenverkehr angespannt ist, sollte man sich nicht provozieren lassen. Wer defensiv fährt, Abstand hält und Konflikte bewusst deeskaliert, trägt wesentlich zur eigenen Sicherheit und zur Sicherheit anderer bei.“ Dass der Umgangston im Straßenverkehr rauer geworden ist, zeigen auch KFV-Befragungen aus dem Vorjahr: 70 Prozent der Befragten waren der Meinung, dass die Spannungen zwischen Verkehrsteilnehmenden in den vergangenen fünf Jahren zugenommen haben. 


Weitere KFV-Tipps für den Straßenverkehr an heißen Sommertagen

  • Ausgeruht starten: Möglichst früh am Morgen losfahren, wenn die Temperaturen noch niedriger sind. Am Vortag rechtzeitig schlafen gehen und Stress beim Packen vermeiden.

  • Abwechseln beim Lenken: Bei heißem Wetter leidet die Konzentration. Wenn mehrere Erwachsene mit Führerschein mitfahren, sollte man sich bei längeren Strecken abwechseln.

  • Klimaanlage richtig nutzen: Die Temperatur im Fahrzeug sollte angenehm, aber nicht zu niedrig sein (Richtwert: nicht unter 21 Grad Celsius). Die Lüftung nicht direkt ins Gesicht richten.

  • Kinder (und Tiere) niemals im Auto zurücklassen: Auch nicht kurz und bei geöffneten Fenstern. Bei 30 Grad Außentemperatur kann die Temperatur bereits nach 10 Minuten auf rund 37 Grad steigen, nach einer halben Stunde auf 46 Grad und nach einer Stunde auf 56 Grad. Wenn das Auto in der Sonne steht, geht es noch schneller. 

  • Nur in Pausen essen: Wenn Kleinkinder mitfahren und nur ein Elternteil mitreist, sollte man nur in den Pausen essen, damit man gleich helfen kann, falls sich ein Kind verschluckt oder etwas verschüttet. 

  • Reiseübelkeit vorbeugen: Kindern kann es helfen, während der Fahrt den Blick in die Ferne zu richten – etwa auf Berge, Windräder oder Kirchtürme.

  • Regelmäßiges Pausieren: Zirka alle zwei Stunden eine Pause einlegen. Bei Müdigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen oder Konzentrationsproblemen sofort anhalten.

  • Ausreichend trinken: Genügend Wasser mitnehmen und regelmäßig trinken. Finger weg von Alkohol in der Mittagspause. Dass Schwitzen den Alkoholabbau beschleunigt, ist ein Mythos. Alkohol wird über die Leber abgebaut – und dieser Prozess wird durch Schwitzen kaum beeinflusst.

  • Schatten nutzen: Bei Pausen das Auto im Schatten parken. Kindersitze können sich stark aufheizen und sollten bei Bedarf mit hellen Tüchern abgedeckt werden.

Foto, Abdruck honorarfrei
Dipl.-Ing. Klaus Robatsch, Leiter des Bereichs Verkehrssicherheit im KFV © KFV/APA Fotoservice/Schedl 

Rückfragen & Kontakt

Rückfragehinweis
Pressestelle Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV)
Telefon: 05-77077-1919
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.kfv.at

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