- 23.06.2026, 10:44:13
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Presseaussendung: Ohne Raupe kein Schmetterling: Was Falter zum Bleiben brauchen
Zwtl.: Ohne Raupe kein Schmetterling: Was Falter zum Bleiben brauchen
Blühende Wiesen stehen für Artenvielfalt. Sie summen, leuchten in kräftigen Farben und sind voller Leben. Für Schmetterlinge reichen die Blühwiesen allein aber nicht aus. Fehlen Raupenfutterpflanzen, geschützte Rückzugsorte oder geeignete Plätze für die Verpuppung, bleibt selbst eine artenreiche Fläche für viele Schmetterlinge unvollständig. Denn Schmetterlinge brauchen weit mehr als Nektar. Ihr Überleben hängt von einem komplexen Lebenszyklus ab, in dem jede Entwicklungsphase eigene Ansprüche an den Lebensraum stellt. Genau mit dieser Frage beschäftigt sich Alexandra Homburg auf dem ehemaligen Biogemüse- Betrieb ihrer Eltern in Neudörfl.
Vom Ei bis zum Falter
Schmetterlinge durchlaufen mehrere Entwicklungsstadien, die jeweils ganz unterschiedliche Anforderungen an ihren Lebensraum stellen. Während erwachsene Falter Nektar benötigen, sind Raupen oft auf ganz bestimmte Futterpflanzen spezialisiert. Tagpfauenauge und Kleiner Fuchs etwa entwickeln sich auf Brennnesseln, der Schwalbenschwanz frisst Doldenblütler wie Wilde Karotte oder Fenchel.
„Oft hat man nur das erwachsene Tier vor Augen, dabei ist das in den meisten Fällen die kürzeste Phase im gesamten Leben dieser Insekten“, erklärt Alexandra Homburg. „Ich habe mich irgendwann gefragt: Haben wirklich alle Phasen im Lebenszyklus eines Schmetterlings Platz auf unserem Betrieb?“ Alexandra Homburg begann, gezielt nach den Pflanzen zu suchen, die Raupen tatsächlich benötigen und schafft Bereiche, die ungestört bleiben. Neben Futterpflanzen brauchen Schmetterlinge geschützte Rückzugsorte. Gerade die unbeweglichen Entwicklungsphasen als Ei oder Puppe sind besonders empfindlich gegenüber Mahd, Wetter oder Störungen.
Der Schmetterlingscheck
Wer Schmetterlinge fördern möchte, sollte alle Lebensphasen der Tiere mitdenken. Genau dafür wurde im Rahmen von „EINFACH GUT“ ein einfacher Schmetterlingscheck entwickelt.
Im ersten Schritt geht es um Raupenfutterpflanzen. Manche Arten sind hoch spezialisiert und auf einzelne Pflanzen angewiesen, andere gelten als weniger wählerisch. Brennnesseln zählen dabei zu den wichtigsten Raupenfutterpflanzen, ebenso Weiden, Obstbäume, Sträucher, Leguminosen sowie verschiedene Gräser.
Im zweiten Schritt stehen Strukturen im Mittelpunkt. Totholz, Steinhaufen, stehen gelassene Stängel, Altgras oder offene Bodenstellen bieten geschützte Orte für Eiablage und Verpuppung.
Der dritte Bereich betrifft das Nahrungsangebot für erwachsene Falter. Entscheidend sind blütenreiche Flächen mit einem möglichst durchgängigen Angebot vom Frühjahr bis in den Herbst.
Dr. Peter Huemer, Schmetterlingsexperte der Tiroler Landesmuseen, erklärt: „Eine gute Blühfläche funktioniert wie ein Staffellauf: Eine Blüte übergibt an die nächste. Schmetterlinge brauchen vom Frühjahr bis in den Herbst hinein ein verlässliches Nahrungsangebot. Deshalb sind Frühblüher wie Huflattich und Weidenkätzchen ebenso wichtig wie spät blühende Pflanzen. Besonders wertvoll sind heimische Nektarpflanzen wie Wiesensalbei, Flockenblume, Witwenblume, Wilde Karde und verschiedene Distelarten. Sie liefern über lange Zeit Nahrung und sind für viele Schmetterlingsarten gut zugänglich.“
Wer wissen möchte, wie schmetterlingsfreundlich der eigene Garten, Balkon oder Betrieb bereits ist, kann den Schmetterlingscheck selbst ausprobieren. Fotos und Rückmeldungen zum eigenen Schmetterlingscheck können bis 1. September 2026 unter bluehendesoesterreich.at/teile-deinen-erfolg hochgeladen werden. Unter allen Teilnehmenden werden fünf Exemplare des Buches „Die fabelhafte Welt der Schmetterlinge“ von Marion Jaros verlost.
Eine einfache und gute Lösung für viele
Was Alexandra Homburg auf ihrem Betrieb umsetzt, zeigt, wie bereits kleine Veränderungen entscheidend für die Schmetterlingsvielfalt im Garten oder dem Hof sein können. Genau hier setzt das Projekt „EINFACH GUT“ an: Gemeinsam mit Bäuerinnen und Bauern entwickelt Blühendes Österreich – BILLA gemeinnützige Privatstiftung in Kooperation mit suske consulting zehn praxisnahe und kostengünstige Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität.
Durch gezielte Anleitungen, Erklärvideos und Erfahrungsberichte wie jene von Alexandra Homburg soll das Bewusstsein für biodiversitätsfördernde Maßnahmen gestärkt und zur Nachahmung motiviert werden. Alle Informationen sowie die Erklärvideos sind auf bluehendesoesterreich.at/einfach-gut zu finden.
Das Projekt „EINFACH GUT“ will innerhalb von drei Jahren 500 Maßnahmen auf 1.500 landwirtschaftlichen Flächen umsetzen. Jede einzelne Maßnahme trägt zur Stärkung des Biotopverbunds und zur Verbesserung der Lebensräume heimischer Arten bei.
Mit Unterstützung von Bund, Ländern und Europäischer Union.
Rückfragen & Kontakt
Maria Anna Duda
Leitung Kommunikation Blühendes Österreich
Telefon: 0676/7117450
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.bluehendesoesterreich.at
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