• 07.10.2021, 11:51:36
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PA KFV: Jede Stunde ein Wildunfall im Burgenland

Presseinformation

Jede Stunde ein Wildunfall im Burgenland

24 Personen (Österreich: 249) haben sich im Jahr 2020 auf burgenländischen Straßen im Zuge eines Wildunfalls verletzt. Das KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) und der österreichische Versicherungsverband VVO rufen zu Achtsamkeit und Anpassung der Geschwindigkeit in Wildwechselzonen auf. Fahrerassistenzsysteme können hier zur Unfallreduktion beitragen. Informationen darüber finden sich unter www.smartrider.at

Eisenstadt, 07. Oktober 2021. Im Laufe der Saison 2019/2020 kamen im Burgenland 8.487 Wildtiere (Österreich: 80.668) in Folge einer Kollision mit einem Fahrzeug zu Schaden, darunter auch 1.275 Rehkitze (Österreich: 11.879). Das bedeutet, dass sich auf Burgenlands Straßen pro Stunde ein Wildunfall ereignet. „Erfreulich ist, dass im Jahr 2020 mit 224 Wildunfällen mit 250 Verunglückten die Zahl der österreichischen Wildunfälle mit Personenschaden um 24 Prozent niedriger war als im Durchschnitt der vergangenen 5 Jahre. Insgesamt ist die Zahl der Wildunfälle in Österreich jedoch zuletzt deutlich angestiegen“, so der österreichische Versicherungsverband VVO. „Aus diesem Grund appellieren wir an Fahrzeuglenker eindringlich, in Wildwechselzonen besonders wachsam zu fahren. Denn: Trifft man mit einer Geschwindigkeit von 60km/h auf einen Rehbock, so wirkt ein Aufprallgewicht von beinahe einer Tonne auf Fahrzeug und Insassen ein.“ Mit Abstand am meisten Wildunfälle ereignen sich in Niederösterreich: 42 Prozent aller Wildunfälle in Österreich entfallen auf Niederösterreich. Etwas über 19 Prozent entfallen auf Oberösterreich und 18 Prozent auf die Steiermark. Die Bezirke mit dem meisten Fallwild sind Mistelbach, Neusiedl am See, Amstetten, die Südoststeiermark und Gänserndorf. Besonders häufig sind Kollisionen mit Rehwild (52 Prozent aller Wildunfälle), aber auch Wildunfälle mit Hasen (28 Prozent) sind keine Seltenheit.

Jeder 2. Wildunfall ereignet sich bei Dunkelheit 
Die häufigste Unfallursache für Wildunfälle ist Unachtsamkeit und Ablenkung, gefolgt von nichtangepasster Geschwindigkeit. Jeder 2. Wildunfall ereignet sich bei Dunkelheit. „Gerade in der Dunkelheit sind Wildtiere nur schwer rechtzeitig zu erkennen. Eine vielversprechende Abhilfe können hier digitale Lösungen wie Nachtsichtgeräte in Fahrzeugen und die ereignisgesteuerten Wildwarnanlagen darstellen. Eine Warnung des Verkehrs erfolgt bei Letzterem nur dann, wenn Wildtiere sich tatsächlich in Straßennähe befinden. Erste Simulatorstudien weisen auf positive Ergebnisse für die Verkehrssicherheit hin“, erläutert Dr. Othmar Thann, Direktor des KFV.

Fahrerassistenzsysteme als Wildwarntool 
Schon im Sommer 2020 hat das KFV Testfahrten und Befragungen zu sogenannten Nachtsicht-Assistenzsystemen durchgeführt. Dabei zeigte sich, dass derlei Assistenzsysteme grundsätzlich großes Potenzial zur Reduktion von Wildunfällen mit sich bringen. Bis die entsprechenden Assistenzsysteme vollständig ausgereift und breit verfügbar sind, ist die Anpassung der Fahrgeschwindigkeit in Wildwechselzonen allerdings weiterhin die effektivste Unfallpräventionsmaßnahme. Weitere Informationen zu Möglichkeiten und Funktion von Fahrerassistenzsystemen finden sich auf der Informationsplattform www.smartrider.at.

Im Ernstfall: stark bremsen und Lenkrad gut festhalten 
Auch wenn man instinktiv oft lieber ausweichen würde: ein Ausweichmanöver ist bei einem Wildunfall nicht zu empfehlen, denn ein solches ist deutlich riskanter als ein Zusammenstoß. Stattdessen sollte im Ernstfall stark gebremst und das Lenkrad gut festgehalten werden. Wenn der Fahrer richtig reagiert, ist die Verletzungsgefahr für die Autoinsassen geringer. Sollte es dennoch zu einem Unfall kommen, muss die Gefahrenstelle unverzüglich abgesichert und die Exekutive verständigt werden. Angefahrene Tiere sollten durch Experten versorgt werden.

Wildunfälle nach Bundesland

Bundesland

Wildunfälle mit Personenschaden im Jahr 2020*

Verletzte Personen bei Wildunfällen im Jahr 2020*

Getötete Personen bei Wildunfällen im Jahr 2020*

Im Straßenverkehr getötete Wildtiere der Saison 2019/20**

Burgenland

22

24

0

8.487

Kärnten

21

22

0

4.277

Niederösterreich

93

102

0

33.568

Oberösterreich

41

43

1

15.554

Salzburg

5

7

0

2.311

Steiermark

30

38

0

14.172

Tirol

10

11

0

1.702

Vorarlberg

0

0

0

332

Wien

2

2

0

265

Österreich

224

249

1

80.668

* Quelle: Verkehrsunfallstatistik 2020, Statistik Austria

** Quelle: Jagdunfallstatistik 2019/20, Statistik Austria

 

Rückfragen & Kontakt

Rückfragehinweis:    
Pressestelle KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit)
Tel.: 05-77077-1919 I E-Mail: [email protected] I www.kfv.at

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