Kadenbach: Studie - Glyphosatzulassung beruht auf Plagiat

Deutsche Risikobewertung aus Industriestudien abgeschrieben

Wien (OTS/SK) - Heute wurde im Europäischen Parlament eine Studie von Plagiatsexperte Stefan Weber und Umweltchemiker Helmut Burtscher-Schaden „Detailed Expert Report on Copy Paste and Plagiarism in the Renewal Assessment Report (RAR) on Glyphosate“ vorgestellt. Diese wurde von EU-Abgeordneten der sozialdemokratischen, grünen und linken Fraktionen in Auftrag gegeben und finanziert, unter anderem von Karin Kadenbach (SPÖ), nachdem offene Fragen im Rahmen des Sonderausschusses PEST zum europäischen Zulassungsverfahren von Pestiziden nicht geklärt werden konnten. ****

„Falls es überhaupt noch einen weiteren Beweis für die Fehler im europäischen Zulassungsverfahren von Pestiziden gebraucht hat, dann haben wir ihn heute erhalten“, kommentiert SPÖ-Europaabgeordnete Karin Kadenbach, die Ergebnisse der heute vorgestellten Studie. „Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hatte die Aufgabe die gesundheitlichen Risiken von Glyphosat für die BürgerInnen Europas nach bestem Wissen und den Regeln guter wissenschaftlicher Praxis zu bewerten. Und hat auf ganzer Linie versagt. Circa 50 Prozent des Bewertungstexts sind aus Studien und Anträgen der Agrarchemie-Lobby rund um Monsanto abgeschrieben. Das BfR hat bei der Zulassung von Glyphosat seinen öffentlichen Auftrag gegenüber den BürgerInnen sträflich vernachlässigt. Glyphosat ist heute ohne transparente und wissenschaftlich valide Bewertung am europäischen Markt zugelassen."

In dieser Woche steht auch der Abschlussbericht des PEST-Sonderausschusses auf der Tagesordnung des Europäischen Parlaments. Karin Kadenbach, Sprecherin für Gesundheits- und Agrarpolitik der SPÖ-Europaabgeordneten, berichtet vom Versuch der Einflussnahme bis zur letzten Minute: "Mit aller Kraft kämpft die Agrar-Chemie-Lobby gegen ein transparentes und nachvollziehbares Verfahren auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse. Davon werden wir uns aber nicht beirren lassen. Schon im Dezember hat das EU-Parlament beim allgemeinen Lebensmittelrecht die richtigen Weichen gestellt. Die heute vorgestellte Studie zeigt noch einmal deutlich, wie wichtig diese neuen Transparenzregeln sind. Dazu gehört auch, dass EU-Agenturen über genügend finanzielle Mittel für unabhängige Studien verfügen. Dazu müssen sich in den kommenden Verhandlungen auch die Mitgliedstaaten bekennen. Denn der Gesundheitsschutz muss klar Vorrang gegenüber den Profitinteressen von Monsanto und Co. haben."

Die vollständige Studie ist unter folgendem Link abrufbar:
https://bit.ly/Copy-Paste-Glyphosate

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Jakob Flossmann, Pressesprecher der SPÖ-Delegation im Europäischen Parlament, Tel. +43 660 562 11 99,
jakob.flossmann@europarl.europa.eu

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