• 25.06.2009, 10:00:00
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Eisenbahnkreuzungen: Warnsignale oft nicht beachtet

Jeder dritte Autofahrer quert Bahnübergänge auch bei geschlossenem Halbschranken, bei rotem Lichtsignal sogar jeder Zweite.

Wien (OTS) - Schrankenanlage, Lichtzeichen und Warntafeln - die
beste technische Sicherung nützt nichts, wenn Verkehrsteilnehmer sie
nicht beachten: 17 Menschen starben 2008 auf österreichischen
Eisenbahnkreuzungen. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
befragte im Juni 2009 österreichweit rund 1.000 Personen zu ihrem
Verhalten an Bahnübergängen und stellte fest: Zwar schätzen 78
Prozent der Befragten die Wahrscheinlichkeit, bei einer Zugkollision
getötet zu werden, als hoch oder sehr hoch ein, die aktivierten
technischen Sicherungsmaßnahmen sind für viele aber kein Hindernis,
dennoch die Bahngleise zu überqueren. Jeder Dritte gab an, trotz
geschlossener Halbschranken die Eisenbahnkreuzung zu überqueren,
wobei 36 Prozent davon nicht länger als fünf Minuten warten würden.
Bei rotem Lichtsignal ist sogar beinahe jeder Zweite (45%) bereit,
die Wartepflicht vor der Eisenbahnkreuzung zu missachten und die
Eisenbahnkreuzung dennoch zu überfahren. Mehr als ein Drittel (35%)
hat bereits einmal einen Bahnübergang bei sich senkendem Schranken
überquert. "Halbschranken und das rote Lichtsignal sind
gleichbedeutend mit Vollschranken, die die gesamte Straßenbreite
sperren. Ein Anhalten ist unbedingt erforderlich, denn bei
Kollisionen mit Zügen sind Pkw-Lenker immer im Nachteil, die meisten
derartigen Unfälle enden tödlich", sagt Dr. Othmar Thann, Direktor
des KfV.

Vertrauen in technisch gesicherte Eisenbahnkreuzungen allein reicht
nicht

Trotz Sicherungsmaßnahmen sollte man sich vor dem Queren
vergewissern, dass kein Zug kommt. Für mehr als ein Drittel der
Befragten ist das nicht selbstverständlich - sie vertrauen allein auf
den geöffneten Schranken (38%) oder die erloschene Lichtanzeige
(36%). Vor allem jene, die täglich eine Eisenbahnkreuzung überqueren,
vertrauen stark auf die technische Sicherung: Mehr als die Hälfte
(56%) vergewissert sich nicht, ob sich ein Zug annähert, während
dieser Anteil bei Personen, die selten eine Eisenbahnkreuzung queren,
knapp ein Viertel (22%) beträgt. "Der Bremsweg von Zügen wird stark
unterschätzt. Jeder zehnte Befragte schätzt den Bremsweg mit unter
100 Meter ein - ein Zug ist aber tausendfach schwerer als ein Auto
und benötigt daher zum Stillstand bis zu einem Kilometer", betont
Thann. Besonders bei der Gruppe der unter 20-Jährigen besteht
Unkenntnis in Bezug auf den längeren Bremsweg von Zügen.

Europäischer Awareness-Day macht auf die Gefahren aufmerksam

An Eisenbahnkreuzungen ist erhöhte Achtsamkeit gefragt. Am heutigen
europäischen Awareness-Day für Eisenbahnkreuzungen wird in 28 Ländern
mit unterschiedlichen Aktionen auf die Gefahren für Autofahrer an
Bahnübergängen aufmerksam gemacht. Die Aktion in Österreich erfolgt
in Kooperation von ÖBB, BMVIT und KfV. In allen Bundesländern werden
Aktionen stattfinden, wo auf die große Gefahr hingewiesen wird, in
die sich Fahrzeuglenker selbst bringen, wenn sie sich an
Eisenbahnkreuzungen nicht richtig verhalten. Darüber hinaus werden
Folder mit den Verkehrszeichen und ihrer Bedeutung sowie
Verhaltensregeln verteilt. "In Europa sterben jedes Jahr 600 Menschen
durch Unfälle an Eisenbahnkreuzungen. Technische Sicherungen können
den Faktor Mensch nicht ersetzen, denn Konzentration und Beachtung
der Warnzeichen liegt in der Hand jedes Einzelnen - darauf aufmerksam
zu machen, ist Ziel des Awareness-Day", schließt Thann.

Rückfragehinweis:

Bakk.phil. Elisabeth Gerstendorfer
   Kuratorium für Verkehrssicherheit 
   Marketing & Kommunikation
   Tel.: 05 77 0 77-1906 
   E-Mail: [email protected] 
   www.kfv.at

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