- 06.11.2026, 09:22:33
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Ausbau von Datencentern einbremsen: Regierung steht in der Kreide
Im Rahmen des internationalen Aktionstags ‚Stop Dirty Data Centers‘ fordert GLOBAL 2000 ein Moratorium für Planung und Bau von Rechenzentren.
Vor Parteizentralen, Parlament, Bundeskanzleramt und zahlreichen Wahrzeichen finden sich heute früh Kreide-Kunstwerke mit einer klaren Forderung: Stop Dirty Data Centers. Der rasante weltweite Ausbau von KI-Infrastruktur ist in Österreich angekommen, mehrere Großprojekte befinden sich in Bau oder in der Genehmigung. Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 warnt jedoch eindringlich vor den erheblichen Auswirkungen auf Umwelt und Bevölkerung.
„Rechenzentren verbrauchen Unmengen an Wasser und Strom. Für den Bau werden riesige Flächen versiegelt. Das sind Böden, die landwirtschaftlich genutzt werden können, die Lebensraum für Ökosysteme bieten und uns im Kampf gegen die Klimakrise unterstützen“, erklärt Hannah Keller, Klima und Energiesprecherin bei GLOBAL 2000: „Gerade dieser Sommer hat uns auch gezeigt, dass Wasser auch in Österreich eine endliche Ressource ist, die wir nicht an Rechenzentren verschwenden sollten.“
Weltweiter Widerstand
Die US-Midterm Wahlen, wo über die Hälfte aller Wähler:innen laut eines Exit Polls den Ausbau von Rechenzentren als wichtigen Faktor bei der Wahlentscheidung nannten und 40 der 41 Maßnahmen gegen weiteren Ausbau die in verschiedenen Staaten zur Wahl standen angenommen wurden, zeigen, wie sehr dieses Thema bewegt. Im ganzen Land konnten Kandidat:innen, die sich gegen Big-Tech und den weiteren Ausbau positionierten Erfolge einfahren.
Auch in Österreich formiert sich immer mehr Widerstand: Von großen Umweltschutzorganisationen hin zu Bürger:innen-Initiativen in betroffenen Gemeinden. „Rechenzentren haben für Menschen vor Ort nur Nachteile. Jobs entstehen meist kaum, es kommt aber zu Lärmbelastung, Umgebungserwärmung durch die Abwärme, Chemikalieneinträge in die Umwelt, höheren Strompreisen durch gesteigerte Nachfrage und natürlich auch zur Versiegelung von Flächen die vorher teils für die Bevölkerung nutzbar waren“, so Keller weiter: „Man findet unzählige Berichte aus der ganzen Welt, in denen betroffene Menschen erzählen, welche Auswirkungen naheliegende Rechenzentren auf ihre Lebensqualität haben. Berichte davon, wie gerne Menschen ihr 'Rechenzentrum nebenan’ haben, sucht man allerdings vergeblich.“
Internationaler Aktionstag
Am 6. und 7. November finden unter dem Claim ‚Stop Dirty Data Centers‘ europaweite Aktionstage statt. GLOBAL 2000 will Menschen für die Thematik sensibilisieren. „Unsere Forderungen sind klar: Menschen und Umwelt müssen Vorrang vor Konzerninteressen haben“, fordert Keller abschließend. „Das bedeutet: Umfassende UVPs für alle Rechenzentren, also ein Tatbestand im UVP-Gesetz mit niedrigen Schwellenwerten, eine nationale Strategie, die klar regelt wer, wann, wo, wie, wofür und vor allem auch wie viel ausbauen darf. Denn, wenn wir souveräne digitale Infrastruktur wollen, dann dürfen wir mögliche Standorte nicht an internationale Konzerne verkaufen. Nach dem Vorbild einiger US Bundesstaaten fordern wir daher einen totalen Bau- und Genehmigungsstop für alle Rechenzentren, bis sämtliche rechtliche Fragen geklärt sind!“
Rückfragen & Kontakt
Rückfragen & Kontakt:
Hannah Keller, Klima- und Energiesprecherin GLOBAL 2000, +43 699
142000 64, [email protected]
Marcel Ludwig, Pressesprecher GLOBAL 2000, +43 699 142000 20,
[email protected]
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