• 05.11.2026, 12:02:33
  • /
  • OTS0119

Noch immer keine Krankenversicherung für jedes Kind

Kinderrechts- und Hilfsorganisationen drängen auf einheitliche Regelung

Wien (OTS) - 

Rund 2.000 Kinder in Österreich haben nach wie vor keine Krankenversicherung. Um diese Lücke zu schließen, pochen die österreichischen Kinder- und Jugendanwaltschaften und die Diakonie darauf, unversicherten Kindern eine Krankenversicherung zu ermöglichen.

Bereits vor zwei Jahren wurde auf diese Situation in einem gemeinsamen Positionspapier aufmerksam gemacht. Gemäß Artikel 24 der UN-Kinderrechtskonvention hat jedes Kind das Recht auf das erreichbare Höchstmaß an Gesundheit, den Zugang zu entsprechenden Einrichtungen und zur Wiederherstellung der Gesundheit. Zusätzlich garantiert Artikel 1 des Bundesverfassungsgesetzes über die Rechte von Kindern jedem Kind das Recht auf Schutz und die Fürsorge, die für sein Wohlergehen notwendig, sind sowie auf die bestmögliche Entwicklung und Entfaltung. Dass Kinder in Österreich ohne Krankenversicherung und damit ohne gesicherten Zugang zur Gesundheitsversorgung aufwachsen, ist mit diesem verfassungsrechtlich geschützten Anspruch nicht vereinbar. „Jedes Kind hat das individuelle Recht auf eine Krankenversicherung. Dieses Grundbedürfnis für junge Menschen muss lückenlos gewährleistet sein“, so Sebastian Öhner, Kinder- und Jugendanwalt von Wien.

Für die betroffenen Kinder und Jugendlichen hat das schwerwiegende Folgen:

  • Kinder mit erhöhtem medizinischen Betreuungsbedarf oder chronischen Erkrankungen haben keinen Zugriff auf eine adäquate Gesundheitsversorgung bzw. Therapien und damit besteht laufend eine potenzielle Kindeswohlgefährdung.
  • Krankenhausaufenthalte sowie Behandlungen nach Unfällen oder in medizinischen Notfällen müssen häufig privat bezahlt werden. Für armutsgefährdete Familien oder Familien mit geringem Einkommen stellen diese Kosten eine hohe finanzielle Belastung dar.
  • Für Kinder ohne Krankenversicherung ist die Teilnahme an Schulausflügen oder Projekttagen häufig nur eingeschränkt möglich. Auch der Besuch von Feriencamps kann dadurch zum Problem werden.

„Ebenso darf die medizinische Vorsorge nicht außer Acht gelassen werden, denn ohne Krankenversicherung werden notwendige Untersuchungen hinausgezögert oder gar nicht wahrgenommen“, macht Sozialexperte Martin Schenk aufmerksam. „Dadurch können Erkrankungen zu spät erkannt werden, was für betroffene Kinder schwerwiegende Folgen hat.“

Pflichtversicherung für Kinder und Jugendliche

Die Organisationen sprechen sich dafür aus, die Krankenversicherung verpflichtend für alle Kinder und Jugendlichen zu ermöglichen und diese Gruppe durch eine Verordnung der Sozialministerin in § 9 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes (ASVG) aufzunehmen (siehe Kinder ohne Krankversicherung_Positionspapier.pdf).

Klar ist: Es braucht eine umfassende gesetzliche Lösung. Diese für die betroffenen Kinder potenziell kindeswohlgefährdende Situation darf nicht länger bestehen bleiben. „Jedes Kind in Österreich muss krankenversichert sein und uneingeschränkten Zugang zur notwendigen Gesundheitsversorgung haben“, so Sebastian Öhner. „Mit der Einbeziehung der Kinder ohne Krankenversicherung in § 9 ASVG liegt eine konkrete und gezielte Lösung vor“, ergänzt Martin Schenk.

Rückfragen & Kontakt

Kinder- und Jugendanwaltschaft Wien
Mag. a Sonja Benyes
Tel: 01/70 77 000
[email protected]

www.kija-wien.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NRK

Bei Facebook teilen
Bei X teilen
Bei LinkedIn teilen
Bei Xing teilen
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel