- 05.11.2026, 11:07:04
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ORF-DialogForum: Africa Now!
Am 9. November um 13.05 Uhr in ORF III sowie auf ORF ON und ORF Sound
Afrikanische Kunst, Kultur, Wirtschaft und Innovation gewinnen an Tempo – doch in Österreich dominieren in der Berichterstattung vielfach noch immer Krieg, Korruption und Katastrophen. Der aktuelle multimediale ORF-Schwerpunkt „Africa Now!“ rückt ein anderes, vielfältigeres Bild des Kontinents in den Mittelpunkt. Welche Verantwortung tragen dabei öffentlich-rechtliche Medien? Wie gelingt ein realistisches, ausgewogenes Bild Afrikas in der österreichischen Medienöffentlichkeit? Und nicht zuletzt: Wie leben Afrikanerinnen und Afrikaner in Österreich – und welche Rolle spielen Vorurteile und Rassismus in ihrem Alltag?
Diesen Fragen ging ein ORF-DialogForum am Montag, dem 2. November 2026, um 13.00 Uhr im ORF RadioKulturhaus nach. Unter der Leitung von Klaus Unterberger (ORF Public Value) diskutierten Vertreterinnen und Vertreter der Diaspora, des Journalismus, der Wissenschaft und der Zivilgesellschaft.
Leonie Heitz, ORF-Korrespondentin (Paris), die den afrikanischen Kontinent mitbetreut, plädiert für mehr Differenziertheit in der Berichterstattung: „Ich versuche bei meinen Afrika-Reisen eigentlich immer die Vielfalt darzustellen. Es ist einfach, über Krisen, Kriege und Katastrophen zu berichten. Aber der afrikanische Kontinent ist viel mehr als das.“ Als konkretes Beispiel nennt sie Kenia, das 90 Prozent seiner Stromversorgung aus erneuerbarer Energie speist: „Das ist ein Beispiel dafür, dass afrikanische Länder teilweise weiter als Europa sind.“
Hier hakte Aaron Sterniczky, Professor an der Deutschen Hochschule für angewandte Wissenschaften in Brandenburg und Afrikaspezialist, ein und machte auf das enorme wirtschaftliche Potenzial des Kontinents aufmerksam: „Der Internationale Währungsfonds hat errechnet, dass die Wachstumsrate der subsaharischen Ökonomien bei 4,5 Prozent liegt. Global ist die Wachstumsrate bei 3 Prozent. In China ist sie bei 4 Prozent. Subsaharisches Afrika wächst momentan ökonomisch schneller als China, viermal so schnell wie Europa.“
Für Differenzierung – in erster Linie im österreichischen Schulwesen – plädierte auch Rilwan Mogaji, Unternehmer im Bereich digitales Marketing und Mitgründer von AIVITAS (Advancing Equality within the Austrian School System). „Leider fokussieren wir uns derzeit auf negative Beispiele, auch im Bildungswesen.“ Als Unternehmer sieht er den Kontinent als Inspirationsquelle: „Was mich inspiriert, ist die Kreativität, wie man Probleme identifiziert, sie erkennt und dafür lokale Lösungen findet.“
Melanie Kandlbauer, Autorin von „Wer sagt dir, was normal ist?“ und tätig im Verein „Zwischen den Zeilen“, fordert mehr Repräsentation und kritisches Denken: „Diversität heißt nicht nur Diversität in der Berichterstattung. ExpertInnen können doch auch ExpertInnen of Color sein – natürlich gibt es auch schwarze Menschen, die über Wirtschaft sprechen, über Philosophie, über Literatur und Geschichte.“
Apropos Berichterstattung: Chantal Bamgbala, Trainerin für Rassismuskritik, verweist hier auf strukturelle Probleme: „Lese ich immer wieder von Kriminalität, ausgehend von Menschen afrikanischer Herkunft, dann glaube ich, dass diese Gruppe kriminell sei.“ Sie fordert strukturell verankerte Rassismuskritik auch im ORF.
Alexis Neuberg, Leiter von Radio Afrika International (Ö1) und Afrika TV (OktoTV), der heuer das 30-jährige Bestehen von Radio Afrika feiert, betont die Informationsfunktion unabhängiger afrikanischer Stimmen: „Es ist an der Zeit, dass Journalist:innen aus Afrika über Afrika berichten.“ Radio Afrika International verfügt über 17 Korrespondentinnen und Korrespondenten in Afrika, die mehr als 30 Sendungen produzieren.
Die TV-Aufzeichnung ist am Montag, dem 9. November 2026, um 13.05 Uhr in ORF III und auf ORF ON zu sehen sowie auf ORF Sound zu hören.
Das ORF-DialogForum ist eine Initiative des ORF, um das Gespräch mit seinem Publikum, den österreichischen Institutionen sowie den Organisationen und Gruppen der Gesellschaft zu beleben.
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