• 05.11.2026, 11:01:02
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Neuer „Universum“-Zweiteiler „Zealandia“ gibt Einblick in die Geheimnisse eines versunkenen Kontinents

Eine außergewöhnliche Reise zum achten Kontinent unseres Planeten am 10. und 17. November um 20.15 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON

Wien (OTS) - 

Die Landkarte unserer Erde scheint längst vollständig. Ihre Kontinente sind vermessen, selbst die entlegensten Winkel sind erforscht. Und dennoch hält dieser Planet immer wieder Überraschungen bereit. Tief im Südpazifik liegt eine gewaltige Landmasse, die sich fast vollständig unseren Blicken entzieht: Zealandia. Etwa halb so groß wie Europa und zu rund 95 Prozent vom Meer bedeckt, sind nur seine höchsten Erhebungen sichtbar – darunter Neuseeland und Neukaledonien. Dass ein Kontinent dieser Größe so lange weitgehend unentdeckt bleiben konnte, scheint kaum vorstellbar. Doch erst nach Jahrzehnten der Forschung verdichteten sich die Hinweise auf das, was unter dem Pazifik verborgen liegt: eine gewaltige Landschaft aus Gebirgen, Tälern und Ebenen. 2017 legte ein internationales Forschungsteam schließlich die wissenschaftlichen Argumente dafür vor, Zealandia als eigenständigen – und somit achten – Kontinent zu betrachten. Der neue „Universum“-Zweiteiler „Zealandia – Der verschollene Kontinent“ und „Zealandia – Aufstieg aus der Tiefe“ von Lars Pfeiffer erzählt am Dienstag, dem 10. und 17. November 2026, jeweils um 20.15 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON von einer der erstaunlichsten Entdeckungen der jüngeren Erdgeschichte und von einer Natur, die über Jahrmillionen auf diesem beinahe versunkenen Kontinent ihre ganz eigenen Wege genommen hat.

Teil 1: „Zealandia – Der verschollene Kontinent“

Vor mehr als 80 Millionen Jahren begann sich Zealandia vom Urkontinent Gondwana zu lösen. Seine Erdkruste wurde dünner, weite Teile versanken im Pazifik. Auf den verbliebenen Inseln entwickelte sich, vom Rest der Welt getrennt, eine einzigartige Vielfalt des Lebens. Hier überlebten uralte Tierlinien und Vögel besetzten ökologische Nischen, die anderswo Säugetieren vorbehalten waren. Doch wie konnte ein ganzer Kontinent beinahe vollständig verschwinden?

Teil 1 des neuen „Universum“-Zweiteilers begleitet Forschende bei ihrer Spurensuche. Weit draußen im Pazifik fördern sie Bohrkerne aus dem Meeresboden zutage. Die darin eingeschlossenen Sedimente und Gesteine geben Aufschluss über die geologische Vergangenheit der Region. Jahrzehntelang sucht auch der neuseeländische Geologe Nick Mortimer nach Beweisen für Zealandia. Der entscheidende Hinweis findet sich tief unter Wasser: Granit, wo eigentlich Basalt zu erwarten wäre – Kontinentalgestein mitten im Ozean. Moderne Vermessungen zeichnen schließlich das Relief Zealandias mit seinen Gebirgen, Tälern und Ebenen nach. 2017 bringt Mortimer gemeinsam mit seinem Team die wissenschaftlichen Belege vor: Unter dem Pazifik liegt ein Kontinent verborgen.

Die Geschichte Zealandias ist untrennbar mit jener seiner Bewohner verbunden. Der flugunfähige Kākāpō lässt nachts seine tiefen Balzrufe durch die Wälder hallen, Kiwis führen ein Leben, das eher an nachtaktive Säugetiere erinnert, und urtümliche Tuatara-Brückenechsen haben bereits die Zeit der Dinosaurier überdauert. Vor Neukaledonien grasen Dugongs auf ausgedehnten Seegraswiesen und Neukaledonienkrähen verblüffen mit ihrem Werkzeuggebrauch. Doch was die Evolution über Jahrmillionen in Isolation hervorbrachte, erwies sich mit der Ankunft eingeschleppter Säugetiere als verletzlich. Besonders dramatisch zeigt sich das beim Kākāpō. Heute kämpfen Artenschützer:innen um jeden einzelnen Vogel. Denn das Überleben einer der ungewöhnlichsten Tierwelten der Erde hängt inzwischen auch vom Menschen ab.

Teil 2: „Zealandia – Aufstieg aus der Tiefe“

Zealandia ist zwar größtenteils versunken, zur Ruhe gekommen ist der Kontinent dennoch nicht. Berge wachsen und Vulkane sind aktiv. Unter dem Pazifik arbeitet Zealandia weiter an seiner eigenen Gestalt. Teil 2 des neuen „Universum“-Zweiteilers zeigt, wie diese Kräfte bis heute Landschaften formen und immer wieder neue Lebensräume erschaffen.

Im neuseeländischen Fiordland trifft dichter Regenwald unmittelbar auf das Meer. Hier lebt ein Pinguin zwischen Bäumen: Der Tawaki brütet unter Wurzeln und umgestürzten Stämmen und pendelt zwischen Wald und Ozean. Forschende untersuchen, wie sich Veränderungen im Meer auf den seltenen Dickschnabelpinguin auswirken. Unter den grünen Hügeln von Waitomo führt die Reise tief hinein in eine andere Welt. In feuchten Höhlen locken die Larven endemischer Langhornmücken mittels Biolumineszenz ihre Beute an. Im Kalkstein finden sich zugleich Spuren einer Vergangenheit, in der auch diese Landschaft noch unter dem Meer lag.

Vor Neukaledonien gibt Zealandia ein weiteres Rätsel auf. Buckelwale kehren Jahr für Jahr zu den Gipfeln versunkener Berge zurück. Meeresbiologin Solène Derville und ihr Team wollen herausfinden, was die Tiere immer wieder dorthin zieht. Auf Grande Terre wiederum haben nährstoffarme, metallreiche Böden eine bizarre Pflanzenwelt hervorgebracht; darunter fleischfressende Arten, die sich auf ungewöhnliche Weise mit Nährstoffen versorgen. Und Zealandia wächst weiter. Wo die Pazifische und die Australische Platte aufeinandertreffen, heben sich die Südlichen Alpen Neuseelands noch heute. Hier lebt der Kea, der einzige alpine Papagei der Erde.

„Zealandia“ entstand als Koproduktion von ORF, ZDF, ZDF/arte, NHK, Vision Airways und Nature Films in Zusammenarbeit mit ORF-Enterprise und dokumentiert mit eindrucksvollen Naturaufnahmen, aufwendigen Animationen und spannenden Einblicken in die Forschung eine außergewöhnliche Reise zum achten Kontinent unseres Planeten.

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