• 05.11.2026, 09:00:55
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Erst ein Viertel der heimischen Großunternehmen konnte CO2-Ausstoß reduzieren und somit seine Resilienz verbessern

PwC Österreich analysiert die Nachhaltigkeitsberichte der umsatzstärksten Unternehmen des Landes

ESG-Ranking 2026 von PwC Österreich
Wien (OTS) - 

  • Klimarisiken im Blick: Mehr als drei Viertel der untersuchten Unternehmen analysieren ihre Klimarisiken – die finanzielle Abbildung bleibt jedoch begrenzt.
  • Energieresilienz ausbaufähig: Ein Drittel deckt mehr als die Hälfte seines Energieverbrauchs aus erneuerbaren Quellen. Von diesen Unternehmen weisen zugleich zehn einen sinkenden Energieverbrauch im Verhältnis zum Nettoumsatz nach.
  • Wasser und Kreislaufwirtschaft: Rund jedes vierte Unternehmen hat eine eigene Kreislaufwirtschaftsstrategie. Nur 9 % veröffentlichen ihren Wasserverbrauch im Verhältnis zum Nettoumsatz.
  • Höhere ESG-Performance: Unternehmen mit Frauen in der Führung oder ESG-Kriterien in der Managementvergütung schneiden signifikant besser ab.
  • Heimische Börsenunternehmen auf DACH-Niveau: Österreichs börsennotierte Unternehmen halten bei der ESG-Performance mit Vergleichsunternehmen aus Deutschland und der Schweiz mit.

Hitzesommer, Dürre sowie volatile Rohstoff- und Energiepreise stellen Unternehmen vor eine wirtschaftliche Frage: Wie widerstandsfähig sind ihre Standorte, Lieferketten und Geschäftsmodelle? Das aktuelle „ESG Performance & Resilienz Benchmarking“ von PwC Österreich zeigt: Von 105 analysierten Großunternehmen setzen sich bereits 86 % (90 Unternehmen) messbare Klimaziele. Dennoch bleibt eine deutliche Lücke zwischen den gesetzten Zielen und der tatsächlichen Emissionsreduktion. Nur 5 % der untersuchten Unternehmen schaffen es, sowohl die absoluten (Tonnen, Scope 1 und Scope 2) als auch relativen CO2-Emissionen (CO2 je Euro Umsatz) über die letzten drei Jahre zu reduzieren. Bei rein absoluten Emissionen schaffen 25 der 105 (24 %) Unternehmen eine Reduktion über die vergangenen drei Jahre. Der Gutteil dieser setzt sich konkret messbare CO2-Reduktionsziele (24 Unternehmen), integriert ESG in die Managementvergütung (14 Unternehmen), hat die Klimarisiken bewertet (17 Unternehmen) und einen klaren Klimatransitionsplan aufgestellt (17 Unternehmen).

Die finanzielle Abbildung von Klimarisiken bleibt in den untersuchten Veröffentlichungen begrenzt: Während über drei Viertel der Unternehmen (81 gesamt, 77 %) Klimarisiken analysieren, erwähnen neun klimabezogene Rückstellungen. Nur eines beziffert diese. Daraus lässt sich allerdings nicht ableiten, ob bei den übrigen Unternehmen entsprechende Rückstellungen erforderlich wären oder Klimarisiken auf andere Weise bilanziell berücksichtigt werden.

Für das Benchmarking hat PwC nach öffentlich zugänglichen Informationen von den 162 umsatzstärksten Unternehmen des Landes recherchiert. 105 davon zeigen bewertbare ESG-Kennzahlen und Informationen. Die Bewertung des Benchmarkings orientiert sich an den Definitionen der European Sustainability Reporting Standards (ESRS).

„Wenn Hitze die Produktion belastet, Frischwasser knapp wird oder Rohstoff- und Energiepreise steigen, wird Nachhaltigkeit zur Frage der wirtschaftlichen Widerstandskraft. Entscheidend ist, ob Unternehmen ihre Risiken und Chancen in konkrete Maßnahmen und Investitionen übersetzen. Klimaziele allein machen Unternehmen noch nicht zukunftssicher“, sagt Philipp Gaggl, Partner und Sustainability Consulting Leader bei PwC Österreich.

Kreislaufwirtschaft, Energie und Wasser: Potenzial für mehr Resilienz

Ein Drittel der untersuchten Unternehmen deckt mehr als 50 % seines Gesamtenergieverbrauchs durch erneuerbare Energien. Zehn Unternehmen davon weisen ebenfalls eine sinkende Energieintensität auf – verbrauchen also weniger Energie im Verhältnis zum Nettoumsatz. Bezogen auf das gesamte Ranking sind es 26 österreichische Unternehmen, die ihre Energieintensität mindestens im Vergleich zum Vorjahr reduzieren konnten.

Ein Viertel der analysierten Unternehmen haben eine eigene Kreislaufwirtschaftsstrategie. Ihre Wasserverbrauchsintensität, gemessen am Nettoumsatz, veröffentlichen hingegen nur 9 % der Unternehmen.

Bei 49 untersuchten Industrieunternehmen ist keine sinkende Energieintensität nachgewiesen, bei 57 keine sinkende Wasserverbrauchsintensität. Banken und Versicherungen sind aus diesen beiden Auswertungen ausgenommen. Fehlende Nachweise bedeuten nicht zwangsläufig, dass keine Maßnahmen gesetzt werden. Sie erschweren jedoch die Einschätzung, wie gut Unternehmen auf Preissteigerungen und Ressourcenknappheit vorbereitet sind.

„Wer Energie, Wasser und Materialien effizienter nutzt und Kreisläufe schließt, kann Kosten und Abhängigkeiten reduzieren. Dafür braucht es messbare Ziele, klare Verantwortlichkeiten und gezielte Investitionen“, sagt Gaggl.

Vielfalt und Anreizsysteme als Erfolgsfaktoren

Unternehmen, die ESG-Kriterien in die Vergütung von Vorstand und weiteren Management-Ebenen integrieren, schneiden in der ESG-Performance deutlich besser ab: Die 18 Unternehmen mit entsprechenden Anreizsystemen erreichen eine durchschnittliche ESG-Performance von 67 % – mehr als doppelt so viel wie jene ohne solche Anreize (28 %).

Auch bei der Zusammensetzung der Führungsebene zeigen sich Unterschiede: Die 41 Unternehmen mit mindestens einer Frau in der Geschäftsführung erzielen im Schnitt eine ESG-Performance von 55 %. Bei Unternehmen ohne Frau in der Geschäftsführung liegt der Wert bei 37 %.

Die Ergebnisse deuten auf eine enge Korrelation zwischen ESG-Performance und Governance-Faktoren wie Diversität oder ESG in der Management-Vergütung hin – ohne jedoch kausale Zusammenhänge abschließend zu analysieren.

Österreichs Börsenunternehmen halten international mit

Über alle 105 österreichischen Unternehmen hinweg liegt die durchschnittliche ESG-Bewertung bei 44 % der möglichen Punkte. Die 47 Vergleichsunternehmen aus Deutschland und der Schweiz erreichen 61 %. Ein Blick auf die börsennotierten Unternehmen relativiert diesen Abstand: Österreichs börsennotierte Unternehmen kommen auf 63 % und liegen damit auf dem Niveau der Vergleichsgruppe.

„Die heimischen Börsenunternehmen zeigen, dass österreichische Unternehmen international mithalten können. Die Aufgabe ist jetzt, messbare Fortschritte breiter in der Wirtschaft zu verankern. Nachhaltigkeitsdaten schaffen dafür eine wichtige Grundlage: Sie helfen, Risiken zu erkennen, Investitionen zu priorisieren und Fortschritte nachvollziehbar zu machen“, sagt Gaggl.

Über das ESG Performance & Resilienz Benchmarking
PwC Österreich untersuchte 105 der umsatzstärksten Unternehmen mit Sitz in Österreich sowie 30 DAX-Unternehmen und 17 Großunternehmen aus der Schweiz. Grundlage waren ausschließlich öffentlich zugängliche, zuletzt veröffentlichte Informationen zum Geschäftsjahr 2025, insbesondere Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichte, mit Veröffentlichungsstand Ende August 2026.

Die Bewertung umfasst 27 Performance-Kriterien, die sich überwiegend aus den ESRS ableiten. Der ausgewiesene Prozentwert beschreibt den Anteil der erreichten Bewertungspunkte. Fehlende Punkte können auch auf fehlende öffentliche Informationen zurückzuführen sein. Aufgrund der erweiterten Kriterien sind die Gesamtwerte nur eingeschränkt mit den Vorjahren vergleichbar.

Rückfragen & Kontakt

PwC Österreich
Lukas Stieger
Corporate Communications
Telefon: +43 699 16300453
E-Mail: [email protected]

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