- 05.11.2026, 09:01:05
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Tiertransporte: VIER PFOTEN, VGT und "Freunde der Tierecke" mit Offenem Brief an die österreichische Politik
Verhandlungen im EU-Rat in entscheidender Phase
Die Verhandlungen zur Überarbeitung der EU-Tiertransportverordnung sowohl im Europäischen Parlament als auch im EU-Rat unter der Ratspräsidentschaft Irlands gehen nach jahrelangen Verhandlungen in eine entscheidende Phase. Die von der EU-Kommission vorgeschlagenen – ohnedies geringfügigen - Verbesserungen für die Tiere drohen im EU-Rat, in dem auch die zuständigen österreichischen Minister:innen vertreten sind, weiter verwässert zu werden. Drei österreichische Tierschutzorganisationen schlagen deshalb Alarm: VIER PFOTEN, der VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN und der Verein „Freunde der Tierecke“ warnen ausdrücklich vor einem faulen Kompromiss auf dem Rücken der Tiere und wenden sich in einem Offenen Brief an Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig, Tierschutzministerin Korinna Schumann sowie die Staatssekretärin für Tierschutz Ulrike Königsberger-Ludwig. Sie drängen darauf, dass Österreich sich in der Endphase der Verhandlungen aktiv für konkrete Verbesserungen einsetzt.
„Die Gespräche im Hintergrund haben leider eine sehr negative Entwicklung genommen. Der derzeitige Entwurf des EU-Rats ist in einigen Punkten deutlich schlechter als der Vorschlag der EU-Kommission – und der war schon völlig unzureichend! Wenn jetzt nicht das Ruder noch herumgerissen wird, dann droht eine Gesetzgebung, die für die Europäische Union als Wertegemeinschaft eine Schande wäre
“, sagt VIER PFOTEN Kampagnenleiterin Veronika Weissenböck.
Die Verschlechterung betrifft beispielsweise die Transportzeiten: Während die Kommission die maximale Transportdauer für Schlachttiere auf neun Stunden begrenzen wollte, sieht der Ratsvorschlag bis zu 31 Stunden vor. Für Zucht- und Masttiere wären sogar bis zu 63 Stunden Transportzeit möglich statt der von der Kommission vorgesehenen maximal 42 Stunden.
„Das widerspricht dem grundlegenden Tierschutzprinzip, Transportzeiten so kurz wie möglich zu halten und ist deshalb inakzeptabel. Man muss sich vor Augen halten: Die Tiere werden dicht gedrängt bei Hitze genauso wie bei Kälte und ohne ausreichende Versorgung transportiert. Für viele endet die Fahrt mit Erschöpfung und Verletzungen, manche sterben sogar noch während des Transports
“, sagt Isabell Eckl vom VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN.
Ein weiteres Beispiel sind die sensiblen Kälbertransporte. Kälber sollen laut Kommissionsvorschlag frühestens ab einem Alter von fünf Wochen transportiert werden dürfen, und zwar maximal acht Stunden, beziehungsweise bis zu 19 Stunden bei Fahrzeugen mit Fütterungssystemen. Der Rat möchte Transporte bereits ab drei Wochen erlauben oder möglicherweise sogar früher, wie einige Gerüchte über den jüngsten, im Oktober verbreiteten Kompromisstext nahelegen. Zudem sollen deutlich längere Transportzeiten zulässig sein, nämlich bis zu 30 Stunden mit Fütterungssystemen am LKW.
„Gerade kleine Kälber müssen besonders geschützt werden! Das Verladen, der Lärm, das Zusammendrängen auf engstem Raum ohne ausreichende Versorgung bedeuten massiven psychischen und physischen Stress, was das ohnehin noch nicht voll ausgebildete Immunsystem der Tiere zusätzlich schwächt. Der Transport von Kälbern, die noch auf Muttermilch angewiesen sind, sollte daher grundsätzlich verboten werden
“, so Maggie Entenfellner, Leiterin der „Freunde der Tierecke“.
Österreich kann durchaus etwas bewegen: Es gehört innerhalb der EU zur Gruppe der sogenannten „Vught-Staaten“, zu denen auch die Niederlande, Luxemburg, Belgien, Schweden, Dänemark und Deutschland zählen. Diese Staaten setzen sich traditionell für höhere Tierschutzstandards ein und können sich als gemeinsame Allianz gegen eine Abschwächung des Verordnungsvorschlags stellen.
„Es geht jetzt darum, eine drohende Katastrophe zu verhindern. Es kann nicht sein, dass eine Überarbeitung einer ohnedies unzureichenden und 20 Jahre alten Verordnung keine wirklichen Verbesserungen für Tiere mit sich bringt. Österreichs Politik muss im EU-Rat Flagge zeigen, sonst ist der Tierschutz, der immerhin in unserer Verfassung steht, ein bloßes Lippenbekenntnis“, so VIER PFOTEN, VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN und „Freunde der Tierecke“ unisono.
Rückfragen & Kontakt
VIER PFOTEN - Stiftung für Tierschutz
Mag. Elisabeth Penz
Telefon: 06643086303
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.vier-pfoten.at
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