- 05.11.2026, 09:00:59
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Wintersonne statt teure Energieimporte: Österreichs unterschätztes Energiepotenzial
Neues Lösungspapier zeigt: Mit winteroptimierten PV-Anlagen und Stromspeichern kann Österreich auch im Winter deutlich mehr heimischen Sonnenstrom nutzen und teure Energieimporte reduzieren.
Mit Blick auf die zuletzt gestiegenen Gaspreise und das Thermometer, rückt die heimische Energieversorgung wieder in den Mittelpunkt. Eine Energiequelle davon wird nach wie vor unterschätzt: die Photovoltaik. Wer an Sonnenstrom denkt, hat meist lange Sommertage vor Augen. Dabei ist Photovoltaik keine reine Sommertechnologie, sondern eine Sonnentechnologie – die auch im Herbst und Winter wertvolle Energie liefert. Der Bundesverband Photovoltaic & Battery Austria (PV&B Austria) macht gemeinsam mit der Technologieplattform Photovoltaik (TPPV) deshalb auf das bislang unzureichend genutzte Potenzial der Wintersonne aufmerksam und zeigt Möglichkeiten auf, um das Potenzial das ganze Jahr voll auszunutzen.
Drei Fakten zur PV-Stromproduktion im Winter
- Potenzial von winteroptimierten PV-Anlagen: Sie erzeugen im Dezember bis zu 42 % mehr Strom und erreichen einen Jahresertrag von bis zu 1.420 kWh/kWp.
- Weniger teure Stromimporte: Durch den verstärkten PV-Ausbau könnten bedeutende Anteile der derzeitigen Stromimporte im Winter durch heimische Sonnenenergie ersetzt werden.
- Potenzial eines sonniges Wintertages: An einem sonnigen Wintertag könnten PV-Anlagen im Jahr 2040 rund 25 % des österreichischen Strombedarfs decken.
Sonnenreicher Herbst zeigt: PV-Saison endet nicht im Sommer
Der Oktober 2026 unterstreicht eindrucksvoll, dass die Sonnenstromproduktion keineswegs auf die Sommermonate beschränkt ist. Österreich verzeichnete diesen Oktober knapp 20 Prozent mehr Sonnenstunden als im Vergleichszeitraum 1991 bis 2020. In Wien gab es sogar ein Plus von 40 Prozent. „Wer Photovoltaik hört, denkt häufig zuerst an den Sommer. Dabei ist nicht die Jahreszeit entscheidend, sondern die verfügbare Sonnenstrahlung. Der heurige Herbst zeigt, welches Potenzial auch in den vermeintlich schwächeren Monaten steckt. Dieses Potenzial müssen wir das ganze Jahr über konsequent nutzen – gerade mit Blick auf unsere Energieunabhängigkeit
“, betont Vera Immitzer, Geschäftsführerin von PV&B Austria.
Intelligente Anlagenplanung für mehr Wintersonne
Entscheidend ist, die Sonnenstrahlung und eine darauf abgestimmte Anlagenplanung. Besonders senkrecht montierte PV-Module, etwa an Südfassaden, können die tiefstehende Wintersonne optimal nutzen und im Dezember bis zu 42 Prozent mehr Strom erzeugen als herkömmlich geneigte Dachanlagen. Ein weiterer Vorteil: PV-Module arbeiten bei niedrigen Temperaturen effizienter, weshalb gerade kalte, sonnige Wintertage gute Stromerträge ermöglichen. „Wer die Wintersonne bereits bei der Planung berücksichtigt, kann die Stromausbeute in den kalten Monaten deutlich steigern. Bereits heute deckt Sonnenstrom rund acht Prozent des österreichischen Stromverbrauchs im Winterhalbjahr. Mit einem gezielten PV-Ausbau könnte dieser Anteil bis 2040 auf rund 14 Prozent steigen. An einem sonnigen Dezembertag könnte Photovoltaik dann sogar rund ein Viertel des täglichen Strombedarfs decken.
“, erklärt Hubert Fechner, Obmann der TPPV.
Mit PV und Speichern die winterliche Stromlücke abfedern
Um den tagsüber erzeugten Sonnenstrom auch in den verbrauchsintensiven Abendstunden nutzen zu können, braucht es intelligent und vorausschauend betriebene Batteriespeichern. Ebenso wichtig ist es aber auch, das vorhandene weitere PV-Potenzial rasch zu nutzen den PV-Ausbau ambitioniert fortzusetzen. Entsprechend angepasste Einspeise-Tarife, die die Winterstromerzeugung begünstigen sind ebenso wesentlich.
Im Zusammenspiel mit Wind- und Wasserkraft und den Speichertechnologien kann Photovoltaik wesentlich dazu beitragen, die winterliche Stromlücke zu schließen und Österreichs Abhängigkeit von teuren Stromimporten zu beenden. Ein Ausbau auf rund 41 Gigawatt installierte PV-Leistung bis 2040 könnte im Winterhalbjahr rechnerisch so viel Sonnenstrom erzeugen, wie Österreich derzeit im Winter importiert. Gerade angesichts der aktuell rekordhohen Gaspreise verdeutlicht dieses Potenzial die Dringlichkeit eines beschleunigten PV-Ausbaus und des konsequenten und kompletten Ausstiegs aus dem fossilen Energiesystem.
Weitere Informationen: Das Lösungspapier „Wintersonne zur Stromproduktion nutzen – Strategie und optimaler Mix aus PV und Batterie“ von PV&B Austria und der TPPV zeigt konkrete Maßnahmen, um die Stromproduktion aus Photovoltaik im Winter deutlich zu heben.
Wintersonne zur Stromproduktion nutzen
Ein Lösungspapier des Bundesverbands Photovoltaic & Battery Austria und der Technologieplattorm Photovoltaik Österreich
Rückfragen & Kontakt
Bundesverband Photovoltaic & Battery Austria
Telefon: +43 1 522 35 81-410
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.pvbaustria.at
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