- 05.11.2026, 07:00:03
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Koordiniert.Konsequent.Gemeinsam: Stadt Wien und LPD-Wien zeichnen positive Erstbilanz des Maßnamenpakets
Die Schutzzone im Fritz-Imhoff-Park und das Alkoholkonsumverbot am Westbahnhof zeigen erste Wirkung. Stadt Wien und Polizei setzen auf Schwerpunktaktionen, soziale und medizinische Unterstützung sowie konsequentes Vorgehen gegen illegalen Handel.
Seit dem 8. Mai 2026 greift das umfassende Maßnahmenpaket bei den Entwicklungen im öffentlichen Raum entlang der Achse Westbahnhof–U6 Gumpendorfer Straße. Die Bilanz zeigt, dass gezielte Maßnahmen wirken können, insbesondere dort, wo sie konsequent umgesetzt und von vielen Beteiligten gemeinsam getragen werden. Der Fritz-Imhoff-Park ist wieder für alle zugänglich und erfüllt somit seine ursprüngliche Funktion als Erholungsraum und Spielplatz für Kinder und Jugendliche. Am Westbahnhof gibt es erste Verbesserungen, etwa durch einen geringeren Aufenthalt von marginalisierten Personen in der Bahnhofshalle. Rund um die U6-Station Gumpendorfer Straße ist der illegale Handel von Suchtmitteln aber noch nicht ausreichend zurückgedrängt. Die Bilanz der Polizei hinsichtlich der Schutzzone Fritz-Imhoff-Park seit Einführung Stand Oktober 2026:
- 950 Betretungsverbote
- 474 Verwaltungsstrafanzeigen wegen Missachtung des Betretungsverbotes
Trotz einiger Verbesserungen ist die Situation vor Ort noch nicht zufriedenstellend, daher soll der gemeinsame, konsequente Ansatz fortgesetzt werden.
Das umfassende Maßnahmenpaket wird daher mit Fokus auf die folgenden 6 Punkte weitergeführt und ergänzt:
- Die Schutzzone wird verlängert: Die Bilanz der Polizei sowie die spürbare Entlastung des Fritz-Imhoff-Parks zeigen, dass die Schutzzone wirkt. Die konsequente Erhebung und Beobachtung der Umgebung verdeutlicht zudem, dass es zu keiner manifesten Verlagerung beim Aufenthalt von suchtkranken Menschen gekommen ist. Um die erzielten Verbesserungen abzusichern und dort nachzuschärfen, wo weiterhin Handlungsbedarf besteht, wird die Schutzzone um weitere 6 Monate verlängert.
- GEMEINSAM.SICHER mit unserer Polizei und Sonderaktionen: Sicherheit im öffentlichen Raum hat für die Stadt Wien absolute Priorität. Dabei geht es sowohl um die objektive Sicherheit als auch das subjektive Sicherheitsgefühl der Menschen vor Ort. Im Sinne von „GEMEINSAM.SICHER“ werden die Landespolizeidirektion Wien, die Gruppe Sofortmaßnahmen der Wiener Magistratsdirektion Organisation und Sicherheit (MD-OS) und weitere Einheiten der Stadt Wien Schwerpunkteinsätze verstärkt im Herbst und im Frühling durchführen. Besonderer Fokus liegt dabei auf vulnerablen Örtlichkeiten, wie öffentliche Plätze, Parks oder Verkehrsknotenpunkte. Ziel der Sonderaktionen ist es, die Auswirkungen des konzentrierten Drogenhandels konsequent zu bekämpfen.
- Schwerpunkteinsätze der Wiener Polizei: Die Landespolizeidirektion Wien wird ihre Schwerpunktaktionen in den kommenden Monaten entlang der Achse Westbahnhof–U6 Gumpendorfer Straße verstärken. Um Drogenhandel im Bereich der U6-Station Gumpendorfer Straße weiterhin entgegenzuwirken, wird die Landespolizeidirektion Wien verstärkt präsent sein. Das Ziel besteht darin, die Strukturen des illegalen Handels aufzubrechen und die Situation vor Ort spürbar zu verbessern.
- Reinigung weiterhin verstärkt und vielseitig aufgestellt: Seit der Umsetzung des Maßnahmenpakets im Mai 2026 wurden die Reinigungsmaßnahmen im betroffenen Umfeld verstärkt. Die Wiener Stadtgärten reinigen die Parks zweimal täglich und Mitarbeiter*innen von sam kontrollieren mehrmals täglich das Umfeld auf zurückgelassene Spritzen oder anderen Konsummaterialien. Die „Sauberklauber*innen“ sind von Montag bis Freitag in zusätzlich an besonders belasteten Orten im Einsatz. Im Rahmen einer vom AMS geförderten, tagesstrukturierenden Maßnahme sammeln die Klient*innen zurückgelassene Spritzen, potenziell infektiöses Material und andere Abfälle ein. Ihr Einsatz schafft eine sinnvolle Tagesstruktur, eröffnet Möglichkeiten zur sozialen Teilhabe und setzt ein wichtiges Zeichen gegen die Stigmatisierung von Menschen mit Suchterkrankungen.
Die allermeisten Betroffenen wollen nicht, dass offener Konsum und illegaler Handel das Bild aller suchtkranken Menschen bestimmen. Mit ihrer täglichen Arbeit zeigen die „Sauberklauber*innen“, dass Menschen mit Suchterkrankungen unterschiedliche Lebensrealitäten haben und selbst aktiv zur Verbesserung des Zusammenlebens beitragen können. Das Projekt wird im Grätzl sehr positiv angenommen.
- Medizinische Versorgung sichern, Missbrauch verhindern: Substitution ist ein wichtiger Bestandteil der medizinischen Versorgung von Menschen mit Opioidabhängigkeit. In Wien befinden sich rund 7.000 Menschen in einer solchen Behandlung. Für sie ist die Opioidagonistentherapie (OAT) eine wichtige Grundlage, um gesundheitliche Stabilität zu erreichen, ihren Alltag zu bewältigen und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Ziel ist es daher, die notwendige medizinische Versorgung zuverlässig sicherzustellen und gleichzeitig konsequent gegen den Missbrauch und die illegale Weitergabe von Substitutionsmedikamenten vorzugehen.
Dafür wurden die Kommunikations- und Informationswege zwischen Polizei, Gesundheitsbehörden und Suchthilfesystem überprüft und Melde- sowie Rückmeldewege verbessert. Hinweise auf möglichen Missbrauch, unzulässige Weitergabe oder illegalen Handel mit Substitutionsmedikamenten werden dadurch rascher bei den zuständigen Stellen ankommen und eine strukturierte Überprüfung auslösen und prioritär bearbeitet. Weitere gesundheitsbezogene Maßnahmen sowie Anpassungen der Behandlung und der Abgabe- und Mitgaberegelungen werden mit den behandelnden Ärzt*innen abgeklärt. Im Jedmayer werden den Betroffenen auch weiterhin keine Substitutionsmedikamente mitgegeben.
- Die Sucht- und Drogenkoordination Wien prüft zudem in Abstimmung mit den zuständigen Behörden ein verschärftes Vorgehen gegenüber Personen, die sich einer Begutachtung oder den gesundheitsbezogenen Maßnahmen entziehen. Ziel ist ein verbindlicher Folgeprozess bei fehlender Mitwirkung. Auf Bundesebene hat der Koordinator für Psychiatrie, Sucht- und Drogenfragen, Ewald Lochner, die Prüfung zusätzlicher rechtlicher Handlungsoptionen über die bestehenden Regelungen hinaus angeregt. Dafür werden rechtliche Anpassungen auf Bundesebene erforderlich sein. Alle Maßnahmen müssen verhältnismäßig sein, um die Kontinuität der erforderlichen Versorgung zu gewährleisten.
Das Ziel der Stadt Wien bleibt unverändert: öffentliche Räume, in denen sich Kinder, Familien, Anrainer*innen, Pendler*innen und alle Menschen sicher und willkommen fühlen können – und in denen Menschen, die Unterstützung benötigen, Zugang zu niederschwelliger Hilfe erhalten.
Zitate:
„Wir schauen nicht weg, sondern handeln – und zwar gemeinsam. Die enge und partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Polizei und Stadt ist dabei entscheidend. Wenn alle an einem Strang ziehen, können wir vor Ort gezielt Maßnahmen setzen und die Situation nachhaltig verbessern. Die bisherigen Maßnahmen zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Unser Anspruch ist klar: Die Wienerinnen und Wiener sollen sich in ihrer Stadt sicher fühlen und öffentliche Plätze ohne Bedenken nutzen können. Gleichzeitig lassen wir Menschen, die Hilfe brauchen, nicht im Stich. Diesen gemeinsamen Weg mit der Polizei und allen Partnerorganisationen werden wir konsequent weitergehen.“ - Dr. Michael Ludwig, Bürgermeister und Landeshauptmann von Wien
„Die ersten Ergebnisse zeigen, dass konsequente Polizeiarbeit und die enge Zusammenarbeit mit der Stadt Wien Wirkung entfalten. Die Schutzzone rund um den Fritz-Imhoff-Park hat zu einer deutlichen Entlastung beigetragen. Gleichzeitig sehen wir, dass insbesondere rund um die U6-Station Gumpendorfer Straße weiterhin Handlungsbedarf besteht. Deshalb werden wir unsere Präsenz und die Schwerpunktaktionen konsequent fortsetzen. Unser Ziel ist klar: Drogenhandel konsequent verfolgen und damit die Sicherheit und das Sicherheitsgefühl der Menschen vor Ort stärken. Entscheidend dafür ist, dass alle zuständigen Stellen weiterhin eng und abgestimmt zusammenarbeiten.“ - Mag. Dr. Gerhard Pürstl, Wiener Landespolizeipräsident
„Ich freue mich, dass die Schutzzone um weitere sechs Monate verlängert wird und die Polizei sowie die Dienststellen der Stadt Wien ihren verstärkten Einsatz fortsetzen. Dafür habe ich mich als Bezirksvorsteherin eingesetzt. Für die Familien und Mariahilfer*innen bedeutet das Verlässlichkeit. Der Bezirk wird weiterhin alles unternehmen, was in seiner Kompetenz liegt, von der Reinigung über die Zusammenarbeit mit den Sozialarbeiter*innen bis zum Austausch mit Bewohner*innen und mit dem Elternverein, damit sich die Situation auch an den Außengrenzen der Schutzzone weiter verbessert.“ - Julia Lessacher, Bezirksvorsteherin Mariahilf
Rückfragen & Kontakt
Bernhard Muttenthaler
Mediensprecher des Wiener Bürgermeisters
Telefon: + 43 1 4000 81857
E-Mail: [email protected]
Tatjana Gabrielli
Pressesprecherin, Psychosoziale Dienste der Stadt Wien
Telefon: 01 4000-87308
E-Mail: [email protected]
Pressestelle Landespolizeidirektion Wien
Telefon: +43 1 31310 72133
E-Mail: [email protected]
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