- 04.11.2026, 14:05:02
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Offener Brief: Bevölkerung verdient beim Impfen höchste Sicherheit und verlässliche Versorgung
Offener Brief an Bundesministerin Korinna Schumann, Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig und die Abgeordneten des Österreichischen Nationalrats
Sehr geehrte Frau Bundesministerin, sehr geehrte Frau Staatssekretärin, sehr geehrte Abgeordnete zum Nationalrat!
Wie im Ministerrat am Mittwoch, 4. November 2026, beschlossen wurde, soll der gesetzliche Rahmen geschaffen werden, um künftig Impfungen für FSME, Kombinationsimpfung Tetanus, Keuchhusten und Diphterie auch in Kombination mit Polio sowie Hepatitis B für über 14-Jährige in den Apotheken zu ermöglichen. Wie die Umsetzung konkret aussehen soll, ist im Detail nicht geklärt.
Uns Ärztinnen und Ärzten geht es um die bestmögliche Versorgung der Bevölkerung, nicht um ein Gegeneinander. Eine höhere Impfquote erreicht man nicht durch zusätzliche Impfstellen, sondern durch Vertrauen und Sicherheit, verlässlich verfügbare Impfstoffe sowie funktionierende Versorgungsstrukturen. Wenn das Impfen in Apotheken ermöglicht wird, müssen dort die gleichen hohen Qualitätsstandards und Sicherheitsvorgaben gelten wie in unseren Ordinationen. Denn Impfen ist ein komplexer Vorgang, der Erfahrung und Expertise voraussetzt.
Zudem darf nicht übersehen werden, dass die bestehenden ärztlichen Impfangebote erhebliches Potenzial bieten, das aufgrund unzureichender Organisation nicht voll ausgeschöpft wird. Wer die Impfquote nachhaltig steigern will, muss deshalb zunächst die ärztliche Impfversorgung stärken, da die Bevölkerung dieser vertraut und seit Jahrzehnten kennt. Notwendig sind eine verlässliche Impfstoffverfügbarkeit direkt in den Ordinationen und einfachere Bestell- und Abrechnungsprozesse.
Bei der geplanten Ausweitung sind folgende Rahmenbedingungen unbedingt zu berücksichtigen:
- Patientensicherheit: Impfungen in Apotheken müssen den gleichen Qualitäts- und Sicherheitsstandards unterliegen wie in Ordinationen.
- Haftung: Verantwortlichkeiten, Versicherungsschutz und etwaige Schadensabwicklung müssen eindeutig geregelt sein.
- Faire Impfstoffverteilung: Öffentlich finanzierte Impfstoffe müssen transparent und bedarfsgerecht verteilt werden. Die bestehenden ärztlichen Impfangebote müssen ausgebaut und verbessert werden.
Eine Gesetzesänderung mit derart weitreichenden Auswirkungen verdient eine sorgfältige parlamentarische Auseinandersetzung und ausreichend Zeit für die Einbindung aller betroffenen Berufsgruppen. Wir appellieren an Sie, bei diesem Gesetzesvorhaben Verantwortung im Sinne der Patientinnen und Patienten zu übernehmen.
Zum Download: Offener Brief: Bevölkerung verdient beim Impfen höchste Sicherheit und verlässliche Versorgung
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Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien
Mag. Katharina Hemmelmair
Telefon: 06649697506
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