• 04.11.2026, 14:02:03
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„kulturMATINEE“: Neue Reihe „Rezeptfrei!“, Porträt Caspar David Friedrich, Doku „Klang der Erinnerung“

Außerdem: „kulturWOCHE“ – am 8. November, ab 9.05 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON

Wien (OTS) - 

Die „kulturMATINEE“ am Sonntag, dem 8. November 2026 – ab 9.05 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON – startet die neue ORF-Kulturreihe „Rezeptfrei!“, die zeigt, wie Singen, Atmen, Tanzen und kreative Übungen Körper und Psyche positiv beeinflussen können. Auf das Dacapo des Porträts „Caspar David Friedrich – Die Entdeckung der Unendlichkeit“ (9.15 Uhr) über einen der bedeutendsten Künstler der Romantik folgt im Rahmen des ORF-Schwerpunkts anlässlich des Jahrestages der Novemberpogrome die Dokumentation „Klang der Erinnerung – Orchesterspuren von München bis Tel Aviv“ (10.00 Uhr). Der Film zeichnet die Geschichte des „Nationalsozialistischen Reichs-Symphonie-Orchesters“ und des 1936 gegründeten „Palestine Symphony Orchestra“ nach, aus dem das Israel Philharmonic Orchestra hervorging und das heuer sein 90-jähriges Bestehen feiert. Den von Lillian Moschen präsentierten ORF-Kulturvormittag beschließt die „kulturWOCHE“ (10. 50 Uhr) mit aktuellen Berichten und Tipps.

„Rezeptfrei!“ (9.05 Uhr)

Was kann ein Lied, eine Tanzbewegung oder ein Blatt Papier bewirken? Oft mehr, als man vermutet. Kunst rückt zunehmend in den Fokus, wenn es um Gesundheit, Prävention und Gemeinschaft geht. Die neue ORF-Kulturreihe „Rezeptfrei!“ bringt das Thema nun praxisnah an das Fernsehpublikum heran – unkompliziert, direkt und ohne Anspruch auf Perfektion. Im Fokus stehen unterschiedliche gesundheitliche Themen – von Konzentration über Stressabbau bis Entspannung. In der ersten Folge laden die Opernsängerinnen Bea Robein und Jennifer Davison dazu ein, die eigene Stimme zu entdecken, bewusst zu atmen und gemeinsam die Freude (wieder) zu entdecken, einfach einmal etwas Neues auszuprobieren. Das wöchentlich im Rahmen der „kulturMATINEE“ ausgestrahlte Format liefert einfach anzuwendende Tools für mehr Wohlbefinden durch Musik und Kunst. Für die Regie zeichnen Heidi Neuburger-Dumancic und Hanna Jungwirth verantwortlich.

„Caspar David Friedrich – Die Entdeckung der Unendlichkeit“ (9.15 Uhr)

Die Dokumentation von Angelika Kellhammer beleuchtet das Leben und Werk des Malers Caspar David Friedrich (1774–1840): Der Sohn einer Handwerkerfamilie brach kompromisslos mit Konventionen und wurde zum wohl bedeutendsten Künstler der Romantik. Friedrich, bekannt für seine stimmungsvollen Landschaftsgemälde und seine tiefgründige Symbolik, prägte die Kunstwelt nachhaltig. Der Film führt das Publikum durch dessen bewegte Biografie, seine künstlerische Entwicklung und die Einflüsse, die seine Werke bis heute relevant und faszinierend machen, und ist eine Hommage an einen Künstler, dessen Bilder nicht nur die Schönheit der Landschaft einfangen, sondern auch die inneren Seelenzustände des Menschen widerspiegeln. Die Doku lädt auf eine visuelle und emotionale Reise ein, die zeitlose Relevanz von Friedrichs Kunst zu entdecken und zu verstehen. Filmische Entsprechungen zu den Motiven des Künstlers findet Regisseurin Kellhammer in berückenden Naturaufnahmen; Antworten auf einige seiner Fragestellungen – auch – in der zeitgenössischen Kunst, etwa bei Ólafur Elíasson.

„Klang der Erinnerung – Orchesterspuren von München bis Tel Aviv“ (10.00 Uhr).

Ein Orchester, von dessen Existenz heute kaum jemand weiß, steht im Zentrum dieser Dokumentation von Axel Fuhrmann. Im Herbst 1931 gründete Dirigent Franz Adam in München das „Nationalsozialistische Reichs-Symphonie-Orchester“. Der aus arbeitslosen Musikern zusammengestellte Klangkörper entwickelte sich bald zu einem Instrument nationalsozialistischer Propaganda. Adam, seit 1930 NSDAP-Mitglied, suchte die Nähe des Regimes und sicherte seinem Orchester schließlich staatliche Unterstützung. Ab 1936 war es in die NS-Organisation „Kraft durch Freude“ eingegliedert. Die Musiker spielten auf Reichsparteitagen, tourten in Bussen durch deutsche Städte, traten in besetzten Gebieten und Lazaretten auf – bis das Orchester 1945 mit dem Ende des Krieges aufgelöst und Franz Adam interniert wurde. Der Film stellt dieser Geschichte die Entstehung des „Palestine Symphony Orchestra“ gegenüber, das 1936 vom polnischen Geiger Bronisl̸aw Huberman in Tel Aviv gegründet wurde. Das Orchester bestand aus jüdischen Musikerinnen und Musikern, die Huberman vor dem drohenden Holocaust retten konnte. Mit der Staatsgründung Israels 1948 wurde daraus das Israel Philharmonic Orchestra.

Die Doku zeichnet die Entstehungs- und Wirkungsgeschichte beider Orchester nach und begleitet Joseph Bastian, Chefdirigent der Münchner Symphoniker, und Geiger Linus Roth bei ihrer Spurensuche in München, Nürnberg und Tel Aviv. Sie erzählen von Musik als Propaganda, aber auch als Rettung und Zeichen von Humanismus. Denn während das „Nationalsozialistische Reichs-Symphonie-Orchester“ nach 1945 von der Bildfläche verschwand, wurde das Israel Philharmonic Orchestra zu einem Symbol des Überlebens – heuer blickt es auf 90 Jahre Orchestergeschichte zurück.

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