• 04.11.2026, 11:55:33
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Grüne Wien/Pühringer, Nossek, Prack: Wohnraub in Wien geht ungebremst weiter

Gesetzeslücke muss dringend geschlossen werden

Wien (OTS) - 

Der Wohnraub in Wien geht ungebremst weiter. Den Grünen Wien liegen neue Zahlen zu den beantragten Umwidmungen in Beherbergungsstätten für 2026 vor. So wurden bis zum Stichtag 10. Oktober 2026 317 Anträge eingebracht, 85 davon bewilligt, der Rest ist noch in Bearbeitung. Im Jahr 2025 waren es 305 Anträge. Das heißt, es gab heuer in den ersten 9 Monaten mehr Anträge als im ganzen Jahr 2025. „Die Stadt muss den Wohnraub stoppen und unmissverständlich klarstellen, dass Wohnungen keine Hotels sind. Durch sein Zaudern verantwortet Bürgermeister Ludwig den Verlust von vielen hunderten Wohnungen in Wien. Auch die neuen Regelungen lassen Tür und Tor für weiteren Wohnraub offen. Wir sind als Politiker:innen dafür verantwortlich, die Wohnungen für die Wiener Bevölkerung zu erhalten", so Parteivorsitzende Judith Pühringer.

Bei einer Pressekonferenz in Währing gingen die Grünen auch auf einen aktuellen Fall ein. Im Haus Martinstraße 12 sollen alle Wohnungen zu Unterkunftseinheiten umgewidmet werden – insgesamt 11 Wohnungen. Und das, obwohl der hintere Teil des Hauses jetzt schon ein Beherbergungsbetrieb ist. Bezirksvorsteherin Silvia Nossek: „Währing ist ein beliebter Wohnbezirk mit hoher Lebensqualität. Viele Menschen, die hier aufgewachsen sind, wollen hier bleiben oder wieder zurückkehren – und genau deshalb brauchen wir jede Wohnung als Lebensraum für Menschen, die hier ihr Zuhause schaffen wollen.“ Nossek weist auch darauf hin, dass Währing über keine neuen Stadtentwicklungsflächen verfügt und somit kaum zusätzlicher Wohnraum geschaffen werden kann.

Georg Prack, Wohnbausprecher der Wiener Grünen: „Der Wohnungsraub durch Airbnb & Co. geht munter weiter. Mit der Umwandlung von Wohnhäusern in Beherbergungsstätten wie in der Martinstraße 12 versuchen Spekulant:innen offenbar, die strengeren Regeln zu umgehen. Die Stadt muss dem umgehend einen Riegel vorschieben, bevor noch mehr Wohnungen für immer geraubt werden.“

Weiterhin große Lücken im Gesetz

Die neuen Regeln, die erst kürzlich im Landtag beschlossen wurden, sind zwar ein Schritt in die richtige Richtung, aber sie lassen weiter große Lücken offen: Von den derzeit rund 352.000 privaten Mietwohnungen und 140.000 Eigentumswohnungen in Wien unterliegt die Mehrheit der Mietzinsregulierung. Der jetzige Gesetzesvorschlag lässt für 20 Prozent dieser Wohnungen und rund 10 Prozent des gesamten Wiener Wohnungsbestandes die Möglichkeit zur Umwandlung in Beherbergungsstätten offen. Damit könnten insgesamt bis zu 100.000 Wohnungen weiterhin in Beherbergungsstätten umgewandelt werden.

Die Grünen Wien fordern unter anderem:

  • Eine klare Abgrenzung von Wohnhäusern und Hotels. Kurzzeitvermietung über den ursprünglichen Gedanken der Sharing Economy hinaus muss der Vergangenheit angehören
  • Es braucht eine Regulierung, die die Bewilligung von neuen Tourismus- Appartements in Wien stoppt: Die Ausnahmebewilligung für gewerbliche Nutzung für kurzfristige Beherbergungszwecke in und außerhalb von Wohnzonen soll gestrichen werden. Laufende Ausnahmebewilligungen werden nach Ablauf der Frist nicht verlängert. Und es soll weiterhin möglich sein, eine Wohnung 90 Tage pro Kalenderjahr vorübergehend vermieten zu können, ohne dauerhafte Aufgabe des Wohnsitzes.

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