- 04.11.2026, 11:27:32
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Österreich zieht endlich nach: Startschuss für Impfen in der Apotheke ist gefallen!
Gesetzesentwurf sieht Impfung gegen FSME, Hepatitis B, Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten und Polio vor– Apothekerkammer fordert rasche Erweiterung auf alle nicht-lebenden Impfstoffe
Mit Jahresbeginn soll es endlich so weit sein und Personen ab Vollendung des 14. Lebensjahres können sich in der Apotheke ums Eck gegen FSME, Hepatitis B, Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten und Polio (Kinderlähmung) impfen lassen. Der entsprechende Gesetzesentwurf dazu wurde jetzt in Begutachtung geschickt.
„Impfen ist die wichtigste und wirksamste Präventionsmaßnahme, die wir haben. Das Impfen in Apotheken ist international eine Erfolgsgeschichte: Es erhöht nachweislich die Durchimpfungsraten und erreicht Menschen, die sonst ungeimpft blieben. Es ist sehr zu begrüßen, dass Österreich diesen Weg nun ebenfalls geht. Der vorliegende Entwurf ist ein richtiger erster Schritt, aber eben nur ein erster. Einige geplante Regelungen sind sachlich schwer nachvollziehbar. Die niedrigen Durchimpfungsraten in Österreich geben uns allen zu denken. Bei bis zu 600.000 persönlichen Kontakten am Tag erreichen wir in den Apotheken auch jene Menschen, die sich bisher nicht haben impfen lassen. Mit dem vorliegenden Gesetzesentwurf schränkt die Politik das Potenzial der Apotheken ein und lässt Chancen für höhere Durchimpfungsraten ungenutzt“, kritisiert Gerhard Kobinger, 2. Vize-Präsident der Österreichischen Apothekerkammer.
Impfung aller nicht-lebenden Impfstoffe gefordert
Der eingebrachte Gesetzesentwurf ebnet den Weg für erste Impfungen – die Österreichische Apothekerkammer fordert allerdings, so schnell wie möglich alle nicht-lebenden Impfstoffe in den Apotheken verimpfen zu können. „Vor allem die Influenza-Impfung wäre dringend hinzuzufügen. Denn gerade hier zeigt sich, was Apotheken leisten können: In Portugal stieg die Durchimpfungsrate um 32 Prozent, in Irland liegt sie bei über 65-Jährigen bei 75,7 Prozent – deutlich über dem EU-Schnitt von 47,1 Prozent. In Deutschland wurde die Beschränkung auf einzelne Impfungen wieder aufgehoben, heute sind alle Totimpfstoffe in der Apotheke erlaubt. Es wäre einfach fahrlässig, in Österreich einen Weg einzuschlagen, den Deutschland bereits korrigieren musste“, gibt Susanne Ergott-Badawi, Präsidiumsmitglied der Österreichischen Apothekerkammer, zu bedenken.
Impf-Ausbildung auf höchstem Niveau
Immer wiederkehrende Kritik an der Impf-Ausbildung der Apotheker:innen lassen Ergott-Badawi und Kobinger nicht gelten, Kompetenz und Sicherheit sind garantiert: „Die Ausbildung wurde gemeinsam mit internationalen Impfexpertinnen und -experten entwickelt und österreichweit einheitlich umgesetzt. Mehr als 3.000 Apothekerinnen und Apotheker haben die erforderliche Impfausbildung bereits absolviert. Die Impffortbildung orientiert sich an internationalen Best Practices und beinhaltet umfassende Theorie wie Immunologie, Impfstoffe und Impftauglichkeit, praktische Ausbildung in Impftechnik sowie Schulung in spezifischer Erste-Hilfe und im Notfallmanagement.“
Für die Österreichische Apothekerkammer gilt beim Impfangebot das Prinzip: sicher, wohnortnah und vielfältig. Sie fordert daher von der Politik, die Beschränkungen im Gesetzesentwurf zu korrigieren, damit das Impfen in Apotheken auch in Österreich zur Erfolgsgeschichte wird und nicht auf halber Strecke stehen bleibe. Das sei man der Bevölkerung, die schon so lange auf dieses Angebot wartet, schuldig.
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