• 04.11.2026, 11:14:03
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50 Jahre Arena Wien, 20 Jahr 5/8erl in Ehr’n: Kurzporträt des legendären Kulturraums und Arena-Jubiläumskonzert der Band

Am 9. November ab 23.15 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON

Wien (OTS) - 

Entstanden aus der Besetzung eines Schlachthof-Areals Ende Juni 1976 in Wien-St. Marx ist die Arena heute aus dem Kulturleben der Bundeshauptstadt nicht mehr wegzudenken. Der ORF stellt den legendären Schauplatz von fünf Jahrzehnten Musik- und Kulturhistorie anlässlich seines heurigen 50. Geburtstags einmal mehr ins Rampenlicht und zeigt am Montag, dem 9. November 2026, das Kurzporträt „Arena Wien – 50 Jahre Protestkultur“ (23.15 Uhr). Darin treffen die bewegte Geschichte der Arena und das 20-jährige Bestehen der Kultband 5/8erl in Ehr'n aufeinander: Die Gruppe prägt mit Soul, Mundart und Wienerlied den Sound der Stadt und steht – wie die Arena selbst – für musikalische Freiheit, Humor und Tiefgang. Das im September 2026 aufgezeichnete Jubiläumskonzert von 5/8erl in Ehr'n in der Arena Wien bildet den perfekten Ausgangspunkt, um in die Historie dieses besonderen Ortes einzutauchen und seine Bedeutung für Kreativität, Vielfalt und das authentische Wien hautnah zu erleben.

Dokumentation „Arena Wien – 50 Jahre Protestkultur“ (23.15 Uhr)

Wenn die Arena Wien 50. Geburtstag feiert, werden Haltung, Erinnerung, Widerstand und Musik zelebriert. Seit der Besetzung des ehemaligen Auslandsschlachthofs 1976 steht sie für selbstverwaltete Kultur, Offenheit und Bewegung – ein Ort, an dem laut und frei gedacht, gespielt und gelebt wird, auch heute noch.

Zum Jubiläum treffen die bewegte Geschichte der Arena und das 20-jährige Bestehen von 5/8erl in Ehr’n aufeinander. Der Journalist und einstige Arena-Besetzer Armin Thurnher sieht in der Besetzung des Areals 1976 das Wiener Pendant zur 68er-Bewegung in anderen Ländern. Auf dem weitläufigen Gelände des Auslandsschlachthofs in St. Marx hatten die Wiener Festwochen seit 1970 Theateraufführungen veranstaltet. 1976 sollte damit Schluss sein und das Areal verkauft werden. Doch nach der letzten Vorstellung wurde das Gelände besetzt – eine Initiative, die von der Stadt Wien vorerst geduldet wurde. Es folgte ein Sommer des Lernens: In endlosen Plenarsitzungen wurde Basisdemokratie geübt, das erste Frauenhaus Wiens fand hier eine Heimstätte, Künstler:innen und verschiedene Gruppierungen wurden von der besonderen Atmosphäre angezogen. Im Herbst 1976 war damit Schluss, noch im Oktober begann der Abriss des Geländes.

Als Alternative wurde den Besetzer:innen das wesentlich kleinere Areal des Inlandsschlachthofes zugesprochen. Für viele war das eine herbe Niederlage. Dennoch übernahm eine kleine Gruppe die Schlüssel für den neuen Standort, die „Arena 77“.

Die Arena etablierte sich seither als Kulturzentrum und legendärer Veranstaltungsort: Patti Smith, Alice Cooper, Nirvana, Katy Perry, Ringo Starr und Snoop Dogg sind einige der bekannten Namen, die dort aufgetreten sind. Die Arena ist aber nicht nur ein Ort der Superstars – auch Newcomer bekommen hier eine Chance. Dabei hat sie sich über all die Jahre seit 1976 etwas Entscheidendes bewahrt: Bis heute wird die Arena Wien von einem Verein betrieben, der autonom und basisdemokratisch agiert.

Konzert „20 Jahre Wiener Soul: 5/8erl in Ehr’n“ (23.30 Uhr)

Ein Wienerlied kann wehmütig sein und trotzdem grooven. Es kann vom Alltag erzählen, ohne den Schmäh zu verlieren. In diesem Spannungsfeld haben 5/8erl in Ehr’n ihren eigenen Sound gefunden – und am 12. September 2026 in der Arena Wien zwei Jahrzehnte Wiener Soul gefeiert.

Was 2006 als eigenwilliger Zusammenschluss aus der Wiener Jazzszene begann, ist längst zu einem festen Bestandteil der österreichischen Musiklandschaft geworden. Sieben Studioalben, sechs Amadeus Awards und rund 1.000 Konzerte später klingt die Mischung aus Wienerlied, Jazz, Soul, Blues und Pop unverkennbar nach 5/8erl in Ehr’n. Der Dialekt gibt den Liedern ihren Charakter, der Groove hält sie in Bewegung. Dazwischen liegen Melancholie, feiner Humor und ein genauer Blick auf die kleinen Geschichten des Alltags.

Zum Jubiläum begleiteten Die Strottern, Fiva, Yasmo, Marianne Mendt und das Jazzorchester Vorarlberg die Band durch einen besonderen Abend in der Arena Wien. „Siasse Tschik“, „Badeschluss“ und „Vaporizer“ stehen beispielhaft für die unterschiedlichen Farben ihres musikalischen Kosmos: Wiener Charme, leise Wehmut und eine Lässigkeit, die sich nicht verordnen lässt.

Auch der Ort verlieh dem Jubiläum eine eigene Bedeutung: Die Arena Wien blickt selbst auf 50 Jahre Musik und Subkultur zurück. So begegneten einander zwei Geschichten – die eines ganz besonderen urbanen Freiraums und die einer Band, die zwischen Tradition und Gegenwart ihren ganz eigenen Takt gefunden hat.

Für die TV-Bildregie des Konzerts zeichnet Simon Zauner verantwortlich.

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