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Novemberpogrome 1938: „Universum History“-Neuproduktion über „Hitlers willige Helfer – Österreicher im Nationalsozialismus“

Am 6. November um 22.35 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON

Wien (OTS) - 

Im Rahmen des ORF-Programmschwerpunkts zum Gedenken an die Novemberpogrome in der Nacht vom 9. auf 10. November 1938 und die Opfer der Verfolgung durch das NS-Regime (Details unter https://presse.ORF.at) zeigt „Universum History“ am Freitag, dem 6. November 2026, um 22.35 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON die neue Dokumentation „Hitlers willige Helfer – Österreicher im Nationalsozialismus“ von Barbara Necek, die den österreichischen Einfluss auf die Entstehung der NS-Ideologie und Österreichs Anteil an der Shoa und anderen Verbrechen der Nazis behandelt.

Als Adolf Hitler am 15. März 1938 seine berühmte Heldenplatz-Rede hält, jubeln die Massen. In der Euphorie über den sogenannten „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich schreibt der Wiener Biologe und spätere Nobelpreisträger Konrad Lorenz an einen deutschen Kollegen: „Sie können sich keine blasse Vorstellung davon machen, welche Begeisterung hier herrscht. Ich glaube, wir Österreicher sind die aufrichtigsten und überzeugtesten Nationalsozialisten überhaupt.“ Es scheint, als wolle ein großer Teil der Bevölkerung genau das unter Beweis stellen, etwa mit besonderem Eifer bei gewalttätigen Übergriffen gegen Jüdinnen und Juden. Isolde Vogel, Historikerin am Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW): „Mit Sicherheit ging es auch darum, dass der Antisemitismus, der eine breite Zustimmung in der Bevölkerung hatte, jetzt enthemmt ausgelebt werden konnte.“

All das hatte eine Vorgeschichte: Das völkisch-deutschnationale Lager sammelt sich bereits im 19. Jahrhundert rund um den Politiker Georg von Schönerer. Und Anfang des 20. Jahrhunderts macht der christlich-soziale Wiener Bürgermeister Karl Lueger den Antisemitismus salonfähig. Der Hass auf Jüdinnen und Juden ist quer durch alle Lager und Schichten verbreitet, Adolf Hitler wird in seinen Wiener Jahren maßgeblich durch Schönerer und Lueger geprägt. In der Zwischenkriegszeit bereiten nationalsozialistische Aktivisten den „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich vor.

Wien nimmt bei der Beraubung, Vertreibung und Deportation von Jüdinnen und Juden eine Vorreiterrolle ein. Die von Adolf Eichmann eingerichtete „Zentralstelle für jüdische Auswanderung“ organisiert unter anderem die ersten Deportationen in den Osten. Das sogenannte „Wiener Modell“ wird in vielen anderen Städten des Deutschen Reichs kopiert. Überproportional viele Österreicher sind in Führungspositionen in den besetzten Gebieten tätig, wo sie eine entscheidende Rolle bei der Planung und Durchführung des Holocaust spielen.

Seit den 1980er Jahren arbeiten Historikerinnen und Historiker daran, die Geschichte aufzuarbeiten, um den Mythos, wonach Österreich das erste Opfer des Nationalsozialismus gewesen sei, zu widerlegen. Die Dokumentation der polnisch-österreichischen Regisseurin Barbara Necek zeigt kompakt zusammengefasst die Ergebnisse der jahrlangen Forschungen.

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