- 04.11.2026, 09:19:03
- /
- OTS0035
Digitale Früherkennung: Vorsorge braucht Verbindlichkeit
Plattform für Digitale Gesundheit zeigt beim eHealth-Frühstück, wie digitale Lösungen Prävention und eine vernetzte Gesundheitsversorgung stärken

Erkrankungen früher erkennen, Patient:innen gezielter durch das System begleiten: Digitale Lösungen machen das bereits heute möglich. Beim eHealth-Frühstück der Plattform für Digitale Gesundheit (PDG), ein Netzwerkpartner des FEEI, standen am 3. November Prävention und Früherkennung im Fokus, um vorhandene Strategien und Technologien endlich in die Versorgung zu bringen.
Wie groß der Handlungsbedarf ist, zeigt das Beispiel Lungenkrebs. Laut Statistik Austria erkrankten 2024 in Österreich mehr als 5.500 Menschen neu, für über 4.400 verlief die Krankheit tödlich. Vier von fünf Betroffenen sterben innerhalb von fünf Jahren nach der Diagnose. Der Hauptgrund: Der Tumor wird meist erst im fortgeschrittenen Stadium erkannt. Damit sind Optionen begrenzt und die Therapie teuer – bei einer Behandlung im Spätstadium steigen die Kosten laut internationalen Studien bis um das Zwölffache.
Digitale Vorsorge rettet Leben und senkt Kosten
Screening-Programme kehren dieses Verhältnis um. Werden Hochrisikogruppen wie Raucher:innen zwischen 50 und 70 Jahren jährlich mit Niedrigdosis-CT untersucht, lassen sich laut World Economic Forum (2025) rund 80 Prozent der Erkrankungen in Stadium I oder II erkennen. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate steigt auf bis zu 90 Prozent, gleichzeitig sinken die Behandlungskosten deutlich. Möglich machen das auch digitale Anwendungen, die Einladung zum Screening, Recall, Befundung und Qualitätssicherung zu einem durchgängigen Prozess verbinden können. „Vorsorge ist besser als Nachsorge“, bringt es Florian Schnurer, Leiter der Plattform für Digitale Gesundheit, auf den Punkt. „Digitale Früherkennung ist damit kein Kostenfaktor, sondern eine Investition in gesunde Lebenszeit und ein tragfähiges Gesundheitswesen.“
Von der Strategie zur verbindlichen Umsetzung
Die qualitätsgesicherte Früherkennung wird auf europäischer Ebene durch den Europäischen Plan zur Krebsbekämpfung, die Initiative EUCanScreen sowie österreichweit durch das Nationale Krebsrahmenprogramm forciert. Was aus Sicht der PDG fehlt, ist die verbindliche Umsetzung. Sie gelingt nur, wenn Politik, Sozialversicherung, Medizin und Wirtschaft an einem Strang ziehen. Den Weg dorthin skizziert die PDG in vier Schritten:
- Priorisieren: bestehende Strategien in verbindliche Maßnahmen übersetzen
- Pilotieren: Lungenkrebs-Screening für definierte Risikogruppen erproben
- Integrieren: Einladung, Recall und Dokumentation von Beginn an digital zusammenführen
- Evaluieren: Qualitätsindikatoren nutzen und die weitere Umsetzung darauf aufbauen
Gemeinsam Planungssicherheit schaffen
Neue Anforderungen müssen rechtzeitig in bestehende Systeme und Abläufe einfließen. Dafür braucht es verlässliche Rahmenbedingungen, klare Zuständigkeiten und abgestimmte Zeitpläne. „Wer digitale Gesundheitsversorgung erfolgreich umsetzen will, muss die Medizin-Softwarehersteller früh einbeziehen“, betont PDG-Sprecher Gerhard Stimac. „Sie entwickeln die Lösungen und bringen sie in die Praxis. Dafür ist Planungssicherheit eine Grundvoraussetzung.“
Wie wichtig dieses Zusammenspiel ist, hat auch das eHealth-Frühstück mit Vertreter:innen aus Gesundheit, Politik und Wirtschaft gezeigt. „Früherkennung ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die keine Institution allein stemmen kann“, ist Stimac überzeugt. „Erst wenn alle Akteure an einem Strang ziehen, werden aus Strategien wirksame Programme zum Wohl der Patient:innen.“
Weitere Bilder in der APA-Fotogalerie
Über die Plattform für Digitale Gesundheit
Die „Plattform für Digitale Gesundheit“ ist ein Netzwerkpartner des Fachverbands der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI). In ihr sind Unternehmen organisiert, die in Österreich Software für den Gesundheitsbereich erstellen. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zum effizienten Umgang mit medizinischen und administrativen Daten im Gesundheitswesen. Mitglieder sind: A1 Telekom Austria AG, Apotronik Datenservice Gesellschaft mbH, CAS - Computer Anwendungssysteme GesmbH, CGM ARZTSYSTEME ÖSTERREICH GMBH, D.A.T.A. Corporation Softwareentwicklungs GmbH, DataPharm Network, DocFinder GmbH, HCS - Health Communication Service GmbH, Humanomed IT Solutions GmbH, Latido Health Tech GmbH, LUKAS SOFTWARE, MCW Handelsgesellschaft mbH, MYNEVA Austria GmbH, Schachner & Schlemmer GmbH, Siemens Healthcare Diagnostics GmbH, x-tention Informationstechnologie GmbH, Österreichische Apotheker-Verlagsgesellschaft mbH. digitalegesundheit.online
Rückfragen & Kontakt
FEEI Management-Service GmbH
Mag. Andrea Kopf, MA
Telefon: +43/664/619 25 23
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.feei.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | FEE







