- 04.11.2026, 08:14:02
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Hanke/Costa ad Equal Pay Day: „Wien ist Vorbild – jetzt muss ganz Österreich nachziehen“
Die Wiener SPÖ Frauen fordern die rasche Umsetzung der EU-Lohntransparenzrichtlinie und kritisieren die Blockade von WKO und IV
Österreichs Frauen arbeiten 57 Tage gratis: Am 5. November haben Männer bereits jenes Einkommen erreicht, für das Frauen noch bis Jahresende arbeiten müssen. Österreich zählt im Europavergleich zu den Ländern mit den größten Lohnunterschieden zwischen Frauen und Männern und hat zugleich einen besonders hohen Anteil an Frauen in Teilzeit. Frauen verlieren dadurch Einkommen, Aufstiegschancen und später Pension. Gleichzeitig fehlen den Betrieben Arbeitskräfte. „Diesen Widerspruch können sich weder Frauen und Familien noch unser Land länger leisten“, so LAbg. Marina Hanke, BA, Vorsitzende der Wiener SPÖ-Frauen.
Fairer Lohn ist kein Luxus, sondern Wirtschaftspolitik
„Ein gerechter Arbeitsmarkt ist die Voraussetzung für eine starke Wirtschaft, von der alle profitieren. Doch seit Monaten mauern Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung bei der Umsetzung der EU-Lohntransparenzrichtlinie, obwohl sie ein wichtiger Schritt zum Schließen des Gender Pay Gaps wäre. Wer Frauen nicht fair bezahlt, bremst sie aus und damit auch Familien und das ganze Land“, hält Hanke fest.
Studien aus der EU und dem OECD-Raum zeigen eindeutig, dass mehr Geschlechtergerechtigkeit am Arbeitsmarkt das Bruttoinlandsprodukt sowie Beschäftigung und Produktivität deutlich steigert. „Da fragt man sich schon, wieso sich gerade Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung so gegen die Lohntransparenz stellen“, fügt LAbg. Sara do A. T. da Costa, Frauensekretärin der Wiener SPÖ, hinzu.
Der Gender Pay Gap bedeutet für unzählige Frauen einen lebenslangen finanziellen Nachteil: weniger Einkommen, weniger Vermögensaufbau, mehr Verwundbarkeit in Notlagen und stärkere Abhängigkeit von anderen. „Im schlimmsten Fall kann das auch Gewalt und Missbrauch in Beziehungen begünstigen“, erläutert Hanke. Im Alter folgt die Rechnung: Frauen erhalten deutlich geringere Pensionen und sind überproportional von Altersarmut betroffen.
Wien macht vor, dass es geht
Dass es anders geht, zeigt Wien. Die Bundeshauptstadt weist österreichweit die geringste Einkommenslücke zwischen Frauen und Männern auf. Frauen arbeiten hier „nur“ 39 Tage gratis und damit deutlich weniger als im Bundesdurchschnitt. „Jeder Tag, den Frauen gratis arbeiten müssen, ist einer zu viel. Deshalb setzen wir uns konsequent dafür ein, den Gender Pay Gap zu schließen. Unsere Maßnahmen wirken: Jahr für Jahr sinkt der Wiener Gender Pay Gap um einen Tag“, so da Costa.
Ein entscheidender Hebel dafür ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Rund 89 Prozent der betreuten Kinder in Wien besuchen Einrichtungen, deren Öffnungszeiten eine Vollzeitbeschäftigung der Eltern ermöglichen. Beitragsfreie Kindergärten, Ganztagesschulen und ganztägige Betreuung schaffen die Voraussetzungen dafür, dass Frauen ihr volles Erwerbspotenzial ausschöpfen können. Mit dem waff und der Frauenstiftung eröffnet die Stadt Frauen zudem gezielt neue berufliche Perspektiven und stärkt damit ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit ebenso wie den Wirtschaftsstandort. Die aktuellen Arbeitsmarktdaten zeigen, dass diese Investitionen in Beschäftigung und Qualifizierung Wirkung zeigen.
Jetzt braucht es die konsequente Umsetzung in ganz Österreich. Allen voran braucht es eine starke EU-Lohntransparenzrichtlinie ohne Verwässerungen. „Mit Ministerin Eva-Maria Holzleitner haben wir eine starke Verbündete in der Bundesregierung. Wir werden weiterhin gemeinsam Druck machen, damit Frauen endlich bekommen, was ihnen zusteht: gleichen Lohn für gleiche Arbeit“, halten Hanke und da Costa abschließend fest. (Schluss)
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