- 03.11.2026, 14:00:38
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FSG in der AK Wien: Pensionssystem ist tragende Säule der Alterssicherung
Betriebe haben die Pflicht, arbeiten bis zur Pension möglich zu machen
Die 186. Vollversammlung der Arbeiterkammer Wien befasst sich schwerpunktmäßig mit dem Pensionssystem und was nötig ist, um es dauerhaft abzusichern sowie den Arbeitnehmer:innen gesundes Arbeiten bis zum Pensionsantrittsalter zu ermöglichen. Die Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter:innen (FSG) in der AK Wien bringt dazu unter dem Titel „Pensionen mit Beschäftigung sichern statt Börsenspekulation“ einen von insgesamt 16 Anträgen ein.
„Viele falsche Behauptungen rund um das Pensionssystem werden in Umlauf gebracht, dabei ist unsere gesetzliche Pensionsversicherung eines der erfolgreichsten Sozialsysteme Europas“, hält Erich Kniezanrek, Fraktionsvorsitzender der FSG in der AK Wien, dazu fest. „Für eine stabile, kollektive Altersvorsorge ist der Kapitalmarkt absolut ungeeignet. Sichere Pensionen werden nicht an der Börse entschieden, sondern einzig und allein auf dem Arbeitsmarkt.“ In ihrem Antrag dazu bekennt sich die FSG in der AK Wien daher auch ausdrücklich zum Umlageverfahren, es ist die tragende Säule der Alterssicherung. „Wir müssen auch mit den Märchen vom Bundeszuschuss aufräumen – der Bundesbeitrag war, ist und bleibt ein legitimer und dauerhafter Bestandteil der Pensionsfinanzierung“, so Kniezanrek. Zur Praxis vieler Betriebe, ältere Arbeitnehmer:innen nicht zu beschäftigen oder gar auszusortieren, fordert die FSG in der AK Wien über ein Bonus-Malus-System Anreize bzw. finanzielle Sanktionen, je nach dem ob die Betriebe ausreichend oder zu wenig ältere Arbeitnehmer:innen beschäftigen.
„Was uns besonders empört ist der große Pensions-Gap, die massive Pensionslücke von fast 40 Prozent ist ein klarer Handlungsauftrag an die Politik“, so Kniezanrek. „Frauen stoßen im Berufsleben an viele Hürden, die sich bis in die Pension fortsetzen. Dagegen kann man etwas tun, deshalb fordern wir den flächendeckenden, bundesweiten Ausbau der Kinderbildungs- und Pflegeplätze und wirksame Maßnahmen gegen unfreiwillige Teilzeit.“
Breites Themenspektrum: 16 FSG Anträge für ein gerechtes Wien
Für sichere Pensionen wird der Grundstein auf dem Arbeitsmarkt gelegt, hier gibt es viele Gruppen, die spezielle Förderung brauchen. Kniezanrek: „Der Anteil an Langzeitbeschäftigungslosen steigt seit einigen Monaten deutlich an, im August 2026 waren das rund 105.000 Menschen. Sie brauchen maßgeschneiderte Programme wie die Aktion 55+, diese muss dauerhaft abgesichert werden.“ In einem diesbezüglichen Antrag fordert die FSG in der AK Wien unter anderem individuelle und langfristige Betreuungs- und Unterstützungsprogramme wie das Wiener Projekt „Schritt für Schritt“.
Gute Ausbildungen sind ein wesentlicher Faktor für gute Arbeitsplätze, daher fordert die FSG den Bundesminister für Bildung in einem Antrag auf, die berufsbildenden mittleren und höheren Schulen weiterzuentwickeln, unter anderem was die Anzahl der Schulplätze, das Schulqualitätsmanagement, die Absicherung der Kollegs oder die zeitgemäße Ausstattung von Werkstätten und Labors mit den Technologien der Transformation betrifft.
Insolvenzfonds sichern – Sozialbetrug von Unternehmen bekämpfen
Zum Finanzierungsloch beim Insolvenz-Entgelt-Fonds hat die FSG in der AK Wien eine klare Position. Kniezanrek: „Die Kolleginnen und Kollegen haben hart gearbeitet, im Fall von Insolvenzen dürfen sie nicht um ihr Einkommen umfallen. Für manche Betriebe sind Insolvenzen und Neugründungen zum Geschäftsmodell geworden, das gehört dringend abgestellt. Es ist völlig inakzeptabel, bei Arbeitnehmer:innen Leistungen kürzen zu wollen, während gleichzeitig dubiose Unternehmen die Allgemeinheit weiterhin ungehindert ausnützen können. Der Beitrag muss rasch wieder auf mindestens 0,2 Prozent angepasst werden.“
Mit insgesamt 16 eigenen Anträgen und weiteren, gemeinsam mit anderen Fraktionen eingebrachten, deckt die FSG in der AK Wien ein breites Spektrum an Themen ab, aus Arbeitswelt, Gesellschaftspolitik, Kommunalpolitik und anderen Bereichen. „Faire Löhne, gute Arbeitsbedingungen, Chancengleichheit, Unterstützung im Krankheitsfall, chancenfördernde Bildung für junge Menschen, leistbares Wohnen, Umqualifizierungen von arbeitslosen Menschen – dafür arbeiten wir als größte gewählte Fraktion in der Vollversammlung der AK Wien jeden einzelnen Tag mit vollem Engagement“, so Kniezanrek abschließend.
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FSG in der AK Wien
Mag.a Nicole Berger-Krotsch
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