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Volkshilfe Wien: Das Gastarbajteri-Denkmal kommt! Österreichs Arbeitsmigrationsgeschichte wird sichtbar

Jahrelanges Volkshilfe-Engagement trägt Früchte: Ausschreibung durch KÖR. Nahe dem ehemaligen Südbahnhof in Favoriten soll ein Ort der Erinnerung und Anerkennung entstehen.

Wien (OTS) - 

Arbeitsmigration hat Österreich entscheidend mitgeprägt. Mit dem Gastarbajteri-Denkmal soll diese Geschichte einen dauerhaften Platz im öffentlichen Raum erhalten. Nun stehen weitere Schritte zur Umsetzung an: Wie Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler bekannt gab, ist eine öffentliche Ausschreibung durch KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien vorgesehen. Der mögliche Standort im Umfeld des ehemaligen Südbahnhofs wird derzeit geprüft. Die Volkshilfe Wien, die das Vorhaben seit Jahren vorantreibt, begrüßt diesen Fortschritt.

„Wer über den Wohlstand Österreichs spricht, muss auch über die Menschen sprechen, die ihn mit erarbeitet haben. Über Generationen sind Menschen hierhergekommen, um zu arbeiten und sich ein Leben aufzubauen. Ihre Arbeit und ihre Lebensgeschichten sind im öffentlichen Raum noch zu wenig sichtbar. Das Denkmal soll ihnen den Platz in unserer Erinnerung geben, der ihnen zusteht“, sagt Tanja Wehsely, Geschäftsführerin der Volkshilfe Wien.

Arbeitsmigration ist österreichische Geschichte

Das Denkmal soll die Geschichte der Arbeitsmigration in Österreich erzählen. Sein Anspruch reicht damit über die Anwerbung sogenannter Gastarbeiter*innen hinaus. Im Mittelpunkt stehen die Menschen, die durch ihre Arbeit und ihr Leben die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung des Landes mitgestaltet haben.

„Die Menschen, die hier gearbeitet und sich ein Leben aufgebaut haben, gehören zu Österreich und zu seiner Geschichte. Dieses Denkmal bringt unseren Dank und unseren Respekt für ihren Beitrag zur Entwicklung des Landes zum Ausdruck.“, betont Michael Häupl, Präsident der Volkshilfe Wien.

Wiens Kultur- und Wissenschaftsstadträtin Veronica Kaup-Hasler erklärt: „Wer die Geschichte Wiens erzählt, muss auch jene Menschen sichtbar machen, die über Jahrzehnte hinweg zu ihrer Entwicklung beigetragen haben, ohne dass ihre Erfahrungen immer die entsprechende Anerkennung gefunden haben. Das betrifft auch die Generation der sogenannten Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter. Ihre Geschichte führt uns unmittelbar zu den Fragen von Zugehörigkeit und gesellschaftlicher Teilhabe, die wir heute diskutieren. Eine zeitgemäße Erinnerungskultur muss diese unterschiedlichen Erfahrungen berücksichtigen. Das Gastarbajteri-Denkmal ist ein wichtiger Beitrag dazu.“

Der Denkmal soll nahe dem ehemaligen Südbahnhof entstehen. Für viele Menschen war dieser der erste Ankunftsort in Wien. Er blieb ein Treffpunkt, ein Ort der Arbeitssuche und des Austauschs sowie eine Verbindung zu Familie und Freund*innen in den Herkunftsländern. Diese Erfahrungen sind Teil der umfassenderen Geschichte, die das Denkmal sichtbar machen soll.

Erinnerung gemeinsam gestalten

Die Kosten für das Denkmal werden von der Stadt Wien und der Zivilgesellschaft gemeinsam getragen. Zur Unterstützung des Vorhabens wurden bereits Gespräche mit Vertreter*innen der Sozialpartnerschaft sowie mit Unternehmen geführt. Finanzielle Unterstützung erhielt die Initiative auch durch den Guten Rat für Rückverteilung.

Marko Miloradović, Geschäftsführer des waff: „In den 1960er Jahren war das Anwerbeabkommen mit Jugoslawien die Antwort auf drastischen Arbeitskräftemangel. Heute haben die Hälfte aller erwerbstätigen Wienerinnen und Wiener im Ausland geborene Eltern. Mit der kommenden demographischen Entwicklung ist es besonders in Zeiten des Fachkräftemangels wichtig für Wirtschaft und Gesellschaft, dass wir in die Aus- und Weiterbildung aller Wienerinnen investieren - egal, woher deren Eltern kommen: damit Wien auch das bleibt, was es schon damals war: eine der lebenswertesten Städte der Welt.“

Die Volkshilfe Wien unterstützt die Initiative durch ihre Community Work. Gemeinsam setzen sich Savo Ristić und Senol Grasl-Akkilic dafür ein, die Geschichte der Arbeitsmigration und die Lebensgeschichten der Menschen dahinter als Teil der österreichischen Geschichte zu verankern. Neben dem Denkmal setzt sich die Volkshilfe Wien für einen Bildungsraum ein, der die Geschichte der Arbeitsmigration in Österreich vermittelt.

„Unsere Eltern sind gekommen, um zu arbeiten. Sie sind geblieben und haben dieses Land mitgestaltet. Ihre Geschichte gehört zur Geschichte Österreichs. Dass wir dem Denkmal jetzt einen wichtigen Schritt näherkommen, bedeutet für uns und viele Familien sehr viel“, betonen Initiator und Volkshilfe Community-Leader Savo Ristić und Senol Grasl-Akkilic, Diversitätsbeauftragter der Volkshilfe Wien, gemeinsam.

Rückfragen & Kontakt

Volkshilfe Wien Gemeinnützige Betriebs-GmbH
Michael Glocker, BA
Telefon: +43 676 8784 1807
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.volkshilfe-wien.at

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