- 02.11.2026, 11:39:02
- /
- OTS0089
IV: Bonus-Malus-System verfehlt, strukturelle Reformen statt neuer Belastungen
Höheres gesetzliches Pensionsantrittsalter entscheidend für längere Erwerbstätigkeit
Die Industriellenvereinigung (IV) reagiert kritisch auf das von AK und ÖGB präsentierte Bonus-Malus-System für ältere Beschäftigte. „Ein Bonus-Malus-System für Betriebe zu implementieren, geht am eigentlichen Problem vorbei, wir brauchen den politischen Mut zu echten Strukturreformen. Die Betriebe stehen bei den Lohnstückkosten, Energiekosten und der Bürokratie massiv unter Druck. Ein Bonus-Malus-System wäre eine zusätzliche finanzielle und bürokratische Belastung und Bestrafung der Betriebe – das ist der falsche Ansatz“, so IV-Generalsekretär Christoph Neumayer.
Die Betriebe übernehmen bereits Verantwortung für ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und sind bemüht, sie möglichst lange in Beschäftigung zu halten – gerade in Zeiten des Fachkräftemangels. Statt neuer, aufwendig zu administrierender Malus-Regelungen für Betriebe braucht es aus Sicht der IV echte Strukturreformen: die schrittweise Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters an die demografische Realität und die Schließung der verbliebenen Frühpensionswege.
Ein Blick auf die Fakten zeigt, dass ca. drei Viertel der Menschen in Österreich direkt aus einer Erwerbstätigkeit in die Alterspension gehen, 82 Prozent nennen als Hauptgrund für den Pensionsantritt, dass die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt waren – und nicht etwa gesundheitliche Gründe oder den Verlust des Arbeitsplatzes. Dass der Arbeitsmarkt ein höheres gesetzliches Pensionsantrittsalter trägt, zeigt auch die Anhebung des Frauen-Pensionsantrittsalters: Von Juni 2023 bis Juni 2026 hat sich die Zahl der beschäftigten Frauen zwischen 60 und 64 Jahren um über 52.000 erhöht.
„Eine Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters ist essenziell, um ältere Menschen möglichst lange in Beschäftigung zu halten. Wer glaubt, mit einem Bonus-Malus-System die notwendige Pensionsreform ersetzen zu können, irrt. Österreich braucht dringend Strukturreformen statt neuer Belastungen für die Wirtschaft“, appelliert Neumayer abschließend.
Rückfragen & Kontakt
Industriellenvereinigung
Marlena Mayer, BA
Telefon: +43 (1) 711 35-2315
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.iv.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NPI






