- 30.10.2026, 11:15:32
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FSW-Winterpaket startet: Wien stellt erneut rund 1.000 zusätzliche Plätze für obdachlose Menschen im Winter bereit
24-Stunden-Betrieb in Notquartieren, Schutzräume für obdachlose Frauen – neues Notquartier in Floridsdorf schafft Reserven für Kälteperioden
Mit 28. Oktober startete das Winterpaket 2026/27 des Fonds Soziales Wien (FSW). Bis 28. April 2027 stehen zusätzliche 1.000 Plätze für obdachlose Einzelpersonen und Paare sowie Plätze für 38 Familien zur Verfügung. Dazu kommen 255 Plätze in Wärmestuben. Die zehn Notquartiere im Winterpaket bieten auch heuer wieder einen durchgehenden 24-Stunden-Betrieb.
„Niemand soll bei lebensgefährlichen Temperaturen in unserer Stadt auf der Straße schlafen müssen und damit sein Leben riskieren. Das ist seit über 15 Jahren die klare Haltung der Stadt Wien und wir setzen sie in diesem Winter gemeinsam fort. Das Winterpaket ist ein sozialpolitischer Leuchtturm: Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten ist es keine Selbstverständlichkeit, rund 1.000 zusätzliche Plätze bereitzustellen. Wien übernimmt hier Verantwortung und hält an diesem Weg fest, weil der Schutz von Menschenleben nicht verhandelbar ist“
, sagt Sozialstadtrat Peter Hacker.
1.000 Plätze in zehn Notquartieren – Basisversorgung rund um die Uhr
Zusätzlich zu den rund 1.000 Plätzen in Notquartieren stehen auch wieder drei Wärmestuben zur Verfügung, die einen Tagesaufenthalt im Warmen und Mittagessen ermöglichen. Das Winterpaket 2026/27 wird zentral durch den FSW koordiniert und gemeinsam mit den FSW Partnerorganisationen Arbeiter-Samariterbund Wien, Caritas der Erzdiözese Wien, FSW Obdach, Johanniter Österreich, Volkshilfe Wien und dem Wiener Roten Kreuz umgesetzt. „Rund 2.900 Menschen nutzten das vergangene Winterpaket. Eine große Herausforderung im letzten Winter waren anhaltende Kälteperioden, auf die wir rasch mit Aufstockungen reagiert haben. Darum starten wir in diesem Winterpaket bereits mit rund 60 Vorhaltekapazitäten im Notquartier Obdach Siemensstraße. Ein funktionierendes Winterpaket braucht nicht nur die entsprechenden Kapazitäten, sondern auch die verlässliche Zusammenarbeit mit unseren Partnerorganisationen. Mein ausdrücklicher Dank gilt daher den Mitarbeitenden im Winterpaket“
, betont Susanne Winkler, FSW-Geschäftsführerin.
Neues Notquartier mit Reserven für Kälteperioden
Das Notquartier Obdach Siemensstraße in Floridsdorf ist heuer erstmals Teil des Winterpakets und wird von der FSW-Tochtergesellschaft FSW Obdach betrieben. Zum Start stehen dort 180 Plätze für Einzelpersonen und Paare zur Verfügung. Bei längeren Kälteperioden oder Auslastungsspitzen können die Kapazitäten am Standort rasch erweitert werden.
„Im Winter ist es noch entscheidender, dass die Hilfe bei den Menschen ankommt, die sie brauchen. Dabei können uns alle Wienerinnen und Wiener unterstützen. Mit der kostenlosen FSW KälteApp wird die Straßensozialarbeit mit wenigen Klicks über obdachlose Menschen im öffentlichen Raum informiert. Unsere Teams sind täglich im Einsatz. So können wir gemeinsam Leben retten und dazu beitragen, dass niemand in der Kälte übernachten muss“
, appelliert Roland Haller, Geschäftsführer von FSW Obdach.
Rund 160 Plätze für obdachlose Frauen
Innerhalb der letzten fünf Jahr erhöhte sich der Anteil der weiblichen Nutzerinnen des Winterpakets auf rund ein Sechstel. Deshalb gibt es auch diesmal wieder gezielte Angebote für Frauen. Mit dem Notquartier Obdach Gänsbachergasse steht ein Standort ausschließlich Frauen zur Verfügung. Zusätzlich gibt es in weiteren Notquartieren eigene, räumlich getrennte Frauenbereiche. Damit schafft das Winterpaket gezielt Schutzräume für Frauen, die von Obdachlosigkeit betroffen sind.
Winterpaket ist gemeinsame soziale Verantwortung
Die Stadt Wien setzt mit dem Winterpaket auf ein abgestimmtes Netz aus Notquartieren, Wärmestuben und Straßensozialarbeit. „Die soziale Sicherheit einer Stadt zeigt sich dort, wo Menschen besonders verletzlich sind. Niemand soll in einer kalten Winternacht ohne Schutz bleiben, weil ein Platz fehlt. Deshalb braucht es verlässliche Angebote wie das FSW-Winterpaket, die Zusammenarbeit von Organisationen und Menschen, die nicht wegschauen, wenn sie obdachlose Personen sehen“
, sagt Arabel Bernecker-Thiel, Sozialsprecherin der NEOS Wien.
Ganzjähriges Regelangebot in Wien für wohnungs- oder obdachlose Menschen
In Wien bekommen Menschen ohne Obdach oder Wohnung bestmögliche Unterstützung und Betreuung. Die im FSW verankerte Obdach- und Wohnungslosenhilfe bietet gemeinsam mit mehr als 30 Partnerorganisationen Beratung und Betreuung sowie passende Aufenthalts-, Schlaf- und Wohnplätze an. Insgesamt finanziert der FSW im Regelangebot ganzjährig rund 4.630 Plätze und 2.440 Betreuungseinheiten. Davon befinden sich knapp 700 Plätze in Chancenhäusern. Sie bieten obdachlosen Menschen ganzjährig einen besonders niederschwelligen Zugang zu Unterbringung, Beratung und Perspektivenabklärung ab dem ersten Tag der Nutzung und wirken maßgeblich der Verfestigung von Obdachlosigkeit entgegen. 2025 nutzten 13.260 Personen die vielfältigen Angebote der Obdach- und Wohnungslosenhilfe. Die Stadt Wien hat dafür im Vorjahr rund 166 Millionen Euro aufgewendet.
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