- 29.10.2026, 11:18:02
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„Goldener Herbst – Legenden reden übers Leben“ am 1. November um 17.35 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON
Neue Ausgabe mit Armin Mueller-Stahl, Monika Peitsch, Roberto Blanco und Esther Vilar
Zu Allerheiligen lädt ORF 2 auch heuer wieder vier beeindruckende Persönlichkeiten, die mindestens im 90. Lebensjahr sind, zum Gespräch. In der siebenten Ausgabe von „Goldener Herbst – Legenden Reden übers Leben“ blicken am Sonntag, dem 1. November, um 17.35 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON Universaltalent Armin Mueller-Stahl (95), Schriftstellerin Esther Vilar (91), Schauspielerin Monika Peitsch (89) und Sänger Roberto Blanco (89) auf die Licht- und Schattenseiten des Älterwerdens und reden über ihr bewegtes Leben. Die ORF-Dokumentation geht auf eine spannende und vielseitige Zeitreise, die traditionell zu Allerheiligen zum Nachdenken, aber auch zum Schmunzeln anregt.
Trotz einer Oscar-Nominierung 1997 und mehr als 140 Filmrollen waren die Zeiten für Hollywood-Star Armin Mueller-Stahl nicht immer golden. Der Schauspieler, Musiker und Maler wurde am 17. Dezember 1930 in Ostpreußen geboren und wäre in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs beinahe erschossen worden. Das mutige Engagement eines polnischen Landarbeiters hat ihm schließlich das Leben gerettet. Eine Erinnerung, die all die Jahre überdauert hat, wie die Schauspiellegende im exklusiven Interview eindringlich erzählt. Aber natürlich spricht Armin Mueller-Stahl auch über die vielen schönen Momente in seinem erfüllten Leben. Denn der studierte Geiger hat gleich drei Schauspielkarrieren gemacht. Zunächst in der DDR, wo er als „James Bond des Ostens“ berühmt wurde, dann in Westdeutschland in Klassikern wie „Lola“ und schließlich mit knapp 60 Jahren in Hollywood – anfangs ohne Englischkenntnisse. In der Traumfabrik wurde er schnell zum Weltstar mit Filmen wie „Night on Earth“, „The Game“, „Illuminati“ oder „Shine“, wofür er 1997 als bester Nebendarsteller für den Oscar nominiert wurde. Er drehte mit allen großen Regisseuren und mit Kollegen wie Michael Douglas, Tom Hanks, Robin Williams und Sean Penn. Sein ganzes Leben lang malt Armin Mueller-Stahl auch. Bis heute täglich in der Garage seines Hauses, wo auch das Interview stattfand. Nach eigenen Angaben sind es inzwischen zwischen 4.000 und 5.000 Bilder. Obwohl er immer noch Beauftragungen für Porträts oder vor einigen Jahren für die Gestaltung einer Sonderedition für die letzte gedruckte Brockhaus-Ausgabe bekommt, meint das Universaltalent, es müsse keine Karriere mehr machen, und fügt hinzu: „Mit bald 96 Jahren sollte man sein Lebenswerk abgeschlossen haben und das habe ich!“
Monika Peitsch (89) feiert am 23. Dezember ihren 90. Geburtstag und fühlt sich keineswegs alt. Sie gesteht im Interview sogar, dass sie teilweise mit alten Menschen nicht umgehen könne. Der deutsche Schauspiel- und Serienstar, der einst von „Kommissar“ Erik Ode entdeckt wurde und als Tochter Doris von Inge Meysel in „Die Unverbesserlichen“ berühmt wurde, ist einem Millionenpublikum durch Serien wie „Das Erbe der Guldenburgs“ oder zahlreiche Rosamunde-Pilcher-Filme bekannt. 2015 beendete Monika Peitsch ihre aktive Schauspielkarriere nach mehr als 60 Jahren und heiratete bald darauf mit 80 ihren zehn Jahre jüngeren Langzeitpartner, den Architekten Sven Hansen-Höchstädt. Die Hochzeit sei eine Idee ihres Sohnes gewesen, so Peitsch. Eigentlich hätten die beiden nicht mehr vorgehabt, nach knapp 40 Jahren Beziehung noch den Bund der Ehe zu schließen. Heute genießen sie ihr Leben gemeinsam in München und in Tirol – mit langen Spaziergängen und viel Kulturprogramm. Monika Peitsch hält sich fit, indem sie in ihrem Haus mehrmals täglich über 80 Stufen geht und mit ihrem Mann noch immer viel verreist. So möchte sie durchaus 100 Jahre alt werden.
„Ein bisschen Spaß muss sein“ ist nicht nur das berühmteste Lied von Roberto Blanco (89), sondern wurde über die Jahrzehnte auch zu seinem Lebensmotto. Denn der Sänger und Entertainer mit kubanischen Wurzeln, der nächstes Jahr im Juni 90 Jahre alt wird, ist sich sicher, dass ihn die Lebensfreude jung hält. Dazu trage auch seine deutlich jüngere Frau bei, schwärmt Roberto Blanco im Interview. Denn mit 70 Jahren hatte er sich neu verliebt. Außerdem hört der Mann mit dem breitesten Lächeln der deutschsprachigen Fernsehunterhaltung sehr auf seinen Körper. Er meint, wie man mit dem Auto in die Werkstatt fahre, wenn ein verdächtigtes Geräusch zu hören ist, sollte der Mensch auch reagieren, wenn ihm sein eigener Körper Signale gibt. Roberto Blanco erinnert sich aber auch an seine Kindheit, die er u. a. bei Nonnen in Beirut verbrachte. Denn sein Vater – selbst ein gefeierter Künstler – war auf der ganzen Welt unterwegs und hatte wenig Zeit für den kleinen Roberto. Dennoch verband die beiden nicht nur die Liebe zur Musik – und so wird es emotional, wenn Roberto Blanco über den Moment spricht, als er kurz vor einem Auftritt erfahren hat, dass sein Vater gestorben ist. Eine schwere Zeit für den Mann, der seit 70 Jahren für gute Laune sorgt und schon mit zwei Jahren seine Mutter verloren hat.
Viel positive Energie versprüht Schriftstellerin Esther Vilar (91), die auch dem Alter sehr viel Positives abgewinnen kann. Man könne sagen und tun was man wolle, schwärmt die in Buenos Aires geborene Intellektuelle, die Anfang der 1970er Jahre schlagartig berühmt wurde – und zwar mit ihrem Buch „Der dressierte Mann“. Darin widerspricht sie der damals starken und beliebten These der Frauenbewegung, dass das weibliche Geschlecht grundsätzlich das Unterlegene sei. Das Buch verkaufte sich weltweit millionenfach und machte die Schriftstellerin, die eigentlich studierte Ärztin ist, zum Diskussionsthema an Stammtischen, aber auch in TV-Shows und Talksendungen. So traf sie 1975 in einem legendären TV-Duell auf die Publizistin Alice Schwarzer. Die berühmte Feministin war damals gerade im Begriff, ihre Frauenzeitschrift Emma zu gründen. Esther Vilar, die ohne Vater aufwuchs und mit ihrer Mutter in den 1930er Jahren aus Argentinien nach Deutschland und damit mitten in den Krieg ziehen musste, blieb ihr Leben lang provokant. Auch in ihren zahlreichen Bühnenstücken, mit denen sie als Dramatikerin auf allen großen Theaterbühnen Europas Erfolge feierte. Heute lebt sie in Salzburg und liebt es, mit anderen älteren Menschen über deren Leben, aber auch über den Tod zu sprechen. Allerdings gesteht sie, sie habe festgestellt, dass nicht alle über diese Themen mit der gleichen Begeisterung reden wollen wie sie selbst.
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