- 29.10.2026, 10:24:32
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Hanel-Torsch: Wiedner Gemeindebau nach Herma Nothelfer benannt
Wohnhausanlage in der Margaretenstraße 31 erinnert an Widerstandskämpferin und Pionierin der Wiener Bezirkspolitik
Die städtische Wohnhausanlage in der Margaretenstraße 31 in Wieden trägt ab sofort den Namen Herma-Nothelfer-Hof. Mit der Benennung würdigt die Stadt Wien eine engagierte Sozialdemokratin und Widerstandskämpferin, die über Jahrzehnte die Politik auf der Wieden mitgestaltete. Herma Nothelfer setzte sich während des Austrofaschismus und der NS-Diktatur für politisch Verfolgte ein und wurde 1966 zur ersten Bezirksvorsteher-Stellvertreterin der Wieden gewählt.
„Herma Nothelfer hat ihrem Namen alle Ehre gemacht: Sie half Menschen, die durch politische Verfolgung in Not geraten waren, und engagierte sich selbst während der NS-Diktatur im Widerstand. Nach dem Krieg wurde sie als erste Bezirksvorsteher-Stellvertreterin der Wieden zu einer Wegbereiterin für Frauen in der Wiener Kommunalpolitik. Mit der Hofbenennung erinnern wir an eine Frau, die Mut bewiesen, anderen geholfen und gesellschaftliche Veränderungen mitgestaltet hat“, betont Frauen- und Wohnbaustadträtin Elke Hanel-Torsch.
Vom Widerstand in die Bezirkspolitik
Herma Nothelfer wurde 24. Mai 1911 in Wien geboren. Bereits als Jugendliche engagierte sie sich in der Sozialistischen Arbeiter-Jugend und arbeitete als Bibliothekarin der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Nach den Februarkämpfen 1934 verlor sie ihre Anstellung und setzte ihre politische Tätigkeit im Untergrund fort. Sie unterstützte die Sozialistische Arbeiterhilfe, die Spenden für Angehörige politisch Verfolgter sammelte, und blieb auch während der NS-Herrschaft im antifaschistischen Widerstand aktiv.
Nach Kriegsende beteiligte sich Nothelfer am Wiederaufbau der SPÖ-Wieden. Bis 1973 gehörte sie der Bezirksvertretung an, ab 1966 als Bezirksvorsteher-Stellvertreterin. Von 1969 bis 1973 war sie die einzige Frau unter den Wiener Bezirksvorstehern und ihren Stellvertretern. Herma Nothelfer starb am 17. Juni 1997 in Wien.
„Herma Nothelfer war über Jahrzehnte eng mit der Wieden verbunden und hat die Entwicklung unseres Bezirks als Bezirksrätin und Bezirksvorsteher-Stellvertreterin mitgestaltet. Ihr politischer Einsatz ist ein wichtiger Teil unserer Bezirksgeschichte. Mit der Benennung eines Gemeindebaus nach ihr sorgen wir dafür, dass die Erinnerung an diese bemerkenswerte Wiednerin auch für kommende Generationen lebendig bleibt“, erklärt Bezirksvorsteherin Lea Halbwidl.
Gemeindebau aus den 1970er-Jahren umfassend saniert
Die von Architekt Gustav Hoppe geplante Wohnhausanlage wurde zwischen 1970 und 1972 errichtet und umfasst 18 Wohnungen. Das sechsstöckige Gebäude an der Ecke Margaretenstraße/Waaggasse ist auch unter dem Namen „Zum Frauenbilderl“ bekannt, der auf ein früheres Hauszeichen zurückgeht.
Erst im September 2026 wurde eine umfassende Sanierung der Wohnhausanlage abgeschlossen. Neben der Dämmung von Fassade und Geschoßdecken wurden unter anderem Fenster, Dach und Haustechnik erneuert. Die Heizlast konnte dadurch um 76 Prozent reduziert werden. Besonderes Augenmerk galt dem bestehenden Fassadenmosaik, das fachgerecht restauriert und wieder in die Fassade integriert wurde.
„Unsere Gemeindebauten sind auch ein Stück Wiener Stadtgeschichte. Mit ihren Namen erinnern sie an Persönlichkeiten, die das Leben in unserer Stadt geprägt haben. Gerade bei Herma Nothelfer ist die Verbindung besonders passend: Der Gemeindebau entstand in jenen Jahren, in denen sie als erste Bezirksvorsteher-Stellvertreterin für die Menschen auf der Wieden tätig war“, so Katharina Klement, interimistische Direktorin von Wiener Wohnen.
Rückfragen & Kontakt
Stefan Hayden
Mediensprecher Stadträtin für Wohnbau und Frauen Elke Hanel-Torsch
Tel.: 0676 8118 81265
E-Mail: [email protected]
Marianne Lackner
Unternehmenssprecherin
Stadt Wien - Wiener Wohnen
Telefon: 0664 8857 0965
E-Mail: [email protected]
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