- 29.10.2026, 09:01:23
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Gemma Zukunft Touren: Doppelter Rekord bei den kostenlosen Wien-Touren 2026
Erfolgreiche Bilanz: Mehr als 3000 Teilnehmer*innen haben zu Fuß oder mit dem Rad am Programm teilgenommen. Mit 150 Touren war das Angebot so groß wie nie zuvor
Die beliebten „Gemma-Zukunft-Touren“, die 2022 von der MA 18 Stadtplanung ins Leben gerufen wurden, erfreuen sich jedes Jahr noch größerer Beliebtheit. Das Interesse die eigene Stadt zu entdecken und zu verstehen steigt. Wie plant man eine Stadt, die laufend wächst, sich ständig verändert und auf die Herausforderungen des globalen Klimawandels reagieren muss?
Auf diese Fragen hat die MA 18 Interessierten mit 150 unterschiedlichen Touren Antworten gegeben. Von Spaziergängen entlang neuer Straßenbahntrassen über Fahrradtouren durch Stadtentwicklungsgebiete, Baustellentouren oder einer Führung durch das Otto Wagner-Areal bot das Programm der Wiener Stadtplanung 2026 ein buntes Potpourri. Dabei waren auch spezielle Orte, die besucht wurden, wie der Hafen, der Zentralfriedhof, der Liesingbach, der 48er-Tandler oder auch Wiens erstes Supergrätzl in Favoriten.
Eine Besonderheit 2026 waren Schwerpunkte zum Eurovision Song Contest, bei denen das Thema Musik im Mittelpunkt stand und zum Tanzen einlud, wie etwa bei der Silent Walking Disco oder dem Baulückenkonzert mit Naked Lunch auf dem Gelände des Nordwestbahnhofs. Eine der begehrtesten Touren betraf das Thema Hitze und die Herausforderungen für die Stadtplanung mit den sogenannten „Einbautenspaziergängen“, bei denen die Komplexität einer Baumpflanzung im Straßenraum erklärt wurde.
Neu im Programm 2026 waren u.a. Spaziergänge mit der Baupolizei sowie Touren durch die Häuser zum Leben, Österreichs größtem Anbieter an Senior*innen-Betreuung. Den Abschluss der Saison bildete traditionell eine rund 10-stündige Tour durch alle 23 Bezirke mit dem Start am Grässlplatz im 11. Bezirk und dem Ziel am Naschmarkt im 4. Bezirk.
„Es gibt großes Interesse an der Zukunft unserer Stadt und wie sie gestaltet wird. Umso wichtiger ist es, dass wir den Menschen auf unterschiedliche Weise zeigen, was wir konkret vorhaben, planen und schon umgesetzt haben. Der große Zuspruch über die kostenlosen Gemma Zukunft-Touren 2026 mit dem neuen Teilnehmerrekord von 3000 Personen ist echt erfreulich. Für die erfolgreiche Saison möchte ich mich bei der MA 18 ganz besonders für das tolle Engagement und das Herzblut bedanken, das in diesem Projekt steckt“, so Planungsstadträtin Ulli Sima.
Zu-Fuß-Gehen Bestandteil der Stadtplanung
Das Zu-Fuß-Gehen hat einen Effekt auf die Wahrnehmung der Stadt hat und soll zugleich Bewusstsein für die Form der Mobilität in der Stadt schaffen und schärfen. Schon der dänische Star-Architekt und Stadtplaner Jan Gehl setzte mit seinem Konzept des menschlichen Maßstabs (engl. human scale) auf die Bedürfnisse, Sinneswahrnehmungen und Geschwindigkeit von Fußgänger*innen. Damit revolutionierte er Ende des 20. Jahrhunderts nicht nur die internationale Planungswelt, sondern sorgte auch in seiner Heimat Kopenhagen für wegweisende Umgestaltungen im öffentlichen Raum. Ein Ansatz, der auch in Wien nicht fremd ist, wie Clemens Horak verrät, seines Zeichens Leiter der Abteilung für Stadtentwicklung und Stadtplanung: „Die Förderung aktiver Mobilität ist ein dezidiertes Ziel der Wiener Stadtplanung. Wir wollen Anreize schaffen, damit die Menschen sich gerne und häufig bewegen – mit dem Fahrrad und auch zu Fuß. Gemma Zukunft ist dahingehend ein Alleskönner: Hier können wir nicht nur unsere Projekte vorstellen und mit den Menschen ins Gespräch kommen, sondern auch noch Impulse für mehr Bewegung setzen. Die Zahlen aus 2026 zeigen eindrücklich, dass es eine Sehnsucht nach solchen analogen Formaten gibt.“
Großes Interesse an der Verwandlung der Stadt
Die Gemma-Zukunft-Saison startet traditionell zu Ostern jeden Jahres und geht bis in den Oktober. Damit finden viele der Touren auch während den heißen Sommermonaten statt und machen so aktiv die Stadtplanung in Zeiten des Klimawandels zum Thema. Dabei werden „Raus aus dem Asphalt“ Projekte mit Entsiegeln, Begrünen und Kühlen des Straßenraums genauso thematisiert wie Gebäudesanierungen, sowie nachhaltige Wärme-, Kälte- und Stromversorgung. Geführt werden die Touren von Mitarbeiter*innen der Stadt und ausgewählten externen Guides. Im Schnitt dauert eine Tour zwei Stunden.
Wiens erstes Supergrätzl in Favoriten ist ein Besucher*innenmagnet. Internationale Delegationen lassen sich durch das verkehrsberuhigte und begrünte Grätzl führen und auch Wienerinnen und Wiener sind neugierig wie das Pilotprojekt Supergrätzl funktioniert. Welche Ziele wurden mit dem Projekt verfolgt? Was ist umgesetzt worden? Hautnah erklären Expert*innen welche Verkehrslösungen umgesetzt wurden, wo und warum Diagonalfilter zum Einsatz kommen, worauf es bei Begrünungs-, und Kühlungsmaßnahmen ankommt und am Ende können die Touren-Teilnehmer*innen selbst erfahren welchen positiven Effekt die Maßnahmen auf die Aufenthaltsqualität haben.
Besonders beliebt unter den über hundertfünfzig Touren ist die Führung in den Wiener Untergrund im Straßenraum. Dabei wird erklärt, was an Begrünung im Straßenraum überhaupt möglich ist, wenn unter der Asphaltoberfläche Rohre, Wurzeln und Schotter zu finden sind. An einer Straßenbaustelle werden die „Innereien“ der Stadt unter die Lupe genommen und von zwei Planern erläutert, wie Leitungen, Wurzelraum und Baumstandorte mit den Planungen für zukünftige Umgestaltungen zusammenhängen. Zum Abschluss wird ein jüngst umgesetztes Projekt besucht und gemeinsam diskutiert, wie zukunftsfähige Straßenräume aussehen können und welche Hürden noch zu überwinden sind.
Großer Beliebtheit erfreuen sich auch die Touren entlang des Erlebnispfades zur Liesingbach-Renaturierung. Entlang des bereits renaturierten, über neun Kilometer langen Abschnitts hat sich der Liesingbach in den vergangenen 20 Jahren zu einem ökologisch intakten Gewässer und echten Naturjuwel entwickelt. Bis 2027 wird das Renaturierungsprojekt vollständig umgesetzt: Unter dem Motto „Zurück zur Natur“ werden auch die verbleibenden, bislang noch verbauten 9,2 Kilometer naturnah gestaltet. Bei einem Spaziergang entlang des Liesingbachufers erhalten die TeilnehmerInnen unmittelbare Einblicke in die laufenden Bauarbeiten.
Die Saison 2027 ist bereits in Planung
Mit dem nahenden Winter endet auch die heurige Saison von Gemma Zukunft. Eine letzte große Tour am 25. Oktober durch alle Wiener Bezirke hat selbst die größten Gemma Zukunft-Ultras in die Winterpause geschickt – Muskelkater inklusive. Die kommenden Monate nutzt die Programmleitung der Stadtplanung für eine Evaluierung der vergangenen Saison und für die Planung der künftigen Saison.
Ab voraussichtlich März 2027 wird das neue Programm von Gemma Zukunft schrittweise online gestellt. Anfang April beginnt die Saison 2027. Im Jänner und Februar wird es wieder ein kleines Off-Season Angebot geben, ein Blick in den Gemma Zukunft Kalender lohnt sich.
Mehr Infos auf: https://www.wien.gv.at/veranstaltungen/gemma-zukunft
rk-Fotoservice: https://presse.wien.gv.at/
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Christina Lengauer M.A.
Stadtentwicklung und Stadtplanung
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