• 29.10.2026, 07:33:07
  • /
  • OTS0008

ÖAMTC Fahrtechnik: 730 Nebelunfälle mit Personenschaden im Jahr 2025

Höchster Wert seit mindestens 20 Jahren – besonders junge Lenker:innen betroffen

Wien (OTS) - 

Im Herbst und im Winter kommt es insbesondere in den Morgenstunden immer wieder zu dichtem Nebel, der die Sicht stark einschränkt und das Unfallrisiko beträchtlich erhöht. 2025 war diesbezüglich ein Jahr der Extreme: Österreichweit wurden 730 Nebelunfälle mit Personenschaden verzeichnet – der höchste Wert seit mindestens 20 Jahren. Dabei kamen 17 Menschen ums Leben, ebenfalls ein trauriger Höchstwert (Quelle: Statistik Austria).

Eine Hauptunfallursache ist nicht angepasste Geschwindigkeit verbunden mit zu geringem Abstand zum vorderen Fahrzeug. "Viele Autofahrer:innen orientieren sich instinktiv am Rücklicht des vorausfahrenden Fahrzeugs. Das vermittelt eine trügerische Sicherheit und führt gerade auf Freilandstraßen und Autobahnen häufig zu einem viel zu geringen Abstand", warnt Roland Frisch, Pkw-Chefinstruktor der ÖAMTC Fahrtechnik.

Niederösterreich ist trauriger Spitzenreiter

Im Bundesländervergleich verzeichnete Niederösterreich im vergangenen Jahr mit 219 Nebelunfällen mit Personenschaden bei weitem die meisten. Das sind mehr als doppelt so viele Unfälle wie 2024 und mehr als viermal so viele wie im Jahr 2023. Oberösterreich landet mit 168 Unfällen auf Platz zwei in der Statistik, dahinter die Steiermark mit 135 Nebelunfällen – ebenfalls mehr als doppelt so viele wie im Jahr zuvor. In Wien wurden mit 46 Unfällen im vergangenen Jahr sogar viermal so viele registriert wie 2024 registriert. Anders sieht die Entwicklung im Westen Österreichs aus: In Salzburg (28), Vorarlberg (27) und Tirol (26) gingen die Zahlen gegenüber 2024 zurück. Das Burgenland verzeichnete im Bundesländervergleich mit 23 Unfällen zwar die wenigsten, dennoch sind es auch dort ebenfalls mehr als doppelt so viele wie 2024.

20- bis 29-jährige Lenker:innen am häufigsten betroffen

Mit rund 20 Prozent war die Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen am häufigsten in Nebelunfälle mit Personenschaden verwickelt. "Gerade jungen Lenker:innen fehlt aufgrund ihrer noch geringen Fahrpraxis häufig die Erfahrung, um sich auf schwierige Wetter- und Verkehrssituationen richtig einzustellen. Das betrifft nicht nur die Adaptierung von Geschwindigkeit und Sicherheitsabstand an die Sichtverhältnisse, sondern auch die Einschätzung, diese Maßnahmen so lange beizubehalten, wie es die Bedingungen erfordern", erklärt Marion Seidenberger, ÖAMTC Verkehrspsychologin.

So kommt man sicher durch den Nebel

Pkw-Chefinstruktor Roland Frisch empfiehlt folgende Maßnahmen für eine sichere Fahrt bei Nebel:

  • Tempo reduzieren: Die Geschwindigkeit an Sicht- und Fahrbahnverhältnisse anpassen und nur so schnell fahren, dass innerhalb der überblickbaren Strecke angehalten werden kann.
  • Abstand vergrößern: Nicht an die Rücklichter des vorausfahrenden Fahrzeugs "anhängen". Ausreichend Abstand schafft mehr Zeit zum Reagieren und Bremsen.
  • Licht richtig einsetzen: Bei Nebel das Abblendlicht einschalten. Tagfahrlicht allein reicht häufig nicht aus, weil dabei die Heckbeleuchtung oft ausgeschaltet bleibt. Nebelscheinwerfer und Nebelschlussleuchte nur bei entsprechend eingeschränkter Sicht verwenden und bei besserer Sicht wieder ausschalten. Fernlicht ist ungeeignet, da es im Nebel reflektiert und die Sicht zusätzlich beeinträchtigen kann.
  • Vorausschauend fahren: Beim Fahren am rechten Fahrbahnrand orientieren und Markierungen besonders aufmerksam verfolgen, auf Überholmanöver verzichten. Insbesondere bei Baustellen, Kreuzungen und unübersichtlichen Straßenabschnitten ist erhöhte Vorsicht geboten.
  • Ablenkungen vermeiden: Blinke auf das Smartphone, Telefonate oder Gespräche im Fahrzeug sollte man während der Fahrt durch den Nebel tunlichst vermeiden.
  • Ausgeruht ans Steuer: Müdigkeit beeinträchtigt Aufmerksamkeit und Reaktionszeit. Gerade bei Nebel ist volle Konzentration besonders wichtig.
  • Zeitdruck vermeiden: Lieber später und dafür sicher ankommen, als durch überhöhtes Tempo oder zu geringen Abstand Risiken einzugehen. Auch Mitfahrende sollten die fahrende Person nicht zusätzlich unter Druck setzen oder ablenken.

"Bei schlechter Sicht können jederzeit Situationen auftreten, die rasches und richtiges Handeln erfordern. Da bleibt oft keine Zeit, lange zu überlegen – die richtige Reaktion muss sitzen", betont Frisch. Bei einem Training in einem der acht ÖAMTC Fahrtechnik Zentren können Teilnehmer:innen das Verhalten ihres Fahrzeugs in anspruchsvollen Situationen kennenlernen und trainieren, auch in Not- und Gefahrensituationen richtig zu reagieren. Nähere Informationen und Anmeldemöglichkeiten zu den Trainings findet man unter www.oeamtc.at/fahrtechnik.

Nebelunfälle mit Personenschaden nach Bundesland (2018 – 2025)

Bundesland      2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025
Burgenland 13 8 15 3 16 10 11 23
Kärnten 36 43 46 41 45 40 31 58
Niederösterreich 94 95 122 82 131 48 98 219
Oberösterreich 108 136 118 91 113 76 107 168
Salzburg 17 16 25 32 13 11 38 28
Steiermark 66 74 83 65 85 38 69 135
Tirol 25 15 19 27 18 26 27 26
Vorarlberg 12 13 18 10 21 12 36 27
Wien 10 11 12 6 21 13 10 46
Österreich 381 411 458 357 463 274 427 730

Aviso an die Redaktionen: Bildmaterial gibt es unter www.oeamtc.at/presse.

Rückfragen & Kontakt

ÖAMTC | Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: +43 (0)1 711 99 21218
[email protected] | www.oeamtc.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | OCP

Bei Facebook teilen
Bei X teilen
Bei LinkedIn teilen
Bei Xing teilen
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel