- 28.10.2026, 10:00:34
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Wohnbauförderungs- und Baubewilligungsstatistik 2025
Bewilligungszahlen sinken weiter auf neuen Tiefstand, steigende Förderungen setzen Stabilisierungsimpulse
Baubewilligungen sanken 2025 um weitere 3% auf 47.800 Wohneinheiten. Aufwärtstrend bei Förderausgaben (+7% auf EUR 2,68 Mrd.) hält an. Fokus auf Sanierung und Wohnraumschaffung sind zentrale politische Aufgaben.
Der Fachverband der Stein- und keramischen Industrie präsentierte heute die Wohnbauförderungsstatistik 2025, die alljährlich mit dem Institut für Immobilien, Bauen und Wohnen (IIBW) erstellt wird.
„Die Zahlen der diesjährigen Statistik zeichnen in Summe ein beunruhigendes Bild: Die Zahl der Baubewilligungen sank 2025 weiter auf einen neuen Tiefstand, auch für 2026 ist keine Trendwende in Sicht. Die Auswirkungen treffen die Bauwirtschaft ebenso wie Wohnungssuchende. Die Ankurbelung des Wohnbaus und damit verbunden die Beseitigung der Wohnraumknappheit bleiben daher eine der zentralsten wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Aufgaben“, so Robert Schmid, Obmann des Fachverbands.
Neubau liegt ein Drittel unter dem Zehnjahresschnitt. Förderungen im Aufwärtstrend
2025 wurden 47.800 Wohneinheiten in neuen und bestehenden Gebäuden baubewilligt. Dies entspricht einem Rückgang von 3% gegenüber 2024 und einem Minus von einem Drittel zum Zehnjahresschnitt. Einen Aufwärtstrend gibt es bei der Wohnbauförderung. Gefördert wurden 19.800 Wohneinheiten (+3% gegenüber dem Vorjahr). Die Ausgaben der Wohnbauförderung stiegen um 7% auf EUR 2,68 Mrd. und liegen damit fast ein Viertel über dem Zehnjahresdurchschnitt.
Politischer Schulterschluss für den Wohnbau erforderlich
„Die steigenden Ausgaben der Wohnbauförderung zeigen ein grundsätzliches Bekenntnis von Bund und Ländern, den Wohnbau in der aktuellen Krise zu stützen. Die Wohnbauförderung kann zur Stabilisierung des Marktes beitragen, den Rückgang im freifinanzierten Bereich jedoch nicht vollständig kompensieren. Dazu braucht es weitere Maßnahmen, etwa optimierte Finanzierungsbedingungen“, betont Schmid. „Ebenso notwendig sind Anpassungen im Wohnrecht. Die diesbezüglich angekündigte Wohnrechtsnovelle mit einem umfassenden Dekarbonisierungspaket und Sanierungsschwerpunkt ist daher dringend erforderlich“, ergänzt Wolfgang Amann, Studienautor und Geschäftsführer des IIBW.
Die Studienergebnisse im Detail
Wolfgang Amann präsentiert die Hauptergebnisse der Wohnbauförderungsstatistik 2025 im Detail:
- Neubau sinkt weiter: Die Bewilligungszahlen bei Wohnungen in neuen Gebäuden lagen 2025 um 42% unter dem Zehnjahresdurchschnitt. Für 2026 wird ein weiterer Rückgang um 7-8% erwartet. Besonders betroffen ist der freifinanzierte Geschoßwohnbau.
- Wohnbaurate rückläufig: Die Wohnbaurate (Wohnungsbewilligungen pro 1.000 Einwohner) lag 2025 österreichweit bei 3,5. Über dem Bundesdurchschnitt lagen Tirol (6,2), das Burgenland (4,9), Vorarlberg (4,8) und Wien (4,4). Unterdurchschnittliche Werte verzeichneten Niederösterreich (2,2), Kärnten (2,4), die Steiermark (2,6) und Salzburg (2,7).
- Förderungszusicherungen stabilisieren sich: Insgesamt wurden 19.800 Wohneinheiten zugesichert, davon 14.600 im Geschoßwohnbau und 5.200 bei Eigenheimen. Die Eigenheimförderung stieg damit um rund ein Drittel im Jahresabstand, der Geschoßwohnbau lag leicht unter dem Vorjahr. Insgesamt lag die Zahl noch um 13% unter dem Zehnjahresdurchschnitt.
- Förderungsausgaben auf Höchststand seit Jahren: Die Ausgaben stiegen seit 2022 um 41% und erreichten 2025 mit EUR 2,68 Mrd. nominell wieder das Niveau der 2000er- und frühen 2010er-Jahre. Die wohnungspolitischen Ausgaben von Bund und Ländern entsprachen 0,9% des BIP. Die Länder allein gaben 0,6% des BIP aus.
- Sanierung gewinnt an Gewicht: Die Sanierungsförderung der Länder stieg auf EUR 740 Mio. Zusammen mit der Umweltförderung des Bundes wurden 2025 EUR 2,3 Mrd. für die Wohnhaussanierung aufgewendet. Das entspricht nahezu dem Zweieinhalbfachen des 10-Jahresschnitts und liegt deutlich über den Ausgaben für die Neubauförderung.
Sanierungsoffensive 2027: wichtiger Impuls mit Bedarf an langfristiger Fortsetzung
„Die Sanierungsoffensive 2027 mit EUR 321 Mio. für die thermische Sanierung ist ein wichtiges Signal für Klimaschutz, die Modernisierung des Gebäudebestands und die Bauwirtschaft. Die steigenden Investitionen in die Sanierung zeigen, welches Potenzial in diesem Bereich liegt. Entscheidend ist jedoch, dass die Mittel auch über 2027 hinaus verlässlich bereitstehen. Sanierung ist eine langfristige Aufgabe und braucht entsprechend langfristige und planbare Förderperspektiven“, so Schmid abschließend.
Die Broschüre „Wohnbauförderung in Österreich 2025“ ist hier abrufbar:
https://www.baustoffindustrie.at/publikationen/wohnbaufoerderung-in-oesterreich-2025/
https://www.iibw.at/de/forschungs-datenbank/541-wohnbaufoerderung-in-oesterreich-2025-1
Rückfragen & Kontakt
Dr. Wolfgang Amann
Geschäftsführender Gesellschafter
IIBW, Institut für Immobilien, Bauen und Wohnen GmbH
Tel: +43 (0) 1 968 6008
Email: [email protected]
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