• 27.10.2026, 11:40:02
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Neue „True Stories“ am 29. Oktober: „Die Giftmischerin – Schöne Frauen morden nicht?“ um 20.15 Uhr in ORF 1 und auf ORF ON

Danach: „Der Atom-Schwindler – Die unglaubliche Karriere von Ronald Richter“

Wien (OTS) - 

Am Donnerstag, dem 29. Oktober 2026, stehen ab 20.15 Uhr zwei von Holyscreen Media für den ORF produzierte „True Stories“-Premieren auf dem Programm von ORF 1 und ORF ON: „Die Giftmischerin – Schöne Frauen morden nicht?“ von Sandra Rak und „Der Atom-Schwindler – Die unglaubliche Karriere von Ronald Richter“ (21.05 Uhr) von Manuela Federl und Marlies Faulend:

True Stories: „Die Giftmischerin – Schöne Frauen morden nicht?“ (20.15 Uhr)

Ihre Villa brennt, ihr Mann verliert auf tragische Weise ein Bein, ihre Kinder husten plötzlich grünlichen Schleim und eines stirbt daran, ihre Tante verstirbt und kurz darauf auch ihre Untermieterin. Der letzte Tod markiert den Anfang vom Ende der fragwürdigen Karriere von Martha Marek – es war ein Mord zu viel. Nach außen wirkt sie elegant und harmlos, tatsächlich aber ist sie eine kaltblütige Serienmörderin. Sie tötet mit Thallium, einem damals kaum nachweisbaren Gift. Die Inspiration dazu kommt ihr im Gefängnis, in dem sie sieben Monate wegen Versicherungsbetrugs einsitzt. Nicht wegen des Brandes ihres Hauses. Sondern weil sie ihrem Mann das Bein abhackt, um das Geld der Unfallversicherung zu kassieren. Wieder auf freiem Fuß, beginnt Mareks Mordserie: 1932 stirbt ihr Mann nach schweren Lähmungserscheinungen, kurz darauf die gemeinsame Tochter. 1934 eine wohlhabende Verwandte, deren Wertgegenstände Marek erbt. 1936 folgt die Untermieterin, die zuvor auf Martha Mareks Drängen eine Lebensversicherung abgeschlossen hatte. Erst nach deren Tod wird eine Obduktion angeordnet – und in allen Leichen findet man große Mengen Thallium. Der Prozess gegen Martha Marek erregt enormes Aufsehen – sie wird zum Medienstar. Doch letztendlich kann sie die Öffentlichkeit nicht mehr für sich gewinnen. Am 6. Dezember 1938 wird Martha Marek in Wien wegen mehrfachen Mordes hingerichtet.

True Stories: „Der Atom-Schwindler – Die unglaubliche Karriere von Ronald Richter“ (21.05 Uhr)

Es klingt wie ein Kapitel aus einem Science-Fiction-Roman: Ein Physiker aus Österreich, eine einsame Insel am Ende der Welt und das Versprechen, die Kraft der Sonne zu beherrschen und als unerschöpfliche Energiequelle in Milchflaschen abzufüllen. Der argentinische Präsident Juan Perón glaubt an die große Idee. Er sieht in dem Physiker Ronald Richter ein Genie und investiert Millionen in ein streng geheimes Atomprojekt. Was als technologische Sensation beginnt, endet als einer der spektakulärsten Fälle von Wissenschaftsbetrug im 20. Jahrhundert. Die neue „True Stories“-Ausgabe „Der Atom-Schwindler – Die unglaubliche Karriere von Ronald Richter“ rollt den Fall neu auf, beleuchtet Hintergründe, spricht mit Fachleuten und rekonstruiert, wie aus einer Milchflasche ein Symbol für den vielleicht größten Wissenschaftsbetrug des 20. Jahrhunderts wurde.

Am 24. März 1951 verkündet der argentinische Präsident Juan Domingo Perón in Buenos Aires der Weltpresse eine Sensation: Dem Physiker Ronald Richter sei es gelungen, eine kontrollierte Kernfusion zu verwirklichen – jener physikalische Prozess, der saubere, schier grenzenlose Energie verspricht. Und das in einer Zeit, in der die Wissenschaft noch keine praktikable Lösung für eine solche kontrollierte Kernfusion kannte. Zeitungen weltweit – von der New York Times bis zu europäischen Fachblättern – berichten darüber. Im Zentrum der Nachrichten steht Ronald Richter – ein Mann großer Worte und noch größerer Versprechen. Der im Habsburgerreich geborene Physiker hatte den argentinischen Präsidenten von seiner Vision überzeugt: er könne als einziger saubere Energie erzeugen, in unbegrenzten Mengen. Der Präsident glaubt an „sein“ Genie. Ohne gründliche Überprüfung stellt er dem Physiker staatliche Gelder zur Verfügung und lässt ihn auf der abgeschiedenen Insel Huemul eine geheime Atomforschungsanlage errichten. Doch die Euphorie hält nicht lange. Richters Versuche basieren auf unklaren Theorien, die fragwürdigen Experimente führen zu nicht überprüfbaren Messergebnissen. Die Wahrheit kommt langsam ans Licht – es hat nie eine echte Fusion stattgefunden. Was Richter präsentiert hatte, war eine Mischung aus physikalischen Fehleinschätzungen, wissenschaftlichen Irrtümern und überzogenen Versprechen. 1952 wird das Projekt gestoppt, Richter verschwindet aus der Öffentlichkeit. Der Schaden ist erheblich – nicht nur finanziell, sondern auch für die Glaubwürdigkeit der argentinischen Forschung.

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