- 27.10.2026, 10:00:40
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Alpine Destination Report 2027: Lech Zürs an der Spitze – wirtschaftliche Stärke und Attraktivität entscheiden über Wettbewerbsfähigkeit
Neue Analyse von 26 führenden österreichischen Bergdestinationen: Lech Zürs / Warth-Schröcken führt vor Kitzbühel. Ötztal und St. Anton am Arlberg teilen sich Platz drei.

Österreichs alpine Tourismusdestinationen stehen vor einem zunehmenden wirtschaftlichen und strukturellen Wettbewerb. Steigende Betriebskosten, veränderte Reisegewohnheiten, wachsende Qualitätsansprüche und die Auswirkungen der Erderwärmung stellen die Regionen vor neue Herausforderungen. Gleichzeitig gewinnen die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, die internationale Positionierung und die lokale nachhaltige Nutzung touristischer Infrastruktur weiter an Bedeutung.
Der aktuelle Alpine Destination Report 2027 untersucht die Wettbewerbsfähigkeit von 26 führenden österreichischen Bergdestinationen und zeigt, welche Regionen hinsichtlich touristischer Nachfrage, wirtschaftlicher Positionierung und Attraktivität besonders gut aufgestellt sind.
„Das zentrale Ergebnis: Eine hohe Zahl an Gästen und Nächtigungen allein ist noch kein Garant für eine führende Wettbewerbsposition. Entscheidend ist vielmehr, wie erfolgreich Destinationen ihre touristische Infrastruktur nutzen, welche Preise sie am Markt erzielen können und wie attraktiv ihr Gesamtangebot für die Gäste ist“
, sagt Autor Thomas Reisenzahn von der Prodinger-Gruppe.
Lech Zürs vor Kitzbühel – Arlberg stark positioniert
Den ersten Platz im Gesamtranking erreicht Lech Zürs / Warth-Schröcken. Die Destination überzeugt insbesondere durch ihre Spitzenposition beim Preisniveau und bei der touristischen Attraktivität. Auf Rang zwei folgt Kitzbühel Tourismus, das ebenfalls eine starke wirtschaftliche Marktpositionierung mit hoher touristischer Attraktivität verbindet.
Den dritten Platz teilen sich Ötztal Tourismus und St. Anton am Arlberg. Während St. Anton insbesondere von seiner Positionierung als international etablierte Wintersportdestination und seinem attraktiven touristischen Angebot profitiert, erzielt das Ötztal eine vergleichsweise ausgewogene Bewertung über alle drei untersuchten Dimensionen.
Auf Platz fünf folgt Zell am See-Kaprun. Die Region führt das Teilranking Angebot und Nachfrage an und demonstriert damit die Bedeutung einer leistungsfähigen touristischen Basis.
Die weiteren Plätze im Gesamtranking belegen Saalbach Hinterglemm (6), Paznaun-Ischgl (7), Tux-Finkenberg (8) und das Gasteinertal (9). Den zehnten Rang teilen sich Obertauern und Wilder Kaiser.
Die Ergebnisse zeigen, dass international bekannte Premiumdestinationen insbesondere aufgrund ihrer wirtschaftlichen Positionierung und Attraktivität erfolgreich abschneiden. Gleichzeitig können auch Regionen mit einer breiteren touristischen Angebotsstruktur und einer starken Nachfragebasis Spitzenpositionen erreichen.
Drei Dimensionen bestimmen die Wettbewerbsfähigkeit von alpinen Destinationen
Der Alpine Destination Report betrachtet touristischen Erfolg nicht ausschließlich anhand klassischer Kennzahlen wie Ankünften und Nächtigungen. Vielmehr werden wirtschaftliche, strukturelle und standortbezogene Faktoren in einem mehrstufigen Scoring-Modell zusammengeführt.
Die Gesamtbewertung setzt sich aus drei unterschiedlich gewichteten Dimensionen zusammen:
Angebot und Nachfrage (20 %): Touristische Marktgröße, Auslastung, Nachfrageentwicklung, Kapazitätsstruktur und saisonale Stabilität.
Preisniveau (40 %): Wirtschaftliche Positionierung, touristische Ertragspotenziale, Übernachtungspreise und regionale wirtschaftliche Rahmenbedingungen.
Attraktivität (40 %): Qualität und Umfang des Wintersportangebots, Höhenlage, Betriebstage, Gästebewertungen und touristische Standortfaktoren.
Innerhalb der einzelnen Kategorien werden die untersuchten Kennzahlen ebenfalls gewichtet und zu Teilrankings zusammengeführt. Diese bilden die Grundlage für die Gesamtplatzierung.
Die vergleichsweise hohe Gewichtung des Preisniveaus und der Attraktivität trägt der Überlegung Rechnung, dass langfristige Wettbewerbsfähigkeit nicht allein von der Zahl der Gäste, sondern auch von der wirtschaftlichen Marktposition und der Qualität des touristischen Angebots abhängt.
Angebot und Nachfrage: Zell am See-Kaprun an der Spitze
In der Kategorie Angebot und Nachfrage werden die touristische Nachfrageentwicklung und die Effizienz der vorhandenen Beherbergungsinfrastruktur untersucht.
Die Analyse berücksichtigt Nächtigungen, die Bettenauslastung, die Entwicklung der Nächtigungen im Verhältnis zum Bettenangebot, die Saisonalität und die Verteilung auf die drei wichtigsten Herkunftsmärkte. Die fünf Indikatoren werden mit jeweils 20 Prozent gewichtet.
Die fünf bestplatzierten Destinationen:
Zell am See-Kaprun
Seefeld
Schladming-Dachstein
Erste Ferienregion im Zillertal
Gasteinertal
Das Ranking verdeutlicht die Stärke jener Regionen, die über eine breite touristische Nachfrage, eine leistungsfähige Beherbergungsstruktur und eine vergleichsweise stabile Marktposition verfügen.
Besonders bemerkenswert ist die Spitzenposition von Zell am See-Kaprun. Die Region verbindet eine starke touristische Nachfrage mit einer entsprechend breiten Infrastruktur und erzielt damit die beste Gesamtbewertung in dieser Kategorie.
Für die wirtschaftliche Entwicklung von Destinationen sind neben der absoluten Nachfrage insbesondere die Auslastung bestehender Kapazitäten und das Verhältnis zwischen Bettenentwicklung und Nächtigungswachstum relevant. Ein steigendes Bettenangebot führt nicht automatisch zu einer Verbesserung der Wirtschaftlichkeit, wenn die Nachfrage nicht entsprechend mitwächst.
Preisniveau: Premiumdestinationen setzen sich deutlich ab
Die zweite Kategorie untersucht die wirtschaftliche Positionierung der Destinationen. Im Mittelpunkt stehen das Umsatzpotenzial der Beherbergungsbetriebe und die am Markt erzielbaren Preise.
Der Report berücksichtigt sechs Indikatoren mit folgender Gewichtung: Umsatz pro Bett (25 %), Übernachtungspreise (35 %), Umsatz je Kreditkartentransaktion (10 %), Preise für Tagesskipässe (10 %), durchschnittliches Gehaltsniveau (10 %) und Baulandpreise (10 %).
Die fünf bestplatzierten Destinationen:
Lech Zürs / Warth-Schröcken
Kitzbühel Tourismus
Serfaus-Fiss-Ladis
Paznaun-Ischgl
St. Anton am Arlberg
Lech Zürs / Warth-Schröcken führt die Kategorie an und belegt bei mehreren wirtschaftlichen Indikatoren Spitzenplätze. Insbesondere bei den Übernachtungspreisen, beim Umsatz pro Bett und beim Umsatz je Kreditkartentransaktion liegt die Destination im Vorderfeld.
Kitzbühel erreicht den zweiten Rang und bestätigt damit seine starke Positionierung im gehobenen alpinen Tourismus. Auf Platz drei folgt Serfaus-Fiss-Ladis vor Paznaun-Ischgl und St. Anton am Arlberg.
Aus wirtschaftlicher Sicht macht dieses Teilranking deutlich, dass sich alpine Destinationen hinsichtlich ihrer Preispositionierung erheblich unterscheiden.
„Ein höheres Preisniveau eröffnet Beherbergungsbetrieben grundsätzlich größere Umsatzpotenziale und zusätzliche Spielräume zur Finanzierung von Qualität, Personal und Investitionen. Entscheidend bleibt jedoch, in welchem Verhältnis die erzielten Erlöse zu den tatsächlichen Betriebs- und Investitionskosten stehen“
, fasst Marco Riederer von der Prodinger-Gruppe zusammen.
Hohe Übernachtungspreise sind daher nicht automatisch mit höheren Gewinnen gleichzusetzen. Sie stellen jedoch einen wichtigen Indikator für die Marktpositionierung und die Zahlungsbereitschaft der Gäste dar.
Attraktivität: Lech Zürs und St. Anton führen das Ranking an
In der dritten Kategorie werden die natürlichen Standortvoraussetzungen, das touristische Angebot und die Wahrnehmung der Destinationen durch die Gäste untersucht.
Zu den Bewertungskriterien zählen die durchschnittliche Höhenlage des größten Skigebiets (15 %), die präparierten Pistenkilometer (20 %), KI-gestützt ausgewertete Gästebewertungen zum Skigebiet (10 %), die durchschnittlichen Betriebstage von Skigebieten oberhalb von 1.000 Metern Seehöhe (25 %), die Tourismusintensität (10 %) sowie der Anteil an Freizeitwohnsitzen und Zweitwohnungen (20 %).
Die fünf bestplatzierten Ränge:
Lech Zürs / Warth-Schröcken
St. Anton am Arlberg
Kitzbühel Tourismus
Zell am See-Kaprun
Saalbach Hinterglemm und Turracher Höhe (ex aequo)
Das Ergebnis unterstreicht die starke Position des Arlbergs. Lech Zürs / Warth-Schröcken und St. Anton am Arlberg belegen die ersten beiden Plätze. Kitzbühel folgt auf Rang drei.
Zell am See-Kaprun erreicht den vierten Platz, während sich Saalbach Hinterglemm und die Turracher Höhe den fünften Rang teilen.
Insbesondere die Höhenlage und die tatsächliche Betriebsdauer der Skigebiete gewinnen vor dem Hintergrund der Erderwärmung an strategischer Bedeutung. Destinationen, die über attraktive Wintersportangebote und günstige natürliche Standortvoraussetzungen verfügen, können daraus Wettbewerbsvorteile entwickeln.
Gleichzeitig macht die Untersuchung deutlich, dass die Attraktivität einer Destination nicht ausschließlich von der Höhenlage oder der Größe des Skigebiets abhängt. Auch die Wahrnehmung des Angebots durch die Gäste und die Struktur der touristischen Nutzung spielen eine wichtige Rolle.
Gesamtranking: Die 26 führenden Bergdestinationen Österreichs
Auf Grundlage der gewichteten drei Teilrankings ergibt sich folgende Gesamtplatzierung des Alpine Destination Report 2027:
1. Lech Zürs / Warth-Schröcken
2. Kitzbühel Tourismus
3. Ötztal Tourismus
3. St. Anton am Arlberg
5. Zell am See-Kaprun
6. Saalbach Hinterglemm
7. Paznaun-Ischgl
8. Tux-Finkenberg
9. Gasteinertal
10. Obertauern
10. Wilder Kaiser
12. Schladming-Dachstein
13. Serfaus-Fiss-Ladis
14. Mayrhofen-Hippach
15. Erste Ferienregion im Zillertal
15. Turracher Höhe
17. Hochkönig
18. Achensee
19. Seefeld
20. Salzburger Sportwelt (Altenmarkt-Zauchensee, Eben, Radstadt und Wagrain-Kleinarl)
21. Kitzbüheler Alpen-Brixental
22. Stubai Tirol
23. Pitztal
24. Montafon
25. Tiroler Zugspitz Arena
26. Kitzbüheler Alpen-St. Johann
Wirtschaftlicher Erfolg erfordert mehr als hohe Nächtigungszahlen
Ein wesentliches Ergebnis des Alpine Destination Report 2027 ist die unterschiedliche Positionierung der Destinationen in den drei Bewertungskategorien.
So erreicht beispielsweise Zell am See-Kaprun bei Angebot und Nachfrage den ersten Platz, liegt im Preisniveau jedoch auf Rang 15. Lech Zürs / Warth-Schröcken führt dagegen die Kategorien Preisniveau und Attraktivität an, erreicht bei Angebot und Nachfrage aber nur den 24. Platz.
Auch Kitzbühel belegt in der Kategorie Angebot und Nachfrage lediglich Rang 21, liegt beim Preisniveau hingegen auf Platz zwei und bei der Attraktivität auf Platz drei.
Diese Unterschiede verdeutlichen, dass eine hohe absolute Nachfrage und eine starke wirtschaftliche Marktpositionierung nicht zwangsläufig miteinander einhergehen.
Für Tourismusorganisationen, Gemeinden, Investoren und Beherbergungsbetriebe ergeben sich daraus wichtige strategische Fragestellungen: Welche zusätzlichen Kapazitäten verträgt eine Destination? Wie können die vorhandenen Angebote besser ausgelastet werden? Und wie lässt sich eine höhere Zahlungsbereitschaft durch Qualität, Positionierung und gezielte Angebotsentwicklung erzielen?
Gerade angesichts steigender Bau-, Finanzierungs-, Energie- und Personalkosten gewinnt die Frage nach dem wirtschaftlichen Ertrag der touristischen Infrastruktur gegenüber einem rein mengenorientierten Wachstum zunehmend an Bedeutung.
Der alpine Tourismus steht vor einer Phase qualitativer Weiterentwicklung
Die Ergebnisse zeigen, dass Österreichs alpine Destinationen über sehr unterschiedliche Stärken verfügen. Während einige Regionen durch hohe Nachfrage und eine breite Beherbergungsstruktur punkten, profitieren andere von ihrer internationalen Markenpositionierung, höheren Preisen oder besonderen natürlichen Standortvoraussetzungen.
Der Alpine Destination Report 2027 versteht sich damit nicht nur als touristischer Regionenvergleich, sondern vor allem als Instrument zur strategischen Standortanalyse. Er ermöglicht Tourismusorganisationen, Gemeinden, Investoren und Beherbergungsunternehmen eine datenbasierte Einschätzung der relativen Wettbewerbsposition ausgewählter österreichischer Bergdestinationen.
Im alpinen Tourismus der Zukunft wird nicht allein die Größe einer Destination ausschlaggebend sein. Entscheidend ist, wie erfolgreich touristische Nachfrage, wirtschaftliche Marktpositionierung und ein attraktives, möglichst ganzjährig nutzbares Angebot miteinander verbunden werden können.
Über den Alpine Destination Report 2027
Der Alpine Destination Report 2027 analysiert 26 führende österreichische Bergdestinationen anhand eines mehrstufigen, gewichteten Scoring-Modells. Die Bewertung umfasst die drei Dimensionen Angebot und Nachfrage (20 %), Preisniveau (40 %) und Attraktivität (40 %). Das Ranking ermöglicht einen strukturierten Vergleich der touristischen und wirtschaftlichen Wettbewerbspositionierung und liefert Anhaltspunkte für strategische Standort- und Investitionsentscheidungen.
Die Ergebnisse sind als relative Standortbewertung zu verstehen. Sie ersetzen keine einzelbetriebliche Rentabilitätsanalyse und stellen keine Prognose der tatsächlichen wirtschaftlichen Entwicklung der kommenden Wintersaison dar.
Die Ergebnisse des Alpine Destination Report 2027 werden auch in einer aktuellen Folge des Podcasts Smart Hotel Key vorgestellt und eingeordnet. Der vollständige Report steht zudem kostenlos zum Download bereit.
Quellen:
Statistikabteilungen der jeweiligen Landesregierungen
Statistik Austria
card complete Servicebank AG
Ski Guide Austria
Ski Resort ReviewRadar u.v.m.
Alpine Destination Report 2027
Der Alpine Destination Report 2027 zeigt, welche Regionen hinsichtlich touristischer Nachfrage, wirtschaftlicher Positionierung und Attraktivität besonders gut aufgestellt sind.
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