- 24.10.2026, 08:49:02
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Paul-Weis-Preise für Verdienste um die Menschenrechte verliehen
Die Initiative „Courage2030“ würdigte zum vierten Mal zivilgesellschaftliches Engagement für geflüchtete Menschen und Rechtsstaatlichkeit im Rahmen eines Galaabends.
Zum vierten Mal wurde am Freitag, dem 23. Oktober 2026, der Paul-Weis-Preis für Verdienste um die Menschenrechte verliehen. Ausgezeichnet wurden erneut Personen, die sich in besonderer Weise für den Schutz und die Rechte geflüchteter Menschen eingesetzt haben. Die Preise wurden in den Kategorien „Einsatz in Österreich“, „Internationales Engagement“ und „Journalismus“ vergeben. Veranstalter war der Verein „Courage2030 – Allianz für Flucht und Vernunft“. Durch den Abend führte dessen Vorstandsvorsitzende, die Schauspielerin Katharina Stemberger. Den würdigen Rahmen bot der Festsaal der Raiffeisen Bank International.
Auch in diesem Jahr bestand das Auswahlkomitee aus Irmgard Griss (ehemalige Präsidentin des Obersten Gerichtshofs), Christian Konrad (ehemaliger Generalanwalt des Raiffeisenverbandes), Cathrin Kahlweit (Publizistin) und Manfred Nowak (Generalsekretär des Global Campus for Human Rights). Aus einer Vielzahl an Nominierungen wählten sie die Preisträgerinnen und Preisträger aus.
„In einer Zeit, in der manche versuchen, Grenzen des Sagbaren zu verschieben und Ausgrenzung salonfähig zu machen, ist der Einsatz für Menschenrechte kein Selbstläufer“, betont Katharina Stemberger: „Genau deshalb ehren wir mit dem Paul Weis-Preis Menschen, die sich nicht beirren lassen, die laut und klar für Würde, Gerechtigkeit und den Dialog einstehen. Ihr Tun zeigt, wie viel Courage es braucht, um die Mitte zu stärken und für die Werte einer offenen Gesellschaft einzutreten. Eine Haltung, die Sichtbarkeit und Würdigung verdient.“
Die Festrede hielt Irmgard Griss. Vor der Verleihung gab es außerdem eine „Standortbestimmung zu Menschenwürde in Zeiten multipler Krisen“. Dabei sprachen Migrationsforscherin Judith Kohlenberger und Andreas Mailath-Pokorny, Rektor der Musik- und Kunstprivatuniversität MUK, über aktuelle Umbrüche, die Rolle von Kunst und Forschung dabei sowie über ihre Eindrücke aus der Arbeit mit jungen Generationen, die in dieser Zeit aufwachsen und die Zukunft gestalten werden.
Die Preisträgerinnen und Preisträger 2026
In der Kategorie „Einsatz in Österreich“ wurde Stephanie Krisper ausgezeichnet. Als Menschenrechtsexpertin und ehemalige Nationalratsabgeordnete der NEOS setzt sie sich seit vielen Jahren konsequent für Rechtsstaatlichkeit, die Rechte geflüchteter Menschen und die Bekämpfung von Korruption ein. Ihre Expertise beruht auf langjähriger praktischer Arbeit im Flüchtlings- und Asylbereich, unter anderem beim UNHCR, beim Danish Refugee Council und am Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte. In ihrer Funktion als Vorstandsmitglied von Hemayat und im Beirat von CEHRI setzt sie sich weiterhin für Verbesserungen im Asyl- und Fremdenrecht, bei Haftbedingungen und im Umgang mit polizeilicher Zwangsgewalt ein.
Der Paul-Weis-Preis in der Kategorie „Journalismus“ ging an Franziska Grillmeier. Die freie Journalistin hat über Jahre hinweg über die Folgen der europäischen Migrationspolitik berichtet – von den EU-Außengrenzen über gefährliche Fluchtrouten bis zum Ankommen in Österreich. Mit sorgfältig recherchierten Reportagen und investigativer Arbeit macht sie die Geschichten jener Menschen sichtbar, deren Schicksale in der politischen Debatte häufig wenig Beachtung fanden. Sie zeigt, wie politische Entscheidungen das Leben von Geflüchteten beeinflussen und legt Missstände offen.
Im Bereich „Internationales Engagement“ wurde Maksym Butkevych ausgezeichnet. Der ukrainische Journalist und Menschenrechtsaktivist setzt sich seit vielen Jahren für Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit und den Schutz von Geflüchteten ein. Mit dem von ihm mitkoordinierten No Borders Project unterstützt er Asylsuchende und Geflüchtete in der Ukraine und engagiert sich gegen rechtswidrige Abschiebungen. Nach seiner Gefangennahme durch russische Streitkräfte und mehr als zwei Jahren Haft widmet er sich seit 2025 über die von ihm mitbegründete Stiftung „Principle of Hope“ insbesondere dem Schicksal von Kriegsgefangenen und Zivilpersonen in russischer Gefangenschaft.
Die Initiative Courage2030 dankt der Raiffeisen Bank International für die großzügige Bereitstellung von Veranstaltungsort, Technik und Catering.
Über den Namensgeber Paul Weis
Die Auszeichnung wurde 2023 von der Initiative Courage ins Leben gerufen und nach dem österreichischen Völkerrechtler und Holocaust-Überlebenden Paul Weis benannt, um dessen Lebenswerk zu würdigen. Weis war unter anderem Mitverfasser der Genfer Flüchtlingskonvention, lieferte wichtige Grundlagen für das internationale Asylrecht und gilt als „Gründervater des Schutzes“ geflüchteter Menschen. Dadurch ermöglicht er bis heute Millionen geflüchteter Menschen, sich eine sichere Existenz in einer neuen Heimat aufzubauen.
Hochkarätiges Publikum
Der Einladung zur Gala waren zahlreiche Gäste gefolgt, darunter Migrationsforscherin Judith Kohlenberger, Christoph Pinter, Leiter des UNHCR-Büros in Wien, Weihbischof Franz Scharzl, Ex-Grünen-Vorsitzender Werner Kogler, Fritz Hausjell, Präsident von Reporter ohne Grenzen, „Sag’s Multi“-Erfinder Peter Wesely, Ex-Raiffeisen-Generalsekretär Ferry Maier, Regisseurin Brigitte Fenko und Paul-Weis-Preisträger 2025, Alshater Abdulhkeem.
Für den musikalischen Rahmen sorgte das Chris Allen Dutoit Trio mit Chris Allen Dutoit (Gitarre), František Kříž (Trompete/Flügelhorn) und Azin Reaj (Kontrabass).
Weitere Information, umfangreiches Bildmaterial und einen Link zu einer Video-Aufzeichnung der Gala finden Sie unter https://www.courage2030.eu/de/#preis.
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