• 23.10.2026, 15:03:33
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Warth: Hochwasserschutz am Hassbach schreitet voran

LR Kasser: Wichtig ist, rechtzeitig zu handeln, um Risiken für die Bevölkerung zu reduzieren

St. Pölten (OTS) - 

Über den aktuellen Stand des umfassenden Hochwasserschutzprojektes am Hassbach informierten heute, Freitag, Landesrat Anton Kasser, Bürgermeisterin Michaela Walla, Sektionsleiter Christian Amberger und Gebietsbauleiter Stephan Vollsinger von der Wildbach- und Lawinenverbauung bei einem Pressegespräch in Warth. Im Mittelpunkt standen die laufenden Arbeiten am zweiten Bauabschnitt, die Errichtung der Hochwasserrückhaltebecken sowie die weiteren Schritte bis zur Fertigstellung des Gesamtprojektes. Der Hassbach ist mit einem Einzugsgebiet von rund 30 Quadratkilometern einer der größeren Zubringer zur Pitten und hat in der Vergangenheit wiederholt zu schweren Hochwasserschäden im Gemeindegebiet geführt. In den vergangenen 200 Jahren wurden rund 30 massive Hochwasserereignisse aufgezeichnet, zuletzt im Juni 2018.

„Wir müssen heute die richtigen Maßnahmen setzen, damit unsere Gemeinden für die Herausforderungen von morgen besser gerüstet sind. Deshalb treiben wir den Hochwasserschutz in Niederösterreich konsequent voran“, sagte Anton Kasser, der auch betonte: „Seit dem Hochwasser 2024 konnten im ganzen Bundesland 35 Schutzprojekte fertiggestellt und 37 weitere begonnen werden. Dabei setzen wir auf unterschiedliche Maßnahmen wie Brückenanhebungen, Dammsanierungen, Rückhaltebecken und Flussaufweitungen und bauen gleichzeitig unsere Pegelstationen aus, um die Prognosemöglichkeiten zu verbessern. Je früher wir erkennen, wie sich eine Hochwasserlage entwickelt, desto besser können wir uns darauf einstellen.“

Das Projekt am Hassbach sei dafür ein konkretes Beispiel, meinte er. „Aus den Erfahrungen vergangener Hochwasserereignisse werden die richtigen Konsequenzen gezogen, damit die Menschen, ihre Häuser und die wichtige Infrastruktur künftig besser geschützt sind. Mit knapp 16 Millionen Euro ist dieses Projekt eine wichtige Investition in die Sicherheit der Menschen in der Region. Mein Dank gilt der Gemeinde Warth, Bürgermeisterin Michaela Walla, den Verantwortlichen der Wildbach- und Lawinenverbauung sowie allen weiteren Projektverantwortlichen und Beteiligten. Bund, Land und Gemeinden müssen ebenso an einem Strang ziehen wie die Fachleute aus der Lawinenverbauung“, so Landesrat Kasser.

Bürgermeisterin Michaela Walla betonte die Bedeutung des Projektes für die Marktgemeinde Warth und sagte: „Die Grundstücksbesitzer haben gesagt: ‚Ja, wir helfen euch bei diesem Projekt.‘ 25 Prozent der Kosten muss die Gemeinde Warth übernehmen. In diesem sehr engen Tal können wir 400.000 Kubikmeter Wasser zurückhalten. Der zweite Bauabschnitt umfasst eine 14,9 Meter hohe Mauer. Dieser kleine Bach hat im Jahr 2018 eine Brücke weggerissen und zwei weitere Brücken schwer beschädigt. An den Privathäusern entstand ein Schaden von rund zwei Millionen Euro. Außerdem wurde eine Zufahrtsstraße durch das Hochwasser weggerissen.“

Sektionsleiter Christian Amberger von der Wildbach- und Lawinenverbauung erläuterte die technischen Hintergründe: „Insgesamt werden zwei Rückhaltebecken im Haupttal des Hassbaches und ein weiteres Becken im Mantelgraben errichtet. Gleichzeitig werden die Zubringerbereiche stabilisiert und Wildholz sowie Geschiebe gezielt zurückgehalten. Damit entsteht ein umfassender Schutz für den Siedlungs- und Wirtschaftsraum im Hassbachtal.“

Das umfassende Hochwasserschutzprojekt wurde von der Wildbach- und Lawinenverbauung gemeinsam mit der Gemeinde Warth nach dem schweren Hochwasserereignis von 2018 ausgearbeitet. Nach Prüfung verschiedener Varianten wurde ein Konzept mit drei großen Bauabschnitten entwickelt. Der erste Bauabschnitt, die Stabilisierung des Laaergrabens oberhalb von Kirchau, ist abgeschlossen. Der zweite Bauabschnitt mit den Rückhaltebecken Mantelgraben und Hassbach Ort befindet sich derzeit in Umsetzung und soll bis 2028 fertiggestellt werden. Der dritte Bauabschnitt mit dem Rückhaltebecken Kirchau oberhalb der Ortschaft sowie ergänzenden linearen Ausbaumaßnahmen ist für die Jahre 2028 bis 2030 vorgesehen.

Mit den drei Rückhaltebecken sollen im Katastrophenfall mehr als 400.000 Kubikmeter Wasser zurückgehalten werden. Das entspricht rund 400 Millionen Litern beziehungsweise etwa 2,7 Millionen Badewannenfüllungen. Damit sollen rund 240 Liegenschaften, etwa fünf Kilometer Verkehrswege und zahlreiche Infrastruktureinrichtungen nachhaltig vor Hochwasser geschützt werden. In zahlreichen Gesprächen wurde mit den betroffenen Grundeigentümerinnen und Grundeigentümern das Einvernehmen hergestellt. Die Gesamtkosten für die Detailprojekte betragen 15,9 Millionen Euro.

Weitere Informationen: Büro LR Kasser, Pressesprecher Pascal Löffler, Telefon: 0676/81212308, E-Mail: [email protected]

Rückfragen & Kontakt

Amt der NÖ Landesregierung, Landesamtsdirektion/Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Ing. Johannes Seiter
Telefon: 02742/9005-12174
E-Mail: [email protected]

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